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Wolfsburgs Diego Benaglio im Interview: Dieser Pokalsieg wäre noch in Jahrzehnten ein Thema

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Wolfsburgs Keeper im Interview  

Benaglio: Dieser Pokalsieg wäre noch in Jahrzehnten ein Thema

28.05.2015, 11:46 Uhr | t-online.de

Wolfsburgs Diego Benaglio im Interview: Dieser Pokalsieg wäre noch in Jahrzehnten ein Thema. Diego Benaglio spielt seit 2008 für den VfL Wolfsburg. (Quelle: imago/Eibner)

Diego Benaglio spielt seit 2008 für den VfL Wolfsburg. (Quelle: Eibner/imago)

Diego Benaglio (31) steht am Samstag im Berliner Olympiastadion mit dem VfL Wolfsburg im DFB-Pokalfinale (Samstag ab 19.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker). Im Interview spricht der zuletzt angeschlagene Torwart vor dem Endspiel gegen Borussia Dortmund über seinen Gesundheitszustand, neue Ziele des VfL und erklärt, warum über einen möglichen Pokalsieg noch in Jahrzehnten gesprochen werden würde.

t-online.de: Herr Benaglio, sind Sie fit?
Diego Benaglio: Es geht mir wieder gut. Ich hatte Probleme mit dem Hüftbeuger und konnte zu Wochenbeginn noch nicht Vollgas geben. Inzwischen habe ich aber schon wieder das gesamte Mannschaftstraining ohne Probleme absolviert. Ich gehe davon aus, spielen zu können.

Der Vizemeister trifft auf den Siebten. Wolfsburg ist also Favorit?
Nein, das ist ein Fifty-fifty-Spiel, die Partie ist völlig offen. Was vorher in der Saison war, hat keine wirkliche Bedeutung, zumal die Dortmunder in der Rückrunde ja auch eine beeindruckende Aufholjagd gestartet und noch die Europa League erreicht haben. In der Rückrundentabelle ist der BVB Fünfter und hat nur vier Punkte weniger als wir geholt.

Ist es ein Vorteil für Ihr Team, dass Dortmund auf den letzten Drücker noch in den Europapokal eingezogen ist und in dieser Hinsicht nicht mehr unter dem Druck des unbedingt Gewinnen Müssens steht?
Ich denke nicht. Die Dortmunder wollen Trainer Jürgen Klopp zum Abschied unbedingt den DFB-Pokalsieg schenken und werden alles geben, um den Pokal zu gewinnen.

Am 33. Spieltag hat Wolfsburg bereits gegen Dortmund gespielt und 2:1 gewonnen. Welche Rückschlüsse haben sich aus dieser Partie für das Finale ergeben?
Es hat sich nur bestätigt, was wir ohnehin wussten.

Und zwar?
Dass du dir keinen Fehler erlauben darfst, weil der sofort bestraft wird, und dass du bis zur letzten Minute hochkonzentriert sein und Vollgas geben musst.

Das Berliner Olympiastadion gilt als das "Deutsche Wembley". Wird das auch für Sie als erfahrenem Spieler und WM-Teilnehmer etwas Besonderes?
Auf jeden Fall. Aber wir fahren nicht nur nach Berlin, um die tolle Stimmung zu genießen, sondern vor allem um den Pokal nach Wolfsburg zu holen. Das wäre die Krönung der Saison. Es wäre mein zweiter Titelgewinn mit dem VfL nach der Meisterschaft 2009. Ich hätte blind unterschrieben, wenn mir vor siebeneinhalb Jahren, als ich hierher kam, jemand gesagt hätte, dass das möglich ist.

Welchen Stellenwert hätte im Vergleich zur Meisterschaft der Pokalsieg?
Das wäre wieder ein ganz besonderer Titel für uns, weil es der erste Pokalerfolg für den VfL wäre. Wir waren drei Mal kurz davor, den Sprung nach Berlin zu schaffen und sind jedes Mal im Halbfinale gescheitert. Erfolge, die man zum ersten Mal feiert, bleiben immer besonders im Gedächtnis, daran erinnern sich die Leute noch Jahrzehnte später. Aber Titel sind immer toll, daher möchte ich das gar nicht so gewichten.

Vermutlich werden deutlich mehr BVB-Fans als Wolfsburger im Stadion sein. Erwarten Sie ein Auswärtsspiel auf neutralem Platz?
Überhaupt nicht. Mehr als 20.000 VfL-Fans werden dabei sein, das wird ein unglaubliches Erlebnis. Ich freue mich schon auf die grüne Wand in der Ostkurve.

