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EM-Quali Georgien - Deutschland: DFB-Elf im Ernsthaft-Modus

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Souveräner Sieg in Tiflis  

Die DFB-Elf schaltet in den Ernsthaft-Modus

30.03.2015, 11:25 Uhr | t-online.de

EM-Quali Georgien - Deutschland: DFB-Elf im Ernsthaft-Modus. Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Marco Reus (v.li.n.re.) bedanken sich bei den mitgereisten deutschen Fans. (Quelle: dpa)

Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Marco Reus (v.li.n.re.) bedanken sich bei den mitgereisten deutschen Fans. (Quelle: dpa)

Aus Tiflis berichtet Patrick Brandenburg

Der Weltmeister hatte offenbar doch mehr Respekt vor der Aufgabe beim krassen Außenseiter, als er zunächst zugeben wollte. "Der Ernst der Lage war nicht zu übersehen, wenn man vor dem Spiel auf die Tabelle geschaut hat", sagte Joachim Löw nach dem 2:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft in Georgien erleichtert und zufrieden. Angesichts des holprigen Starts in die EM-Qualifikation hatte der Bundestrainer den jüngsten Innovations-Schwenk kurzerhand wieder beendet. Ganz klassisch erledigte die DFB-Elf die heikle Aufgabe im Duell mit dem 126. der Weltrangliste. In Topbesetzung. Humorlos und souverän.

Dank des gleichzeitigen Patzers von Polen ist Deutschland in der Gruppe D wieder voll im Rennen. Nur noch ein Punkt beträgt der Rückstand auf den Spitzenreiter. Um im Boris-Paitschadse-Stadion von Tiflis die Voraussetzungen dafür zu schaffen, kehrte das Team ins 4-2-3-1-Wohlfühlsystem zurück, das im vergangenen Jahr in Rio die Grundlage für den WM-Triumph bildete. Nach all den bunten und teils gewagten Experimenten noch am vergangenen Mittwoch im Test in Kaiserslautern gegen Australien standen in Georgien zudem auch wieder acht echte und ein gefühlter Weltmeister in der Startelf.

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Schafft die DFB-Elf noch die Qualifikation zur EM 2016 in Frankreich?

Reus und Götze harmonieren wie in alten Zeiten

Selbst Bastian Schweinsteiger feierte nach etlichen Fehlmonaten sein Comeback im Nationaldress. Für den Bayern-Star war es das erste Länderspiel seit dem Titelgewinn und auch die Premiere als Kapitän. "Es war wichtig, dass er heute auf dem Platz stand. Mit seiner Erfahrung und seinem Rhythmus hilft er der Mannschaft", lobte Löw seinen Antreiber. Der Einfluss des Mittelfeldspielers aufs Spiel an sich war aber beschränkt. Schweinsteiger blieb klar unter seinen Möglichkeiten. In der 76. Minute sorgte er mit einem Beinahe-Eigentor sogar für die einzige Chance der hoffnungslos unterlegenen Gastgeber.

Da stand es allerdings schon 2:0 für den Favoriten durch den Doppelschlag kurz vor der Pause von Marco Reus (39. Minute) und Thomas Müller (44.). Mit einer wirklich guten ersten Hälfte hatte die DFB-Elf alle Zweifel beseitigt und in der stimmungsvollen Arena mit Sowjetcharme rechtzeitig für Ruhe gesorgt. "Da waren wir sehr dynamisch und haben das Spiel dominiert", lobte der Bundestrainer. Vor allem dank des energischen Auftritts von Reus, der dem Spiel des Weltmeisters eine weitere, offensive Note hinzufügte. Dortmunds Mittelfeld-Ass, das die WM verletzt verpasste, sorgte mit zwei deftigen Lattenkrachern (4., 60.) für weitere Highlights. Warum er nach gut einer halben Stunde freistehend vorbeischoss, kann er nur selbst beantworten. Teilweise war es sehr sehenswert, was Reus in Kombination mit seinem früheren BVB-Kollegen Mario Götze veranstaltete, auch Thomas Müller und mit Abstrichen Mesut Özil schalteten sich ein. Allein Reus kam am Ende auf mehr als doppelt so viele Torschüsse wie das gesamte Gastgeber-Team.

