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FC Bayern: Thiago entscheidet Pokalkrimi gegen Leverkusen

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Beängstigendes FCB-Alphabet  

Bayerns Kung-Fu-Thiago entscheidet Pokalkrimi

09.04.2015, 11:40 Uhr | t-online.de

FC Bayern: Thiago entscheidet Pokalkrimi gegen Leverkusen. Die Bayern-Profis Manuel Neuer (li.) und Thiago bejubeln die Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale. (Quelle: Reuters)

Die Bayern-Profis Manuel Neuer (li.) und Thiago bejubeln die Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale. (Quelle: Reuters)

Aus Leverkusen berichtet Marc L. Merten

Charaktertest bestanden: Der FC Bayern hat in einem hochdramatischen Spiel das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. Das 5:3 (0:0) nach Elfmeterschießen gegen Bayer Leverkusen war an Spannung kaum zu überbieten. Auch nicht an Kuriositäten und unsportlichen Szenen. Am Ende lachten die Bayern - obwohl sie den Sieg einmal mehr teuer bezahlen mussten: Mit Medhi Benatia droht der nächste Star länger auszufallen.

Die FCB-Bosse und Bayers Sportdirektor Rudi Völler sind dafür bekannt, von Zeit zu Zeit außergewöhnliche Meinungen zu haben - und diese dann auch exklusiv. Völler beispielsweise war am Wochenende der Ansicht gewesen, dass Ömer Toprak nach seinem Foul an Ivo Ilicevic durchaus nicht hätte vom Platz fliegen müssen. Schließlich sei der Türke der "fairste Verteidiger der Liga".

Rummenigge: "Thiago kann keiner Fliege etwas zuleide tun"

Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer muss sich an die Argumentation Völlers erinnert haben, als er am Mittwoch kurz nach Mitternacht vor die Mikrofone trat und erklärte: "Thiago ist nicht der Spieler, der so etwas mit Absicht macht. Deswegen war es auch keine Rote Karte." Ähnlich sah es der Münchner Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge: "Thiago ist ein Mensch, der keiner Fliege etwas zuleide tun kann. Der Schiedsrichter hat ihm mit dem nötigen Fingerspitzengefühl Gelb gegeben."

"Sicher kein unfairer Spieler" 
Bayer-Coach Schmidt sieht keine Absicht bei Thiago-Tritt

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Gemeint war die Szene kurz vor Ende der regulären Spielzeit, als Leverkusens Stefan Kießling sich den Ball mit dem Kopf vorlegen wollte, sein Kopf aber nicht mehr zum Ball kam, weil Thiago ihn aus dem Weg räumte. Nicht den Ball, sondern Kießling. In bester Kamikaze-Manier war der Spanier mit allzu hohem Bein heran gerauscht und hatte Kießling knapp unterhalb des Gesichts getroffen. Es wird wohl das Geheimnis des Schiedsrichters Felix Zwayer bleiben, warum dieser dem 23-Jährigen nur Gelb und nicht Rot zeigte. Am Ende des Abends gab es zu dieser Szene in der BayArena genau zwei Meinungen: die der Bayern-Verantwortlichen - und die aller Anderen.

Thiago: "Ich habe mich tausend Mal entschuldigt"

Thiago, wahrlich nicht als Treter bekannt, wusste im Vergleich zu Sammer sehr wohl, was er da angestellt und wie viel Glück er - und Kießling - dabei gehabt hatte. "Es war eine unglückliche Situation, ich habe ihn nicht gesehen und mich tausend Mal bei ihm entschuldigt", stammelte der Mittelfeldspieler hinterher verlegen. "Ich habe mit ihm gesprochen, als er am Boden lag, im Elfmeterschießen und in der Kabine."

