Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > EM 2016 >

EM 2016: Drei Spiele in drei Tagen in drei Hauptstädten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Auf Achse in der EM-Qualifikation  

Drei Länderspiele in drei Tagen in drei Hauptstädten

14.10.2014, 19:40 Uhr | t-online.de

EM 2016: Drei Spiele in drei Tagen in drei Hauptstädten . Englische Banner in Tallinns Altstadt und das Ullevaal-Stadion in Oslo (Fotos: t-online.de)

Englische Banner in Tallinns Altstadt und das Ullevaal-Stadion in Oslo (Fotos: t-online.de)

Von Sebastian Schlichting

Es ist Montag, 4:55 Uhr. Marc kommt ins Zimmer, reißt uns aus dem Schlaf und sagt, wir sollten langsam (und er meint schnell) aufstehen. Das Taxi komme in 20 Minuten. Ich wünsche mir einfach Ruhe. Geht natürlich nicht, schließlich steht Teil drei unserer Tour "Drei Länderspiele in drei Hauptstädten in drei Tagen" an. Das Ziel heißt Oslo mit dem Spiel Norwegen gegen Bulgarien und irgendjemand (genaugenommen ich selbst) hatte den Flug für 7.15 Uhr morgens gebucht.

Um 22.36 Uhr wird Schiedsrichter Olegario Benquerenca die Partie in Oslo abpfeifen. Und wir unsere Tour: Samstag Finnland gegen Griechenland in Helsinki (1:1), Sonntag Estland gegen England in Tallinn (0:1), Montag das Spiel in Oslo (2:1 für Norwegen), garniert mit Eishockey und Amateurfußball - ehrgeizig, kräftezehrend, aber ein Riesenspaß. Dank der UEFA und ihres ansonsten zurecht kritisierten Kaugummi-Spielplans in der EM-Qualifikation. Die aktuelle Runde ging von Donnerstag bis Dienstag.

"Das wird vielleicht etwas viel"

Theoretisch wären sogar noch Vilnius und Stockholm machbar gewesen, aber meine drei Mitstreiter meinten irgendwann: "Das wird vielleicht etwas viel." Auch so hatte es die Vorbereitung in sich. Ich kenne jetzt die Zeiten sämtlicher Fährverbindungen zwischen Helsinki und Tallinn, bin Experte in der Hotellandschaft Oslos, habe bei der Recherche nach dem "Rahmenprogramm" (Spiele ab der vierten Liga abwärts) per Mail einen Italiener kennengelernt, der auf Englisch eine Internetseite über den Fußball in Estland betreibt und weiß, dass "Suomen Palloliitto" für "Finnischer Fußballverband" steht. Die fast bis zur letzten Minute dauernde Vorbereitung fand erst vergangenen Freitag um sieben Uhr am Flughafen-Bus Richtung Frankfurt ihr Ende.

Zum Aufwärmen wollen wir am selben Abend noch das Eishockeyspiel zwischen Helsinki IFK und Turku PS mitnehmen. Daran scheitern wir jedoch fast. Was hilft die schönste Planung, wenn die Straßenbahn vom Hauptbahnhof - warum auch immer - eine Schleife durch halb Helsinki dreht. Wir sind dann doch mit dem ersten Bully in der Halle und sehen ein schönes 5:4.

UMFRAGE
Wie finden Sie die Tour "Drei Tage, drei Hauptstädte, drei Spiele"?

25 Zuschauer und ein Hund

Das Fünftliga-Finale wird wegen einer Verletzung abgebrochen.  (Foto: t-online.de)Das Fünftliga-Finale wird wegen einer Verletzung abgebrochen. (Foto: t-online.de) Samstag, unser erster offizieller "Matchday", wie ein Spieltag heute im UEFA-Sprech heißt. Da Finnland gegen Griechenland um 21.45 Uhr beginnt, haben wir Zeit für Sightseeing und kleinen Fußball. Erst Marktplatz und Dom, dann das Finale zwischen Helsinkis Fünftliga-Meistern FC IKTHYS und Club Latino Espanol (CLE). 25 Zuschauer und ein Hund sind beim Anpfiff mit uns auf dem Kunstrasenplatz Brahenkenttä anwesend. CLE gewinnt 3:0, freuen kann sich aber keiner so richtig. Das Spiel wird nach einer schweren Verletzung eines Spieler von IKTHYS und dem Einsatz von zwei Krankenwagen in der 75. Minute erst 25 Minuten unter-  und dann abgebrochen.

