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Kampf der Systeme: Bayerns Ballbesitz gegen Dortmunds Attacken

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Kampf der Trainer  

Bayerns Ballbesitz gegen Dortmunds Attacken

17.05.2014, 09:06 Uhr | t-online.de

Kampf der Systeme: Bayerns Ballbesitz gegen Dortmunds Attacken. In Berlin stehen sich mit Pep Guardiola (li.) und Jürgen Klopp zwei Startrainer gegenüber. (Quelle: dpa)

In Berlin stehen sich mit Pep Guardiola (li.) und Jürgen Klopp zwei Startrainer gegenüber. (Quelle: dpa)

Eine Analyse von Johann Schicklinski

Bayern München gegen Borussia Dortmund: Im DFB-Pokalfinale (ab 19.45 Uhr im T-Online.de Live-Ticker) kommt es zum Giganten-Duell des deutschen Fußballs. Es ist aber auch ein Kampf der Trainer und ihrer unterschiedlichen Systeme. Der  FC Bayern kontrolliert unter Pep Guardiola die Spiele über Ballbesitz, während den BVB das von seinem Trainer Jürgen Klopp geliebte, überfallartige Umschaltspiel nach eigener Balleroberung auszeichnet.

Ein Blick auf die Zahlen untermauert, dass beide Teams mit ihrem System Erfolg haben. So haben die Bayern auf dem Weg zum Titel eine Vielzahl an Bestmarken gebrochen. Über 24000 gespielte Pässe (Quelle: Opta Sportdaten) sind Bundesliga-Höchstwert, weit mehr als beim BVB (16796). Die Passgenauigkeit des Starensembles von der Isar liegt dabei in der gegnerischen Hälfte bei über 84 Prozent – natürlich ebenfalls von der Konkurrenz unerreicht.

Vor dem Finale 
Klopp nimmt Pep Guardiola auf den Arm

Der BVB-Coach sorgt auf der gemeinsamen Pressekonferenz für Lacher. Video

Bayrische Variante des Tiki-Taka

In der Summe hatte der FCB einen durchschnittlichen Ballbesitz von rund 71 Prozent – ein Wert, der in der Bundesliga-Historie seit Beginn der detaillierten Datenerfassung noch nicht annähernd erreicht wurde. Unter dem alten Coach Jupp Heynckes schafften die Bayern in den vorigen beiden Spielzeiten in dieser Kategorie "lediglich" 64 Prozent. Diese Daten dürften Guardiola sehr zufriedenstellen, schließlich lautet eine seiner Leitlinien: "Wenn wir den Ball haben, kann der Gegner kein Tor schießen."

Doch zum Saisonende hin kam Kritik an Guardiolas Spielstil auf. Als brotlose Kunst wurde die Taktik der Bayern teilweise verhöhnt, nachdem der Titelverteidiger in der Champions League gegen Real Madrid in 180 Minuten nur zu einer klaren Torchance kam und in der Summe mit 0:5 Toren die Segel streichen musste. Trotz eines massiven Übergewichts an Ballbesitz.

"One touch football" des BVB

Wie es gegen Real geht, zeigte indes Dortmund, das die Königlichen beim 2:0-Erfolg im Rückspiel am Rande des Aus hatte. Beide Tore erzielte die Klopp-Elf nach Fehlern von Madrid und kam damit dem Ideal ihres Trainers nahe. Dem Ballbesitz kommt nicht so viel Bedeutung zu wie beim FCB. Er liegt zwar bei ebenfalls überdurchschnittlichen 52,8 Prozent, aber das ist darin begründet, dass viele Teams gegen den BVB tief stehen und die Borussia das Spiel machen lassen.

Die Klopp-Elf versucht stattdessen , durch intensives Pressing Fehler des Gegners zu erzwingen. Nach der Balleroberung geht es in Hochgeschwindigkeit und mit "One Touch Football" in Richtung des gegnerischen Tores. Ganz nach dem Geschmack des Trainers. "Wir sind krank auf Umschalten", lautet sein Motto. Innerhalb weniger Sekunden soll sein Team idealerweise zum Abschluss kommen.