Nichtsdestotrotz: Sein Kung-Fu-Tritt hätte selbst Oliver Kahn zu größter Ehre gereicht. Und hätte Schiri Zwayer genau hingesehen - das Spiel hätte wohl eine andere Wendung genommen als eben jene, die dann folgte. "Eine klare Rote Karte, da müssen wir nicht diskutieren", empfand auch Völler die Szene als eindeutig. "Es hätte uns gut getan, in der Verlängerung mit einem Mann mehr zu spielen." Es entbehrte nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Thiago schlussendlich derjenige Schütze im Elfmeterschießen war, der mit dem entscheidenden Strafstoß dem DFB-Pokal-Viertelfinale ein Ende machte.

Kuriose Gelbe Karte für Leverkusens Ersatzspieler

Passend zu einem denkwürdigen Abend, blieb der Kung-Fu-Tritt Thiagos nicht die einzige bemerkenswerte Anekdote des Spiels. So wird man sich noch lange an die Szene in der 116. Minute erinnern, als Ömer Toprak verletzt am Boden lag, die Bayern weiter spielten und aus dem Nichts ein zweiter Spielball aufs Feld flog. Geworfen von Tin Jedvaj, Leverkusens Verteidiger, der auf der Ersatzbank saß. Weil er nicht akzeptieren wollte, dass die Bayern trotz Topraks Verletzung weiterspielten, war er kurzentschlossen zu einem Balljungen geeilt, hatte ihm den Ball entrissen und ihn auf das Spielfeld gekickt. Zwayer musste regelkonform unterbrechen, die Münchner durften nicht weiterspielen, und Jedvaj holte sich als Ersatzspieler die fällige Gelbe Karte ab.

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Auch aus einem anderen Grund wird dieser Abend dem FC Bayern in Erinnerung bleiben: Mit Medhi Benatia verletzte sich ein weiterer Bayern-Akteur. In der 34. Minute griff er sich an den rechten Oberschenkel und humpelte in die Kabine. Hinterher konnte er zwar noch nicht sagen, was er genau hat ("Ich weiß es nicht. Ich werde morgen zur Untersuchung gehen."). Sammer hingegen ließ durchblicken, dass er nach Ribery, Robben, Schweinsteiger, Alaba und Martinez bereits mit dem nächsten Patienten rechnet. "Wie er es beschrieben hat, sieht es nicht gut aus."

Verletzungen "normalerweise nicht kompensierbar"

Neben Benatia hatte sich auch Mario Götze mehrfach am Spielfeldrand behandeln lassen. Der Offensivspieler, der in der Verlängerung die Chance aller Chancen fünf Meter vor dem leeren Tor vergab, hatte bei einem Luftduell einen Ellenbogen an den Kopf bekommen und anschließend über Sehprobleme geklagt. Und auch Jerome Boateng hatte bereits Mitte der zweiten Halbzeit muskuläre Probleme verspürt und sich in der Verlängerung durch Holger Badstuber ersetzen lassen. Klar, dass bei den Bayern bei diesem Krankenstand mittlerweile Alarmstufe Rot herrscht.

"Wir haben einen Kader, der bis in die Spitze sehr breit besetzt ist", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hinterher. "Da ist es gut, dass wir viele Pläne haben, nicht nur A, B oder C. Wir haben das ganze Alphabet." Diesen Optimismus wollte Berufsgrantler Sammer nicht teilen. "Das geht an die Substanz und ist normalerweise nicht kompensierbar", sagte der 47-Jährige. Mut mache ihm einzig, dass Trainer Pep Guardiola diesen Widrigkeiten trotze und selbst gegen Leverkusen wieder eine Lösung parat gehabt habe. Das ganze Alphabet eben. "Wie er das hinbekommt, mit seinen Vorgaben, mit seiner Überzeugung, das ist beeindruckend. Er lebt es vor, die Mannschaft folgt ihm." In diesem Falle ins Halbfinale des DFB-Pokals. Dort trifft der Rekord-Pokalsieger auf Borussia Dortmund.

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