Blicken wir kurz auf die Bundesliga-Saison zurück: Wie fällt Ihr Fazit aus?
Es war eine sehr erfolgreiche Saison für uns. Wir haben das geschafft, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben uns endlich wieder für die Champions League qualifiziert. Außerdem haben wir uns immer weiterentwickelt, aus Rückschlägen schnell gelernt und oft tollen Fußball geboten. Durch den Unfalltod von Junior Malanda ist die Mannschaft noch näher zusammengerückt und zusammengewachsen. Unser Teamgeist ist noch ausgeprägter.

Vom Vizemeister aus gibt es in der Bundesliga nur noch eine kleine Steigerung: Ist die das Ziel für die kommende Saison oder ist Platz zwei hinter den Bayern auf längere Sicht das Maximum?
Wir wollen uns immer weiter verbessern, und da ist natürlich klar, dass wir auch wieder Meister werden wollen. Eine Meisterschaft kann man jedoch nicht planen, da muss einfach alles passen. Aber wir sind auf einem richtig guten Weg, und wenn wir den weiter bestreiten, ist vieles möglich. Platz zwei ist sicherlich nicht das Maximum, auch wenn die Bayern natürlich eine sehr starke Mannschaft haben.

Was ist für den VfL mittelfristig in der Bundesliga möglich?
Wir wollen uns dauerhaft in der Spitzengruppe etablieren und zum Stammgast in der Champions League werden.

Sie sind seit 2008 in Wolfsburg. Erklären Sie uns doch bitte kurz  die Gründe für den immensen Aufschwung unter dem Duo Allofs/Hecking.
Beide arbeiten rund um die Uhr für den Erfolg des VfL Wolfsburg. Wichtig war, dass sie die Kontinuität zurückgebracht und eine Mannschaft zusammengestellt haben, in der sich alle dem Teamgedanken unterordnen. Wir hatten einen ziemlich großen Kader, der wurde deutlich verkleinert, was wichtig für eine gute und intensive Trainingsarbeit ist. Zudem wurde der Kader Stück für Stück mit starken Spielern verstärkt. Davon haben alle profitiert.

Ihr Vertrag läuft noch ein Jahr. Geschäftsführer Klaus Allofs möchte mit Ihnen verlängern. Wie sieht es von ihrer Seite aus?
Jeder weiß, dass meine Familie und ich uns in Wolfsburg wohlfühlen. Aber jetzt zählt erst einmal nur das Pokalfinale.

Sehen Sie sich bis zum Karriereende beim VfL?
Vorstellen kann ich mir das auf jeden Fall, sonst wäre ich nicht schon so lange beim VfL geblieben. Ob es so kommt, kann man im Fußball nie vorhersagen. Ich hätte zumindest nichts dagegen.

Mehr als sieben Jahre in einem Klub sind im heutigen Profigeschäft eine lange Zeit. Was hat den Ausschlag dafür gegeben?
Wir haben hier absolute Top-Bedingungen um in Ruhe und voll konzentriert zu arbeiten. Mit dem neuen VfL-Center haben wir zudem für uns Profis einen eigenen Bereich, in dem wir von der Vorbereitung auf das Training, der Nachbereitung der Spiele, der medizinischen Versorgung und der Fitnessarbeit alles vorfinden, was für erfolgreiche Arbeit nötig ist. Von den Bedingungen her ist das hier in Wolfsburg schon einmalig.

Wolfsburg gilt nicht als die Metropole Nr. 1 in Deutschland…
Es gibt hier viele schöne Ecken in der Stadt und im Umland, man kann tolle Ausflüge machen und der Zusammenhalt in der Stadt ist groß. Natürlich wird man als Profifußballer auch hin und wieder erkannt, wenn man mit der Familie durch die Stadt geht. Aber wir werden ganz normal behandelt und können auch in Ruhe spazieren gehen und ein normales Leben führen. Das ist schon viel wert.

Mit Ihnen, Timm Klose und Ricardo Rodriguez stehen drei Spieler aus der Schweiz im Wolfsburger Kader. Was macht den VfL für Schweizer so attraktiv?
Wir Schweizer wissen es einfach zu schätzen, wenn Wertarbeit abgeliefert wird (lacht). Ernsthaft: Es ist mehr oder weniger Zufall, dass wir jetzt zu dritt hier sind. Aber natürlich hat man in der Nationalmannschaft immer auch mal über seinen Verein gesprochen und was es für Möglichkeiten dort gibt. Da konnte ich vom VfL viel Gutes berichten.

Das Interview führte Sebastian Schlichting

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