Abends geht es dann ins wunderschöne Olympiastadion - für die Spiele 1952 errichtet und seitdem nicht gravierend verändert - in dem sich Finnland und Griechenland ein nicht ganz so wunderschönes Spiel liefern.

Fahnen auf dem Schiff

Egal, ist ja nur das erste von drei Länderspielen. Abpfiff im Olympiastadion um 23.35 Uhr, neun Stunden später legt die Fähre gen Estland ab. Mit dabei sind jede Menge England-Fans, die ihre Fahnen bereits auf dem Schiff aufhängen und zahlreiche Finnen mit leeren Koffern, die vergleichsweise preiswert Alkohol in rauen Mengen kaufen.

Hier empfängt die dritte Mannschaft von Nomme Kalju FC ihre Gegner. (Foto: t-online.de)Hier empfängt die dritte Mannschaft von Nomme Kalju FC ihre Gegner. (Foto: t-online.de) In Tallinn angekommen, wiederholen wir den bewährten Ablauf: Stadt anschauen (die gut 2000 Engländer bevölkern nach und nach so ziemlich alle Kneipen in der Altstadt), unterklassigen Fußball in der fünften Liga mitnehmen, Länderspiel. Bei Punkt zwei zeigen wir Flexibilität und teilen uns in zwei Gruppen: Marc/Matthias beehren Maccabi Tallinn im Spiel gegen Koeru JK, Patrick und ich gönnen uns zeitgleich die dritte Mannschaft von Nomme Kalju FC gegen JK Retro. Die Partie im Hiiu-Stadion - mit kleiner Holztribüne und vielen Bäumen drumherum - ist etwas für Insider. Und uns. Die Zuschauerzahl ist knapp zweistellig, dafür gibt es zehn Tore - 2:8. Sehr schön.

"God save the queen" live

Der englische Block beim Spiel in Estland (Foto: t-online.de)Der englische Block beim Spiel in Estland (Foto: t-online.de) Jetzt schnell etwas essen und trinken und weiter zum ehemaligen Lilleküla-Stadion, das inzwischen nach einer Brauerei benannt ist. Trotzdem wurde ausgerechnet an der Zahl der Toiletten gespart. Zwei Handvoll für 10.000 Leute ist schmal kalkuliert. England überzeugt anfangs zumindest auf den Rängen. "God save the queen" live ist immer wieder ein Genuss. Eher rustikal geht es auf dem Rasen zu. Wayne Rooney trifft per Freistoß, die Engländer quälen sich trotz langer Überzahl zum Sieg.

Noch zwei Bier und dann ins Bett! Das wäre ein schöner Plan. In der Realität müssen wir zur Fähre, die uns nach Helsinki zurückbringt. Dann eben da noch zwei Bier und dann ins Bett. Für vier Stunden. Bis uns Marc kurz vor Ankunft des bestellten Taxis weckt.

Flip Flops bei drei Grad

In Oslo ist es kalt. Finden wir. Andere Reisende laufen bei etwa drei Grad in Flip Flops rum. In unserer Unterkunft platzt dann der Traum von einigen Stunden Schlaf. Auch das Angebot, einen Aufpreis zu bezahlen, lässt uns nicht früher als 14.30 Uhr einchecken. Also in fünf Stunden.

Macht nichts, wir waren alle noch nicht in Oslo. Also gleich auf in die Stadt. Ans Meer, zum Parlament, zum Schloss, in einen Skulpturen-Park, wir mobilisieren die letzten Kräfte. Das lohnt sich. Oslo zeigt sich nun in schönstem Sonnenschein. Abends dann der Schlussakt, im Ullevaal, das man erst als Stadion erkennt, wenn man drin ist. Davor fallen Büros, Bars und Geschäfte ins Auge. Norwegen schlägt Bulgarien, der 15 Jahre alte Martin Ödegaard stellt einen Rekord auf. Wir fahren zurück ins Hostel - und beratschlagen, wohin eine ähnliche Tour 2015 gehen könnte.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Cleverer Hund überwindet Gartenzaun mit Trick

Kaum zu glauben, wie der Hund es schafft zu seinen Freunden zu gelangen. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal