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Nach 2:0 gegen DFB-Elf: Polen feiern wie Weltmeister

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Nach historischem Sieg  

"Wunder von Warschau": Polen feiern wie die Weltmeister

12.10.2014, 12:21 Uhr | sid

Nach 2:0 gegen DFB-Elf: Polen feiern wie Weltmeister. Freudentaumel bei der polnischen Nationalmannschaft: Lukasz Piszczek (2.v.re.) und Robert Lewandowski (re.) fallen sich um den Hals. (Quelle: imago/Newspix)

Freudentaumel bei der polnischen Nationalmannschaft: Lukasz Piszczek (2.v.re.) und Robert Lewandowski (re.) fallen sich um den Hals. (Quelle: Newspix/imago)

Als "Joker" Sebastian Mila in der 88. Minute mit dem 2:0 den historischen Sieg gegen den Weltmeister endgültig unter Dach und Fach gebracht hatte, brachen im Warschauer Nationalstadion alle Dämme. Die Stimme des Stadionsprechers überschlug sich, als er sechsmal hintereinander den Namen des Torschützen hinaus brüllte und über 50.000 glückselige Polen im Stadion und Millionen im ganzen Land immer wieder "Polska gola" skandierten.

Als fünf Minuten später der portugiesische Schiedsrichter Pedro Proenca das Spektakel auf dem Rasen beendete und der erste Sieg einer polnischen Nationalmannschaft nach zuvor 18 vergeblichen Anläufen gegen Deutschland in trockenen Tüchern war, ging die weltmeisterliche Party erst richtig los.

Podolski: "Sie feiern mehr als wir im Sommer den WM-Titel"

Ganz Polen war im Ausnahmezustand. "Die Polen feiern mehr als wir die Weltmeisterschaft im Sommer", äußerte der gebürtige Pole Lukas Podolski angesichts der Jubelszenen in der Arena. Auf dem Spielfeld lagen sich Spieler, Trainer und Betreuer der Weiß-Roten freudetrunken in den Armen, während sie auf den Rängen lautstark mit Sprechchören ihren Torwart Wojciech Sczesny huldigten, der die Deutschen im Minutentakt mit tollen Paraden zur Verzweiflung gebracht hatte.

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Muss die deutsche Elf nach der Niederlage in Polen um die Qualifikation für die EM 2016 bangen?

"Das ist doch mein Job", sagte der Torwart des FC Arsenal, der nur kurz vor Schluss einmal machtlos gewesen wäre. Ausgerechnet sein Vereinskollege Podolski hatte mit einem herrlichen Volleyschuss nur die Latte getroffen. "Man muss auch mal Glück haben", sagte Sczesny anschließend mit einem süffisanten Lächeln im Gesicht.

Piszczek: "Wir haben Geschichte geschrieben"

Die beiden Bundesliga-Stars Lukasz Piszczek und Robert Lewandowski, der als Letzter aus der Kabine kam, waren ebenfalls kurz nach dem Abpfiff noch berauscht. "Wir haben immer an uns geglaubt und haben uns heute selbst beschenkt. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl", sagte Bayern-Torjäger Lewandowski, der das 2:0 vorbereitet hatte. Dessen früherer Dortmunder Teamkollege Piszczek sah es ähnlich: "Wir sind überglücklich, dass wir zum ersten Mal gegen Deutschland gewonnen haben. Wir haben Geschichte geschrieben."

Polnische Presse spricht von einem "Wunder"

Dies war unter anderem auch Arkadiusz Milik zu verdanken. Der an Ajax Amsterdam ausgeliehene Bundesliga-Profi von Bayer Leverkusen hatte in der 51. Minute mit dem 1:0 die kleine Sensation eingeleitet. "Natürlich hatten wir auch Glück, aber das haben wir uns heute verdient", sagte Milik.

"Milik zum ersten! Mila zum zweiten! Weltmeister Deutschland auf den Knien. Historische polnische Spieler. Ihr seid großartig!", huldigte die Zeitung "Fakt" den polnischen Helden und die "Gazeta Wyborcza" schrieb euphorisiert: "Wenn man bislang nicht an Wunder geglaubt hat, konnte man in Warschau nun eines mit den eigenen Augen verfolgen."

Nächster Gegner von Polen heißt Schottland

Während ganz Polen auf Wolke Sieben war und in Warschaus historischer Altstadt noch bis in den frühen Morgen der Coup des Weltranglisten-70. gegen die Nummer eins der FIFA-Rangliste besungen und begossen wurde, dachte einzig und allein Polens Trainer Adam Nwalka schon wieder einen Schritt weiter.

"Das Wichtigste haben wir noch vor uns: Schottland. Der Schlusspfiff dieses Spiels war der Anpfiff für das nächste", sagte der 56-Jährige mit Blick auf kommenden Dienstag, wenn Polen seine Tabellenführung in der Gruppe D erfolgreich verteidigen will.

Dass der polnische Coach die Bravehearts aktuell stärker einschätzt als den Weltmeister, ließ er dann noch durch die Blume wissen. "Unser Plan war sehr einfach: Wir wollten gewinnen." Dass der historische Sieg nach dem Qualifikations-Warm-up in Portugal gegen Gibraltar (7:0) auch ein wichtiger Schritt in Richtung EM 2016 in Frankreich war, war dem früheren Nationalspieler aber auch bewusst: "Wir haben jetzt schon sechs Punkte und blicken sehr optimistisch in die Zukunft."

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