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DFB-Pokal: Wie sich Bayern München selbst ausgetrickst hat

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Nach Drama gegen BVB  

Wie sich die Bayern selbst austricksten

29.04.2015, 10:43 Uhr | t-online.de

DFB-Pokal: Wie sich Bayern München selbst ausgetrickst hat. Philipp Lahm eröffnet das Elfmeterschießen mit einem Ausrutscher. Es sollte nicht der einzige bleiben. (Quelle: imago/Jan Huebner)

Philipp Lahm eröffnet das Elfmeterschießen im DFB-Pokalhalbfinale gegen Borussia Dortmund in der Saison 2014/2015. (Quelle: imago/Jan Huebner)

Aus München berichtet Marc L. Merten

Der große Traum ist geplatzt: Der FC Bayern wird auch in dieser Saison das große Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League verpassen. Das 1:3 n.E. gegen Borussia Dortmund im DFB-Pokal-Halbfinale war ein Drama in drei Akten. Zuerst verzockte sich Pep Guardiola, dann verletzten sich gleich drei Superstars und am Ende rutschten die Bayern im wahrsten Wortsinn im Elfmeterschießen aus. Die Geschichte eines verdorbenen Abends, der 70 Minuten eigentlich nicht hätte besser laufen können. 

Rollen wir die Geschichte von hinten auf. Oder vom Hintern. Denn die Allerwertesten von Philipp Lahm und Xabi Alonso waren es, die am Ende symbolisch für einen Abend standen, der kräftig in die Hose gegangen war. Beide rutschten in derselben Manier, an derselben Stelle, zur selben Unzeit – beim Elfmeterschießen – aus und landeten auf dem Hosenboden, während der Ball am Tor vorbei flog. Vier Mal traten die Bayern an, viermal verschossen sie. Ausgerutscht und am Finale vorbei. Ein Drama, dem es an einer gewissen Komik nicht fehlte. 

Robben erneut verletzt, Lewandowski im Krankenhaus 

Lachen konnte bei den Bayern über dieses katastrophale Ende eines lange gelungenen Abends niemand. Weder die Elfmeterschützen, noch Trainer Guardiola, und schon gar nicht Arjen Robben, Thiago Alcantara und Robert Lewandowski. Denn alle drei Superstars der Bayern verletzten sich zu allem Überfluss. Robben, in Minute 68 frenetisch bei seiner Einwechselung gefeiert, musste sein Comeback nach gerade einmal 16 Minuten abbrechen. Muskelbündelriss - die Saison ist für den Niederländer gelaufen.

Dabei war seine Einwechslung bereits die Folge einer anderen Verletzung gewesen: Thiago war vom Feld gehumpelt, der Spanier gab aber später Entwarnung. "Ich habe keine schlimme Verletzung." Bei Lewandowski ist die Lage anders. Der war in der 118. Minute von Mitchell Langerak im Strafraum bei einer Faustabwehr wie von einem Vorschlaghammer im Gesicht getroffen und nach dem Spiel zur genaueren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht worden. Die Diagnose: Oberkiefer- und Nasenbeinbruch, dazu noch eine Gehirnerschütterung.

Dortmund zunächst chancen- und mittellos 

Erschütternd war an diesem Abend aber noch einiges mehr. Vor allem, dass die Bayern den BVB überhaupt zurück ins Spiel kommen ließen. 70 Minuten lange hatten sie Dortmund kontrolliert und den Ball laufen lassen mit phasenweise bis zu 70 Prozent Ballbesitz. Die Schwarz-Gelben? Chancen-, mittel- und hilflos. Bayern traf in Person Lewandowskis zum 1:0 (29.) und alles schien bereitet für den vierten Final-Einzug des FCB in Folge. 

