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Die harte Realität 100 Tage nach der Fußball-WM 2016

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100 Tage nach dem Titel  

Licht und viel Schatten bei den Weltmeistern

20.10.2014, 12:25 Uhr | t-online.de

Die harte Realität 100 Tage nach der Fußball-WM 2016. Thomas Müller und Mats Hummels: Kater nach der Weltmeisterparty. (Quelle: imago)

Thomas Müller und Mats Hummels: Kater nach der Weltmeisterparty. (Quelle: imago)

Heute ist es genau 100 Tage her, da feierte die deutsche Nationalmannschaft in Rio de Janeiro und die Fußball-Fans hierzulande auf den Straßen den vierten Stern für Deutschland. Mittlerweile ist nicht nur kalendarisch der Herbst eingezogen. Auch sportlich ist ein Großteil der umjubelten Weltmeister wieder im trüben Alltag angekommen.

"Uns ist bewusst, dass ein Rausch sehr schnell verfliegen kann - und die ersten Spiele haben das auch gezeigt", gestand DFB-Präsident Wolfgang Niersbach jüngst bei Sport1. Besonders die Titelgewinner des BVB sind gut drei Monate nach dem 1:0 über Argentinien auf dem harten Boden der Realität gelandet.

Ernüchterung in Dortmund

Mats Hummels, der mit seinem Tor gegen Frankreich das Viertelfinale im Maracana entschied, erlebt aktuell seine schwerste Krise mit den Dortmundern. Den Anfang der Saison verpasste der 25-Jährige zunächst verletzungsbedingt, und auch danach wurde es nicht besser. Die Abwehr um den BVB-Kapitän und Außenverteidiger Erik Durm leistet sich immer wieder katastrophale Aussetzer, beim 1:2 am Wochenende in Köln patzte Deutschlands Nummer Zwei Roman Weidenfeller.

Matthias Ginter, wie Weidenfeller und Durm ohne Einsatz in Brasilien, ist seit seinem Wechsel von Freiburg nach Dortmund immer noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Dass der Youngster mit der ganz großen Bühne noch überfordert ist, zeigte sich zuletzt beim 1:1 gegen Irland in Gelsenkirchen. Der fünfte BVB-Weltmeister, Kevin Großkreutz, gehört aktuell sogar schon nicht mehr zum DFB-Kader, ihm wurde wegen fehlender körperlicher Frische eine Länderspielpause von Löw verordnet.

Draxler außer Form, Höwedes gebeutelt

Beim Dortmunder Erzrivalen sieht es momentan nicht viel besser aus. Schalkes Jungstar und WM-Kurzarbeiter Julian Draxler (ein Einsatz als Joker) konnte erst am vergangenen Spieltag gegen Hertha BSC zum ersten Mal in dieser Spielzeit wirklich überzeugen. Bei seinem persönlichen Heimspiel gegen Irland war der 21-Jährige noch äußerst blass geblieben. Mannschaftskollege Benedikt Höwedes, Stammspieler auf der linken Abwehrseite in Brasilien, setzte ein Sehnenanriss wochenlang außer Gefecht.

Kontrastprogramm beim FC Bayern

Beim FC Bayern haben ebenfalls noch lange nicht alle Weltmeister zurück in die Spur gefunden. Allen voran Bastian Schweinsteiger geht derzeit durch ein ganz tiefes Tal. Seit dem Titelgewinn im Maracana hat der neue Kapitän der Nationalmannschaft aufgrund einer langwierigen Patellasehnenverletzung kein einziges Pflichtspiel absolviert. Einen Termin für das Comeback gibt es nicht.

Auch Joachim Löws Dauerbrenner wirkt müde: Thomas Müller, in der Liga mit drei Toren und fünf Vorlagen statistisch eigentlich in guter Form, machte sowohl beim 0:2 in Polen als auch beim Remis gegen die Iren keine gute Figur.

Doch der Rekordmeister hat auch einige positive Entwicklungen seit der WM zu verzeichnen. Finaltorschütze Mario Götze etwa. Der 22-Jährige scheint nach seinem Wechsel aus Dortmund endlich beim FC Bayern angekommen zu sein, mit sechs Treffern führt er derzeit die Torjägerliste der Bundesliga an. Abwehrspieler Jerome Boateng war im Endspiel einer der Besten und hat seine gute Form mit in die neue Saison genommen.

Tristesse in England

Bei den Legionären im deutschen Team zeigt sich besonders beim FC Arsenal ein diffuses Bild. Mesut Özil sorgt aktuell lediglich mit seinem Privatleben für Schlagzeilen, für den Mittelfeldspieler begann die neue Spielzeit sportlich katastrophal. In sechs Ligaspielen stand der 26-Jährige für die Gunners auf dem Platz, enttäuschte aber über weite Strecken. Danach zog er sich eine Knieverletzung zu - die Vorrunde ist für ihn gelaufen.

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Bei Lukas Podolski sieht es keineswegs besser aus. Löws einstiger Lieblingsschüler ist sowohl in der Nationalmannschaft als auch bei Arsenal nur noch Bankdrücker. Ob der Offensivspieler unter Trainer Arsene Wenger noch eine Zukunft hat, ist fraglich. Ein Wechsel im Winter steht im Raum. Einzig der nach dem Titelgewinn zurückgetretene Per Mertesacker zeigt auch in dieser Saison konstante Leistungen in London.

Kroos gesetzt, Khedira außen vor

In Spanien bietet sich ein ähnliches Bild. Mittelfeldmann Sami Khedira stand bei Real Madrid im Sommer schon auf dem Abstellgleis und sollte verkauft werden. Dann entschieden sich die Königlichen doch noch, weiterhin auf den 27-Jährigen zu setzen. Es blieb jedoch bei diesem Glücksmoment, seit dem zweiten Spieltag fehlt er mit einem Muskelbündelriss. Gerade mal eine gute halbe Stunde hat er in dieser Saison gespielt.

Toni Kroos hingegen, nach der WM mit viel Getöse vom FC Bayern zu Real gewechselt, befindet sich seit Monaten im Aufwind. Der 24-Jährige ging bei der WM in allen sieben Spielen über die volle Distanz, ist bei den Madrilenen Stammspieler unter Trainer Carlo Ancelotti, und auch im letzten DFB-Spiel gegen Irland zeigte er als einziger Profi eine gute Leistung.

Löw: "Das hatte ich fast erwartet"

Und der DFB? Der Bundestrainer nimmt die in weiten Teilen schwierige Situation gelassen. "Grundsätzlich fehlt einigen Spielern noch die geistige und körperliche Frische", sagte Löw nach dem müden Unentschieden gegen Irland. "Wir haben noch nicht das Tempo und die Präzision, das hatte ich fast erwartet. Man kann auch nicht erwarten, dass jeder nach dieser WM im Vollbesitz der geistigen und körperlichen Kräfte ist."

In den letzten beiden Länderspielen des Jahres gegen Gibraltar am 14. und Spanien am 18. November will Löw einen Großteil der Helden von Rio eine Verschnaufpause gönnen. Im neuen Jahr will der Weltmeister dann wieder voll angreifen.

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