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EM-Qualifikation: Joachim Löw setzt auf die richtigen Spieler

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Sieg über Polen  

Löws Spiel mit dem Feuer zahlt sich aus

05.09.2015, 13:58 Uhr | t-online.de

EM-Qualifikation: Joachim Löw setzt auf die richtigen Spieler. Die deutsche Nationalmannschaft ist der Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 mit dem Sieg über Polen ein großes Stück näher gekommen. (Quelle: imago/Avanti)

Die deutsche Nationalmannschaft ist der Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 mit dem Sieg über Polen ein großes Stück näher gekommen. (Quelle: Avanti/imago)

Aus Frankfurt berichtet Patrick Brandenburg

Nur für einen kurzen Augenblick verdüsterte sich Joachim Löws Miene. Als der Bundestrainer nach dem spektakulären Schlagabtausch gegen Polen die Schlussphase der ersten Halbzeit analysieren sollte, rutschten ihm im Bauch der Frankfurter Arena ungeliebte Vokabeln raus wie: "Fehler gemacht", "Chancen zugelassen". Insgesamt aber konnte er zufrieden sein mit dem 3:1 im Topspiel der EM-Qualifikationsgruppe D. Und mit sich selbst. Denn der 55-Jährige war gegen die Bialo-Czerwoni, die Weiß-Roten, einige Risiken eingegangen.

Das fing schon damit an, dass er im wichtigsten Länderspiel des Jahres einen Neuling brachte. Emre Can durfte als 76. Debütant der Ära Löw von Beginn an ran und half als rechter Außenverteidiger aus. Die andere Seite war nicht viel prominenter besetzt, dort agierte der Kölner Jonas Hector in seinem erst sechsten Länderspiel. Beide hatten den Auftrag, extrem hoch zu verteidigen, um das Spiel der Polen in die Breite zu ziehen.

Hector erledigte das richtig gut. Er hatte alle Varianten drauf. Erst rettete er im eigenen Strafraum (8. Minute), dann bereitete er das 1:0 durch Thomas Müller perfekt vor (12.). Fast hätte er sogar seinen ersten Länderspieltreffer erzielt. Über seine linke Seite lief viel im deutschen Spiel, sein überforderter Gegenpart, der Dortmunder Lukasz Piszczek, wäre vermutlich auch ohne Verletzung bald ausgewechselt worden. "Jonas hat mit seiner Klarheit, mit seinem seriösen Spiel, einen guten Eindruck gemacht", lobte Löw.

Löw: "Can ist andere Aufgaben gewöhnt"

Dagegen bot Can bei seinem Debüt eine höchstens durchwachsene Leistung. Im ersten Durchgang war er die Schwachstelle beim DFB-Team. Der Liverpooler begann seine A-Länderspiel-Karriere mit einem Fehlpass und einem Foul und setzte damit den Ton. Er konnte seine Seite nicht absichern, auch weil er es mit dem besten polnischen Akteur zu tun hatte: Kamil Grosicki vom französischen Erstligisten Stade Rennes lief Can mehrfach davon und bereitete mit seinem tollen Außenristpass auch den 1:2-Anschluss durch Robert Lewandowski vor. Löw bat trotzdem um Nachsicht. "Er ist von seinem Klub andere Aufgaben gewöhnt. Es war ein ordentliches Debüt." Das wurde es aber frühestens im zweiten Durchgang, als Grosicki die Puste ausging.

"Wir hatten nur ein Ziel heute: gewinnen", sagte Löw nach dem erfolgreichen Abend. Dieser nüchternen Betrachtungsweise entsprach das Spiel der DFB-Elf aber keineswegs. Denn trotz der Drucksituation traute sich der Bundestrainer zu weiteren Experimenten: Etwa zu der interessanten Versuchsanordnung, Kapitän Bastian Schweinsteiger bei eigenem Ballbesitz fast als klassischer Libero in der Dreierkette agieren zu lassen. Gerade in der 2. Halbzeit funktionierte das ordentlich. Nachdem Polen mit einem wilden Zwischenspurt vor der Pause das Spiel fast gekippt hätte, kam der 34. der FIFA-Weltrangliste kaum noch zu nennenswerten Torchancen. Bei der besten kullerte ein Abpraller von Krzysztof Maczynski knapp am Gehäuse von Manuel Neuer vorbei (59.).

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Götze gewinnt Bayern-Duell

Auch Karim Bellarabi war nicht unbedingt erste Wahl für die Startelf. Der Leverkusener machte seine Sache trotzdem gut, war der Ausgangspunkt beim ersten deutschen Treffer und auch sonst sehr gefährlich. Überhaupt kein Risiko dagegen war für Löw die Einwechslung von Ilkay Gündogan in der zweiten Halbzeit. Der Dortmunder brachte zusätzlichen Schwung ins ohnehin schon sehenswerte Offensivspiel. In der Schaltzentrale gelangen ihm einige tolle Anspiele, die weitere Hoffnung für die Zukunft geben.

In der Offensive hatte Löw zudem den richtigen Riecher damit, Mario Götze mit viel Vertrauen auszustatten. Der bei seinem Klub oft kritisierte WM-Finalheld zahlte es mit einem Doppelpack zurück (19., 82.), der die deutsche Mannschaft ganz nah an die EM 2016 ran bringt. Schon im nächsten Spiel in Schottland (Montag, ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) könnte die DFB-Elf die anfangs doch überraschend holprige Qualifikation so gut wie klarmachen. In der Nationalelf hat sich die leidige Diskussion um falsche und echte Neuner in der Sturmspitze zunächst erledigt. Zudem ging das FC-Bayern-interne Duell Götze vs. Lewandowski statistisch gesehen an den Deutschen.

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