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Regionalliga trifft Champions League: Tolle Sache

02.08.2013, 15:51 Uhr | dpa

Regionalliga trifft Champions League: Tolle Sache. Der BSV Rehden (weiss-schwarzes Trikot) und SV Wilhelmshaven laufen zu einem Testspiel auf.

Der BSV Rehden (weiss-schwarzes Trikot) und SV Wilhelmshaven laufen zu einem Testspiel auf. (Quelle: dpa)

Wilhelmshaven (dpa) - Die Regionalliga Nord trifft die Champions-League-Finalisten. Diese ungewöhnliche Konstellation rückt am Pokal-Wochenende den SV Wilhelmshaven und den BSV Rehden in den Mittelpunkt des Fußball-Interesses.

"Das ist eine tolle Sache, die aber leider mehr oder weniger aussichtslos ist", sagte Reinhold Fanz, Sportdirektor des SVW, zu der Samstag-Partie gegen Borussia Dortmund. Auch Rehden denkt am Montag gegen den FC Bayern nicht an einen Sensationssieg. "Ziel ist es, Freude zu haben, Es wäre utopisch, etwas anderes zu sagen", erklärte BSV-Trainer Predrag Uzelac.

"Beide Vereine werden sich aber so teuer verkaufen wie möglich", versprach Ex-Profi Fanz, der als Trainer unter anderen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig betreute. Als er Ende Mai seinen Dienst an der Nordseeküste antrat, drohte dem SV Wilhelmshaven der Untergang. Bis auf zwei Akteure hatten alle Spieler den Club verlassen, nur durch den Aufstieg von Holstein Kiel in die 3. Liga blieb der SVW viertklassig. Fanz und der neue Trainer Farat Toku holten 17 neue Spieler. "Leider ist das Team kaum eingespielt", bedauerte Fanz.

Das BVB-Los war für den Verein wie ein Sechser im Lotto. "Vor ein paar Wochen waren wir klinisch tot. Jetzt schaut die ganze Welt nach Wilhelmshaven und auf den SVW", erklärte Clubpräsident Hans Herrnberger. "Ich freue mich sehr über die mediale Aufmerksamkeit." Fast 100 Journalisten haben sich akkreditiert. "So einen Hype gab es noch nie, es gibt kein anderes Thema in der Stadt", sagte Pressesprecher Jörg Schwarz. Rund 7500 Fans können die Partie im heimischen Jadestadion verfolgen.

Im Gegensatz zum Nachbarn Rehden war der Umzug in eine Stadt mit einem größeren Stadion nie ein Thema. "Wir wollten unsere Zuschauer nicht verprellen. Außerdem verursacht die Stadionmiete auch Kosten", argumentierte Fanz. Das kann Friedrich Schilling, Vereinschef und Sponsor beim BSV Rehden, aus eigener Erfahrung bestätigen. Sein Verein aus dem Landkreis Diepholz zog mit Bayern München den Sechser mit Superzahl.

"Wir hätten auch lieber in unserem Stadion gespielt", sagte der BSV-Macher. Doch die Auflagen des DFB und der TV-Sender für das Live-Spiel am Montagabend in der ARD erzwangen einen Umzug. Schilling entschied sich nach Abwägung aller Vor- und Nachteile für das Stadion in Osnabrück und gegen das deutlich größere Bremer Weserstadion. Mit einer Einnahme von fast 400 000 Euro ist der Verein aus der rund 1800 Einwohner zählenden Landgemeinde der Krösus der ersten Runde.

Auch in dieser Region ist der Hype um Pep Guardiola und sein Star-Ensemble riesengroß. Das "Diepholzer Kreisblatt" als örtliche Tageszeitung plant eine Sonderbeilage zu dem Spiel mit 20 Seiten. "Die Vorbereitung auf den Gegner ist einfach. Man muss gar nicht nach Schwächen suchen", scherzte Trainer Uzelac.

Nur bei Francis Banecki (28), bekanntester Spieler des BSV Rehden, ist die Vorfreude etwas getrübt. Der Ex-Profi von Werder Bremen, der für Werder eine Minute in der Champions League spielte, muss gegen den aktuellen Champions-League-Sieger wegen Achillessehnenproblemen wahrscheinlich zuschauen.

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