Hier liegt auch der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Teams. Klopp hat das Umschaltspiel seiner Mannschaft in den vergangenen Jahren perfektioniert. Sobald der Ball weg ist, beginnt bereits die Jagd auf das Spielgerät. Der Torabschluss erfolgt viel schneller als bei den Bayern. Der BVB war damit zehn Mal erfolgreich - nur Leverkusen (11) weist hier einen besseren Wert auf. Der FCB ist dagegen mit seiner Ballbesitzspielweise anfällig für Konter. Drei der letzten fünf Gegentreffer resultierten daraus.

Bayern laufen 2014 nicht mehr so viel

Aufgrund des extrem hohen Pressings der Borussia ist ihr Spiel zudem sehr laufintensiv. Mit einer Laufleistung von 119,7 Kilometer pro Spiel  weist die Borussia in dieser Statistik nach Freiburg den zweithöchsten Wert der Liga auf. Die Münchner  haben indes in dieser Rubrik noch Steigerungspotenzial. Nach 116,9 Kilometern in der Hinrunde liefen sie in der Rückserie nur noch 114,1 Kilometer pro Partie. Das wird gegen den BVB nicht reichen.

UMFRAGE
Wer gewinnt das DFB-Pokalfinale 2014?

Zuletzt hatte Dortmund die Nase vorn

Bereits in den letzten Duellen war das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Systeme gut zu beobachten. Meist mit dem besseren Ende für die Dortmunder, denn die Bayern hatten in den letzten acht Bundesligaspielen gegen den BVB zwar jedes Mal mehr Ballbesitz, trotzdem gewannen die Münchner nur ein einziges Spiel. Im Gegensatz dazu ist der BVB in diesen Partien immer mehr gelaufen als der Rivale aus dem Süden - offensichtlich ein Schlüssel zum Erfolg. Mit diesem Rezept - kombiniert mit Pressing und schnellen Pässen in die Spitze - wird die Borussia auch in Berlin versuchen, die Bayern zu knacken.

Auch die Form spricht für die Borussia. Während beim FCB noch dem frühzeitigen Gewinn der Deutschen Meisterschaft Ende März ein deutlicher Leistungs-Abfall zu beobachten war, lief der BVB in der letzten Saisonphase heiß. 21 Treffer in den letzten sieben Spielen sind ein Topwert für die Klopp-Elf. 

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Rezept für die Bayern

So spricht derzeit mehr für den Tempofußball der Borussia als für die Ballbesitztaktik der Bayern. Die Anleitung, die Guardiola seiner Mannschaft deshalb mit auf den Weg geben muss, lautet, im Mittelfeld dicht gestaffelt zu stehen und die Abwehr nicht zu weit aufrücken zu lassen. So wird die eigene Anfälligkeit nach Balleroberungen des BVB minimiert. Als zweikampfstärkstes Team der Liga (52,7 Prozent gewonnen) hat Bayern auf jeden Fall die Mittel dazu.

Zudem wird Guardiola seine Spieler anweisen müssen, Standards in der Nähe des eigenen Tores tunlichst zu vermeiden. 34 der 80 BVB-Treffer fielen nach einer Standardsituation, das sind 42,5 Prozent – Ligahöchstwert.

Klar scheint schon vorher, dass von der Taktik sehr viel abhängt. Setzen sich die Bayern durch, ist das Double erreicht und die Schmach gegen Real Madrid vergessen. Hat der BVB die bessere Strategie und kann dem Rivalen ein Schnippchen schlagen, hätte er dem FCB die Saisonbilanz verhagelt. Und selbst allen Grund zum Feiern.

Statistik im Überblick

Bundesligasaison 2013/14FC Bayern MünchenBorussia Dortmund
Tore9480
nach Standards23 (24,5%)34 (42,5%)
Gegentreffer2338
nach Standards7 (30,4%)10 (26,3%)
Torschüsse498470
Ballbesitz71,2%52,8%
Gewonnene Zweikämpfe52,7%50%
Pässe2452216796
Passgenauigkeit88,2%77,7%
Laufleistung pro Spiel115,5 km119,7 km


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