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EM-Qualifikation: Bruder-Trio aus Gibraltar will Deutschland ärgern

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"Spiel des Lebens" in Nürnberg  

Gibraltars Brüder-Trio will den Weltmeister "ärgern"

13.11.2014, 16:20 Uhr | t-online.de, dpa

EM-Qualifikation: Bruder-Trio aus Gibraltar will Deutschland ärgern. Die drei Brüder Lee, Ryan und Kyle Casciaro (v. li.) spielen allesamt für die Nationalelf von Gibraltar. (Quelle: imago/BPI)

Die drei Brüder Lee, Ryan und Kyle Casciaro (v. li.) spielen allesamt für die Nationalelf von Gibraltar. (Quelle: BPI/imago)

Es ist schon jetzt eine der größten Underdog-Geschichten im Fußball: "Nobody" Gibraltar trifft in der EM-Qualifikation auf Weltmeister Deutschland (ab 20.30 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de). Doch die Chancen für die erste Teilnahme an einem großen internationalen Turnier liegen für das Team der Namenlosen bei null. Dennoch sorgt die Auswahl von Nationaltrainer Allen Bula für eine Besonderheit: der Nachname Casciaro kommt im Kader gleich drei Mal vor.

Im Mittelfeld und Sturm baut Bula auf Torjäger Kyle Casciaro, der im Juni beim 1:0 im Test gegen Malta für den ersten Sieg in Gibraltars Geschichte sorgte, und dessen zwei Brüder Lee (ebenfalls Stürmer) und Ryan (Innenverteidiger) - beides Polizisten. Alle drei spielen auf Vereinsebene für den Amateurklub Lincoln Red Imps FC. Kyle Casciaro ist Produktionsleiter eines Schifffahrtsunternehmens, von Montag bis Freitag im Einsatz, an Wochenenden ist er oft in Rufbereitschaft.

Aber auch den Nachnamen Chipolina gibt es doppelt: Der Zollbeamte Roy Chipolina und sein entfernter Verwandter Joseph, ein Verwaltungsangestellter, stehen bei den Gibraltarern in der Defensive. Das Duo steht ebenfalls beim Klub Lincoln Red Imps FC unter Vertrag.

UMFRAGE
Wie wird das Spiel zwischen Deutschland und Gibraltar ausgehen?

Nur ein Profi in der Auswahl Gibraltars

In der Auswahl des Fußball-Zwergs spielt Rechtsverteidiger Scott Wiseman als einziger Profi in der dritten englischen Liga. Nahezu alle anderen der für die vierte Partie der EM-Qualifikation nominierten Freizeit-Kicker von Coach Bula spielen und trainieren in den zwei Ligen Gibraltars - und das unter kuriosen Bedingungen.

Yogen Santos und Jeremy Lopez etwa absolvieren eines von drei wöchentlichen Trainings mit dem Erstligisten Manchester 62 FC auf dem Parkplatz hinter einem Hotel. "Oder wir laufen einfach auf der Straße", sagt Lopez. "Können Sie sich vorstellen, dass Bastian Schweinsteiger so etwas macht?" Eins steht fest: Für die Nationalspieler vom Mittelmeerfelsen wird die Partie in Nürnberg das Duell ihres Lebens.

Kapitän Chipolina: "Uns trennen zehn Welten"

"Manchmal muss ich mich selbst kneifen", sagt Kapitän und Innenverteidiger Chipolina, der die Weltmeister Thomas Müller und Mario Götze stoppen soll. Ein Klassenunterschied? "Uns trennen zehn Welten", betont der 31-Jährige, "aber eines Tages kann ich meinen Enkeln davon erzählen."

Dass der Fußball-Zwerg eine Klatsche kassiert, davon ist auszugehen. Coach Bula und seine Spieler sind dennoch schon als Sieger angereist. "Wir spielen gegen den Weltmeister, damit ist für mich schon ein Traum in Erfüllung gegangen", sagte Bula dem "Münchner Merkur". "Ich habe meinen Jungs gesagt, sie sollen das Match genießen."

"Balance zwischen Fußball, Job und Familie ist schwer"

Improvisieren gehört in Gibraltar zum Alltag. Kein Wunder, hat das britische Überseegebiet doch nur einen einzigen Fußballplatz. Und weil dieser den UEFA-Vorgaben nicht entspricht, muss Gibraltar die Heimspiele im 300 Kilometer entfernten Faro in Portugal bestreiten - am 13. Juni 2015 ist Deutschland dort zu Gast.

Zunächst steht das Nürnberg-Match an, das für viele ganz persönlich ein logistischer Kraftakt war. Für die Trips durch Europa müssen die Angestellten, Lehrer, Studenten und Feuerwehrleute nämlich Urlaub nehmen, bei zehn Länderspielterminen im Jahr kommen dabei gut und gerne 50 Tage zusammen.

"Die Balance zwischen Fußball, Job und Familie ist ohnehin schon schwer", berichtet Chipolina, "und dann geht auch noch der Jahresurlaub für Fußball drauf, so dass man seiner Frau erzählen muss, dass die Ferien in diesem Jahr ausfallen."

17 Gegentore in drei EM-Qualifikationsspielen

Bei ihren bisherigen Partien gegen Polen (0:7), Irland (0:7) und Georgien (0:3) haben die Kicker des jüngsten UEFA-Mitgliedsverbands bereits ordentlich Tore eingeschenkt bekommen. Gegen Deutschland hofft Keeper Jordan Perez auf maximal sechs - und damit weniger als Rekordweltmeister Brasilien im WM-Halbfinale im Sommer (1:7).

"Angst hat hier keiner!", tönte Perez in der Münchner "tz" und will ganz nebenbei mit Welttorhüter Manuel Neuer das Trikot tauschen. Ob es dazu kommen wird ist fraglich, zuletzt saß der hauptberufliche Feuerwehrmann nur noch auf der Bank, und Jamie Robba stand im Tor.

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