In einem variablen 3-5-2 mit Xabi Alonso, Lahm und Thiago im Zentrum als kontrollierende Ballverteiler, ließen Guardiolas Mannen den BVB laufen. Die Dortmunder kamen kaum einmal kontrolliert in Ballbesitz, und wenn, gaben sie ihn schnell wieder her, weil sie mit dem eigenen 4-3-3 keinen Weg zwischen die Abwehrlinien der Münchner fanden. Reus meist über links, Kagawa als falsche Neun in der Mitte und Aubameyang über rechts kamen überhaupt nicht ins Spiel. Den Aktionen fehlte die Ruhe und durch Bayerns Gegenpressing die Zeit und Genauigkeit. Bestes Beispiel war das 1:0 für den FCB, das als Konter aus einem ungenau ausgespielten Angriff der Borussen resultierte. 

Bayerns Systemumstellung sorgt für den Bruch 

Jürgen Klopp gestand nach dem Spiel ein: "Der FC Bayern hatte die erste Halbzeit und 20 Minuten von der zweiten klare Vorteile." Und Reus ergänzte: "Wir hatten große Lücken im Mittelfeld, haben dann in der zweiten Halbzeit umgestellt, danach lief es besser." Klopp brachte anstelle Kagawas den Armenier Henrich Mchitarjan. Doch anstatt ihn positionsgetreu ins Zentrum zu stellen, beorderte er ihn ins linke Mittelfeld und stellte auf ein 4-4-2 um mit Reus und Aubameyang zentraler in der Offensive. 

Dies wäre wohl noch immer ohne entscheidende Wirkung geblieben, hätte Guardiola selbst nicht Minuten zuvor ohne Not umgestellt. Thiago musste angeschlagen runter. Doch anstatt ihn positionsgetreu durch Bastian Schweinsteiger zu ersetzen, brachte der Bayern-Coach Arjen Robben. Aus dem erfolgreichen, druckvollen und kontrollierenden 3-5-2 wurde ein 3-4-3 mit weniger Kontrolle über das Geschehen im Mittelfeld. "Wir haben das System gewechselt und hatten dann kurz einige Probleme", gestand Guardiola hinterher. In dieser Phase fiel der Ausgleich durch Aubameyang. 

Sarkasmus statt Ärger über nicht gegebenen Elfmeter 

Auch die Spieler des Rekordmeisters wunderten sich anschließend über den Systemwechsel. Manuel Neuer erklärte: "Ich denke, wir hätten einfach weiterspielen müssen. Wir hatten sie unter Kontrolle, haben dann aber die Spielweise verändert, nicht mehr auf Ballbesitz gespielt und dadurch Dortmund zurück ins Spiel gebracht." Und Kapitän Philipp Lahm ergänzte: "Wir hatten das Spiel im Griff und hätten mit dem 1:0 leben können." Erst als Schweinsteiger für Müller kam und Robben verletzt runter musste, fand der FCB zurück zu seinem Spiel. Doch da war Dortmund ebenfalls längst im Spiel und hatte zu einer besseren Ordnung gefunden. 

Guardiola trotz Niederlage hin und weg 
"Bestes Spiel gegen den BVB als Bayern-Coach"

Die Münchener scheitern im Pokalhalbfinale und verschießen dabei vier von vier Elfmetern. Video

Das Ende vom Lied ist bekannt. Letztlich tricksten sich die Bayern selbst aus – in Sachen Taktik und in Sachen Elfmeterschießen. Dabei hätten sie sich sogar noch einmal retten können, ließen aber in der Verlängerung mehrere hochkarätige Chancen liegen.

Zudem hätte es gar nicht so weit kommen müssen, schließlich spielte Dortmunds Marcel Schmelzer in der 55. Minute den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand. Doch der fällige Pfiff von Schiri Peter Gagelmann und somit eine mögliche Vorentscheidung blieb beim Spielstand von 1:0 für den FCB aus. Bayern-Keeper Neuer sah es mit der nötigen Portion Sarkasmus an diesem Abend: "Das mit dem Elfmeter hätte heute eh nicht funktioniert."

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