DFB-Pokal
Guardiola relativiert: "Ich bin kein Super-Trainer"06.08.2013, 09:39 Uhr | t-online.de
Pep Guardiola wählt seine Worte stets mit Bedacht. Kurz zuvor hatte der FC Bayern München in der ersten DFB-Pokalrunde beim Regionalligisten BSV Schweiz-Weiß Rehden glanzlos aber souverän mit 5:0 gewonnen und die erste richtige Pflichtaufgabe der neuen Saison gemeistert. Das Spiel wurde nicht nur von Sky, sondern auch von der ARD live in alle deutschen Haushalte übertragen. Als Moderator Gerhard Delling den Bayern-Coach nach seinem Fazit fragte, antwortete Guardiola nur kurz und knapp: "Ich bin zufrieden".
Viel tiefer wollte er in die Spielanalyse nicht eintauchen, doch zu sagen hatte er trotzdem noch einiges. Und dann sprach er Worte, die sich noch nie ein Bayern-Trainer zuvor gewagt hatte, auszusprechen.
"Ich bin kein Super-Super-Trainer", sagte Guardiola plötzlich. "Ich bin ein normaler Trainer. Ich bin erst 42 Jahre alt und erst seit fünf Jahren Trainer." Für die meisten Trainer würden solche Sätze bereits den Anfang vom Ende bedeuten. Insbesondere beim FC Bayern. Ein Coach, der sich klein redet? Das geht beim Rekordmeister eigentlich gar nicht. Doch bei Guardiola kehren sich solche Aussagen ins Gegenteil um. Welche Bescheidenheit, aber auch welches Selbstverständnis und welches Selbstvertrauen schwingen bei dieser Aussage mit!
Guardiola hat den Hype um seine Person natürlich registriert. Er hat mitbekommen, wie er nach Bekanntwerden seines Engagements beim FCB von Woche zu Woche immer mehr zum Messias hochgejazzt wurde. Er hat aber genauso mitbekommen, wie sich bereits erste kritische Stimmen meldeten, nachdem offensichtlich wurde, wie sehr er doch die aktuell erfolgreichste Mannschaft der Welt taktisch und personell durcheinanderwirbelt. So sehr durcheinanderwirbelt, dass im Supercup gegen den großen Rivalen Borussia Dortmund am Ende eine ernüchternde 2:4-Niederlage stand.
Und so nutzte er wenige Tage vor dem Bundesliga-Auftakt den Moment der breiten Öffentlichkeit im Rahmen des DFB-Pokals, um etwas Druck aus dem immer heißer werdenden Bayern-Kessel zu lassen. "Ich weiß in welchem Verein ich bin. Du musst hier immer gewinnen. Alle Leute wollen mehr, mehr. Ich muss diesen Druck akzeptieren", sagte der Spanier, bat aber gleichzeitig auch um ein wenig Geduld: "Die Leute denken, wir müssen jeden Tag 7:0 gewinnen, aber wir sind erst seit sieben Wochen zusammen."
Da man also noch in der Findungsphase ist, erzielten die Bayern gegen den Viertligisten aus Rehden durch Xherdan Shaqiri (18. Minute), Arjen Robben (88.) und dem überragenden Thomas Müller (45./58. per Foulelfmeter/64.) eben nur fünf Treffer und nicht sieben. Zwar taten sich die Bayern insbesondere in der ersten Hälfte gegen das Abwehrbollwerk der Gastgeber schwer, allerdings war der Erfolg zu keiner Phase des Spiels gefährdet. Die großen Bundesliga-Konkurrenten aus Dortmund (3:0 in Wilhelmshaven) und Schalke (2:0 in Nöttingen) zogen sich deutlich weniger souverän aus der Affäre.
Insbesondere der FC Schalke 04, der kürzlich via Jermaine Jones vollmundig Meisterschaftsambitionen angemeldet hat, offenbarte den mittlerweile gewaltigen Abstand zum FC Bayern und das nicht nur im sportlichen Sinne. Den schwachen Auftritt seiner Elf gegen den Oberligisten empfand Trainer Jens Keller als "überheblich und arrogant". Im Vergleich zum Triple-Sieger aus München stellt sich die Frage, auf was sich die Arroganz und Überheblichkeit der Schalker Spieler eigentlich begründet?
Beim FC Bayern hätte man angesichts der jüngsten Erfolge schon eher Grund dazu. Doch selbst das stets etwas protzig daherkommende "Mia-san-Mia" scheint nicht mehr angesagt zu sein. Vielmehr stehen unter Guardiola Schlagworte wie Bescheidenheit und Respekt im Fokus. Das schließt allerdings Selbstbewusstsein und Mut nicht aus. Denn auch diese Eigenschaften lebt Guardiola so exzessiv vor, wie selten zuvor ein Trainer in der Bundesliga.
Mit seinen immer besser werdenden Interviews auf Deutsch zeigt er Woche für Woche einem ganzen Land eindrucksvoll, dass man keine Angst vor Fehlern zu haben braucht, wenn man nur konsequent daran arbeitet, sie abzustellen. Das gilt für Sprachen, das gilt für die Trainingsarbeit, das gilt für alle Lebenslagen. Aus Guardiolas Holz sind Champions fürs Leben geschnitzt.
06.08.2013, 09:39 Uhr | t-online.de
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