Viererkette strahlt Sicherheit aus

Mit der deutlichen Führung im Rücken musste die deutsche Mannschaft das Niveau nicht mehr halten. "In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel dann zu sehr verwaltet", kritisierte Löw aber nur milde. Der Weltmeister hatte viel Ballbesitz, ohne etwas draus zu machen. Toni Kroos als bestes Beispiel: Der Real-Star stellte mit insgesamt 170 Ballkontakten einen Rekord in der laufenden EM-Qualifikation auf. Fast 95 Prozent seiner Pässe kamen beim Mitspieler an! Richtig gefährlich wurden seine Aktionen aber trotzdem nicht.

Andererseits konnte sich der Bundestrainer darauf verlassen, dass in der Abwehr auch im schwächeren zweiten Durchgang in keiner Phase mehr etwas anbrannte. Nach dem Beinahe-Desaster mit einer Dreierkette gegen freche Australier gab die Rückkehr zur gewohnten Vier-Mann-Abwehr gegen die Georgier die nötige Sicherheit. Das war vielleicht etwas übervorsichtig, weil das Team des früheren Eintracht-Frankfurt-Verteidigers Kachaber Zchadadse selbst nach dem Rückstand nicht alles nach vorne warf und weiter "mit neun Mann wie beim Feldhandball vorm eigenen Tor stand", so Löw. Torwart Manuel Neuer musste nicht einen einzigen Schuss der Gastgeber parieren und hielt sich zwischenzeitlich sogar damit warm, einen Einwurf in der Mitte der eigenen Spielhälfte auszuführen. Aber es erfüllte die Maßgabe genau, voll konzentriert zu Werke zu gehen und geduldig das Risiko klein zu halten.

Schweinsteiger sieht Verbesserungsbedarf

Baustellen bleiben schließlich auch so noch genug. "Wir haben den ein oder anderen Fehler zu viel gemacht und müssen uns weiter verbessern", gab etwa Schweinsteiger selbstkritisch zu. Immerhin kann der Bundestrainer nun wieder aus dem Gefühl der Stärke agieren. Etwa bei der Feinarbeit im Mittelfeld, wo sich die Hochbegabten oft im Wortsinne auf den Füßen stehen. Gegen Beton-Gegner bleibt kaum Platz für die Spielentwicklung. Das war auch in Georgien so, wo Kroos und Özil versuchten, das Spiel aus dem Zentrum zu ordnen, doch auch Reus und Müller nach Innen zogen und zudem Sturmspitze Götze sich oft zurückfallen ließ und den Raum verdichtete. Das Flügelspiel der Nationalmannschaft lässt zu wünschen übrig. Dabei ist es doch gerade über die Seiten so unglaublich vielversprechend, defensive Teams zu knacken.

Auch bei den Außenverteidigern besteht weiter Verbesserungsbedarf. Kölns Youngster Jonas Hector hat sich weder beim Test in Kaiserslautern noch nun im EM-Quali-Ernstfall aufgedrängt. Auch Sebastian Rudy wirkt weiter wie eine Ersatzlösung. Obwohl der gelernte Mittelfeldspieler über Offensivpotenzial verfügt, konnte er gegen den Fußballzwerg Georgien kaum im Vorwärtsgang glänzen. Bis zu den heißen Duellen zu Hause gegen Polen, in Schottland und in Irland braucht der Bundestrainer eine Lösung mit Zukunft.

Löw denkt eher mittel- bis langfristig

Gut möglich, dass Löw an dieser Stelle kurzfristig wieder in den Testmodus zurückkehrt. Gelegenheit gibt es dazu im Juni beim Freundschaftsspiel gegen die USA sowie in der EM-Qualifikation gegen den Fußballzwerg Gibraltar. "Diese Partien ermöglichen es mir was auszuprobieren", kündigt der Bundestrainer bereits an.

Spätestens in der zweiten Jahreshälfte wird es dann aber wieder ebenso klassisch zugehen wie in Tiflis. Dann startet der Endspurt um die Tickets für die EM in Frankreich. Das Projekt "Flexibilität" hat der 55-Jährige eher mittel- bis langfristig angelegt, wie er im Bauch des altehrwürdigen Stadions von Dinamo Tiflis zugab: "Wir wollen 2016 oder bei der WM 2018 in der Lage sein, auch während des Spiels auf ein anderes System umstellen zu können."

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