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Hamburger SV blamiert sich im DFB-Pokal gegen Jena

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Erschreckend schwach  

HSV blamiert sich im DFB-Pokal

10.08.2015, 07:45 Uhr | sid, dpa

Hamburger SV blamiert sich im DFB-Pokal gegen Jena. René Adler muss drei Mal hinter sich greifen - einmal zu viel. (Quelle: imago/Sebastian Wells)

René Adler muss drei Mal hinter sich greifen - einmal zu viel. (Quelle: imago/Sebastian Wells)

Der Hamburger SV hat sich im ersten Pflichtspiel der neuen Saison bis auf die Knochen blamiert. 69 Tage nach dem knapp verhinderten Abstieg in der Relegation schied die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia in der ersten Runde des DFB-Pokals trotz eines späten Comebacks durch ein verdientes 2:3 (2:2, 0:1) nach Verlängerung beim aufopferungsvoll kämpfenden Viertligisten Carl Zeiss Jena aus. Unmittelbar nach Abpfiff versuchten einige frustrierte Fans der Norddeutschen, den Innenraum zu stürmen und warfen Gegenstände auf das Spielfeld. Dabei wurde ein Ordner am Kopf getroffen und ging daraufhin zu Boden.

Für den bis in die Regionalliga abgestürzten dreimaligen DDR-Meister Jena avancierte Johannes Pieles (106.) zum Matchwinner. Zuvor hatte HSV-Neuzugang Michael Gregoritsch (90.+4) die Jenaer Führung durch Tore von Justin Gerlach (14.) und Velimir Jovanovic (58.) egalisiert und sein Team damit in die Verlängerung gerettet. Ivica Olic (49.) hatte zudem den umstrittenen Treffer zum 1:1 erzielt, nachdem der Ball zuvor klar im Toraus gewesen war.

Der dreimalige Pokalsieger Hamburg erreichte damit erstmals seit drei Jahren nicht die zweite Runde und erhielt eine knappe Woche vor dem Bundesligastart bei Bayern München einen herben Dämpfer. "Das ist eine große Enttäuschung für uns, denn das hat sich für uns im Vorfeld nicht so abgezeichnet", sagte Labbadia: "Wir sind nicht an die Grenze gegangen und haben verdient verloren. Es schien nicht der unbedingte Wille da gewesen zu sein. Jeder hatte zu viel mit sich selbst zu tun."

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HSV ohne Ideen

Vor 13.800 Zuschauern im ausverkauften Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld begann der ehemalige Europapokalfinalist aus Thüringen enorm mutig und übte überraschend schnell Druck aus. Belohnt wurde das Bemühen der furchtlosen Gastgeber mit einem sehenswerten Freistoßtreffer Gerlachs aus 33 Metern. Die Hamburger hingegen taten sich in der Offensive äußerst schwer und traten in den ersten Hälfte erschreckend ideenlos auf.

Die Stammkräfte Rafael van der Vaart, Heiko Westermann (beide Betis Sevilla) und Marcell Jansen (Karriereende) hatten in den vergangenen Wochen den Klub verlassen. Dafür bot Labbadia von den Neuzugängen den Ex-Leverkusener Emir Spahic, den schwedischen Nationalspieler Albin Ekdal und Gotoku Sakai von Beginn an auf. Impulse gingen von ihnen jedoch kaum aus.

Nur eine Chance in Hälfte eins

Bei den Jenaern von Trainer Volkan Uluc wuchsen nach dem Führungstreffer die Hoffnungen auf ein neuerliches Pokalmärchen minütlich. Als Zweitligist war der Klub in der Saison 2007/2008 sensationell bis ins Halbfinale gestürmt und schied dort nach Siegen gegen den VfB Stuttgart und den 1. FC Nürnberg erst bei Borussia Dortmund (0:3) aus. Anschließend kam der Traditionsverein nie wieder über die erste Runde hinaus.

Die Reise nach Jena war für die Hamburger, die sich in der vergangenen Spielzeit erst in letzter Minute den Klassenerhalt gegen den Karlsruher SC gesichert hatten, längst nicht neu. Vor zwei Jahren siegte der Bundesliga-Dino beim Carl-Zeiss-Stadtrivalen SV Schott mit 4:0, nun reichte es in der ersten Hälfte allerdings nur zu einer Torchance.

HSV mit glücklichem Ausgleich

Nach der Pause zogen die Gäste den Nutzen aus einer Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns. Eine Hereingabe von Ivo Ilicevic war bereits im Tor-Aus, was aber ungeahndet blieb. Olic schaltete am schnellsten und zirkelte das Leder ins Tor. Die wütenden Reklamationen der Thüringer blieben ohne Erfolg.

Jena ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen und spielte weiter clever nach vorne. Beide Mannschaften lieferten sich in der Folge einen offenen Schlagabtausch. Als Jena bereits wie der sichere Sieger aussah, schlug Hamburg noch einmal spät zu. Nach einer Ecke gewann der aufgerückte Torhüter René Adler, der sich hart an der Regelgrenze Platz verschaffte, das Kopfballduell. Gregoritsch jagte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.

Alle guten Dinge sind drei

In der Verlängerung scheuten die Hamburger anfangs das absolute Risiko und wurden für ihre Passivität prompt bestraft. Nach einem weiten Einwurf von Filip Krstic köpfte Pieles zum umjubelten Siegtreffer für die Gastgeber ein.

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