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DFB-Niederlage gegen Polen: "Wir waren zweifellos die bessere Mannschaft"

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29 Torschüsse, 29 Fahrkarten  

DFB-Team hadert: "Das ist eigentlich ein Witz"

12.10.2014, 13:04 Uhr | t-online.de

DFB-Niederlage gegen Polen: "Wir waren zweifellos die bessere Mannschaft". Mats Hummels (vorne) und Co. verlassen nach der Niederlage konsterniert den Platz. (Quelle: dpa)

Mats Hummels (vorne) und Co. verlassen nach der Niederlage konsterniert den Platz. (Quelle: dpa)

Aus Warschau berichtet Mark Weidenfeller

Wenige Minuten nach Abpfiff der historischen 0:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft in Polen stand Toni Kroos in der Mixed-Zone und lachte. "Mit dieser Frage habe ich jetzt im Leben nicht gerechnet", antwortete der Neu-Madrilene auf die Nachfrage, ob denn die vielen verletzten Spieler der Grund für die unerwartete Pleite seien: "Ich weiß nicht, welche Partie Sie gesehen haben. Aber wir haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht und einfach unsere Chancen nicht genutzt. Das ist alles."

Ähnlich sah das auch Manuel Neuer: "Wenn wir in Führung gehen, gewinnen wir", so der Schlussmann. Taten sie aber nicht. Und so verließ die DFB-Elf das Warschauer Nationalstadion – wie schon nach dem 1:2 gegen Italien im EM-Halbfinale 2012 – wieder einmal als Verlierer. An diesem Abend waren allerdings nicht Mario Balotelli, eine falsche Taktik oder eben fehlende Leistungsträger ausschlaggebend, sondern einzig und alleine das plötzlich fehlende Sieger-Gen.

Hummels: "Das ist eigentlich ein Witz"

Der amtierende Weltmeister hatte zuvor nämlich ein Spiel verloren, das er eigentlich nicht hätte verlieren dürfen. "Wir waren zweifellos die bessere Mannschaft", sagte Mats Hummels: "Wir haben nur kein Tor gemacht. Und das ist bei der Anzahl an Chancen eigentlich ein Witz."

UMFRAGE
Muss die deutsche Elf nach der Niederlage in Polen um die Qualifikation für die EM 2016 bangen?

Eine Erklärung für die erste Niederlage in der Geschichte des DFB gegen eine polnische Nationalmannschaft konnte so richtig niemand liefern: "Wir sind natürlich enttäuscht, aber ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen", sagte dann auch Trainer Joachim Löw: "Wir sind lediglich mit unseren Chancen zu fahrlässig umgegangen."

Ein Blick auf die Zahlen gibt allen Beteiligten Recht: 29:5 Torschüsse, 6:0 Ecken und 67 Prozent Ballbesitz zugunsten des DFB-Teams sprechen eine eindeutige Sprache. Das Ergebnis allerdings auch – und das zeigte nach 90 Minuten und zwei astreinen Kontertoren von Arkadiusz Milik (51. Minute) und Sebastian Mila (88.) 2:0 für den Gastgeber an. Während Polen nun mit sechs Punkten und 9:0 Toren souveräner Tabellenführer der EM-Qualifikations-Gruppe D ist, hinkt die DFB-Elf als Vierter des Tableaus noch hinter Irland und Schottland schon etwas hinterher.

Neun Weltmeister in der Anfangself

Und das, obwohl Bundestrainer Löw vor der Partie eindringlich gewarnt hatte: "Die Polen werden keine Geschenke verteilen oder uns einen Roten Teppich ausrollen", hatte er gesagt und dann – als wolle er die Ernsthaftigkeit der Aufgabe zusätzlich untermauern – gleich neun Weltmeister in die Startelf gestellt. Lediglich Antonio Rüdiger, der hinten rechts den Posten des zurückgetretenen Philipp Lahms einnahm, und Karim Bellarabi, der sein Länderspiel-Debüt feierte, waren am Zuckerhut nicht dabei gewesen.

Mit Neuer, Hummels, Jerome Boateng, Kroos, Christoph Kramer und Thomas Müller spielten sogar sechs Spieler von Beginn an, die auch im WM-Finale in der Startformation gestanden hatten. Hinzu kamen Erik Durm sowie die beiden Protagonisten des Goldenen WM-Tores, Andre Schürrle und Mario Götze.

"Chancen für vier Spiele"

Genug Material eigentlich, um einen der 29 Torschüsse im gegnerischen Kasten zu versenken. Doch egal, wer es probierte, der Ball wollte nicht ins Tor. "Wir hatten heute Chancen für vier Spiele. Selbst wenn wir noch eine halbe Stunde weitergespielt hätten, hätten wir keinen Treffer erzielt", sagte Götze, der sich immer wieder mit Müller in vorderster Front abgewechselt und die agilen und ebenfalls ständig rochierenden Außenspieler Schürrle und Bellarabi eingesetzt hatte.

Die deutsche Elf, deren ursprüngliches 4-2-3-1-System in der Offensive oft zu einem 4-2-4 wurde, versuchte wirklich alles, um zum Erfolg zu kommen: Flankenläufe, vertikale Pässe in die Spitze, lange diagonale Bälle, schnelle Konter nach Standardsituationen der Polen. Alleine in der Viertelstunde vor der Pause erspielten sich Bellarabi, Götze und Co. fünf hochkarätige Chancen. Nutzen konnten sie allerdings keine davon.

Kramer zieht bitteres Fazit

Und dann passierte das, was passieren musste: Kurz nach dem Seitenwechsel kamen die Polen zum ersten Mal gefährlich vor das deutsche Tor und Milik köpfte zum 1:0 ein. "Wer sie vorne nicht macht, bekommt sie halt hinten rein. Das ist eine Floskel, aber leider wahr", sagte Kramer.

In der Schlussphase packte der sonst so auf Ästhetik fixierte Löw dann sogar noch die Brechstange aus und brachte mit Lukas Podolski und Max Kruse zwei zusätzliche Stürmer, hinten stellte er auf Dreierkette um. Doch auch diese Maßnahme verpuffte und entpuppte sich letztlich als Sinnbild für das ganze Spiel. Denn während der deutsche Joker Podolski mit einer sehenswerten Direktabnahme nur die Latte traf (81.), machte der polnische Joker Mila nach Vorarbeit von Lewandowski mit einem seiner ersten Ballkontakte das entscheidende 2:0.

"Das sind so Niederlagen, die halt passieren", fasste Müller den Abend treffend zusammen. "So ist das eben im Sport", ergänzte Hummels. Und so blieb den deutschen Nationalspielern am Ende eines seltsamen Abends nichts anderes übrig als nach vorne zu blicken: "Zum Glück spielen wir ja am Dienstag schon wieder. Da können wir dann ja fast alles wieder gutmachen", sagte der immer noch amüsierte Kroos und verschwand in Richtung Mannschaftsbus.

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