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DFB-Team außer Tritt: "Wir müssen an einigen Stellschrauben drehen."

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DFB-Elf außer Tritt  

"So brauchen wir nicht nach Frankreich zu fahren"

12.10.2015, 09:45 Uhr | t-online.de

DFB-Team außer Tritt: "Wir müssen an einigen Stellschrauben drehen.". Jerome Boateng (oben), hier im Zweikampf mit Tornike Okriashvili, fand nach dem Zittersieg der DFB-Elf deutliche Worte. (Quelle: imago/DeFodi)

Jerome Boateng (oben), hier im Zweikampf mit Tornike Okriashvili, fand nach dem Zittersieg der DFB-Elf deutliche Worte. (Quelle: DeFodi/imago)

Aus Leipzig berichtet Sebastian Schlichting

Feiern wollte keiner. Nicht die Spieler, die nach dem zittrigen 2:1 gegen Georgien schleunigst Richtung Kabine entschwanden. Und nicht die Zuschauer, die mit Schlusspfiff rasch dem Ausgang des ungemütlich-kalten früheren Zentralstadions entgegenstrebten.

Aber einer feierte den Sieg der DFB-Elf nebst geschaffter EM-Teilnahme dann doch: Maskottchen Paule stürmte nach Schlusspfiff auf den Rasen und hüpfte herum als hätte Deutschland in Leipzig ein Spiel für die Ewigkeit abgeliefert.

Realistischer sahen es die Protagonisten selbst. "Mit so einer Leistung brauchen wir nicht nach Frankreich fahren", schimpfte Abwehrspieler Jerome Boateng bei RTL. "Grundsätzlich sind wir zufrieden, dass wir die Qualifikation geschafft haben. Aber das kann nicht unser Anspruch sein", fand Bundestrainer Joachim Löw - und bezog das gleich mit auf das 0:1 in Irland am Donnerstag.

DFB-Elf in der Einzelkritik 
Reus als Chancentod, Schürrle unsichtbar

Die Offensive zeichnet sich hauptsächlich durch Abschlussschwäche aus. mehr

Nicht zu erwartende Schwächen

Der Weltmeister rumpelte sich zum Gruppensieg, offenbarte jedoch auf der Zielgeraden gewaltige - und nach den Siegen im September gegen Polen und in Schottland so nicht zu erwartende – Schwächen. Löws Team spannte ungewollt den Bogen zur Frühphase der Qualifikation. Vor einem Jahr gab es eine Niederlage in Polen und ein Unentschieden gegen Irland.

Gegen Georgien erreichte die Schwäche vor dem Tor eine neue Dimension. Allein Marco Reus vergab in der ersten Hälfte so viele Gelegenheiten auf teils groteske Art, dass man hinter dem gegnerischen Kasten Max Schautzer wähnte, den Erfinder des TV-Formats "Pleiten, Pech und Pannen". Doch selbst Schautzer hätte einen Zusammenschnitt der deutschen Gelegenheiten vermutlich als zu unrealistisch abgelehnt.

Nur Kruse hat derzeit Vollstrecker-Qualitäten

"Wir sind momentan wie ein Boxer, der viele Treffer landet, aber nicht frühzeitig den K.o. schafft", sagte Löw, "und im Spielverlauf bringt das einen gewissen Frust mit sich.“ Bezeichnenderweise musste ein von Thomas Müller fünf Minuten nach dem Wechsel verwandelter Elfmeter her, um den zuweilen unorthodox, aber sehr erfolgreich agierenden Nukri Revishvili zu überwinden. In der 78. Minute bewahrte der eingewechselte Max Kruse Deutschland nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Jaba Kankava (53.) vor einer Blamage.

Es war Kruses erster Ballkontakt nach der Einwechslung für den völlig neben sich stehenden André Schürrle. Mehr Effizienz geht nicht. Doch diese Qualität hat Kruse im Moment exklusiv. Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um einen fehlenden Vollstrecker sagte Löw: "Man sollte jetzt nicht glauben, dass wir jemanden wie früher Horst Hrubesch benötigen." Reus, Müller oder Schürrle hätten Vollstrecker-Qualitäten.

Zittriger Sieg 
"Erkennen wir alle, dass da einiges zu tun ist"

Ein unzufriedener Bundestrainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Georgien. Video

Problem: Sie zeigen sie im Nationalteam aktuell nicht. Was Torwart Manuel Neuer hörbar nervt: "Im Training schießen wir 50 Tore, ein Ball nach dem anderen fliegt ins Netz. Wir brauchen vorne den Killerinstinkt und machen uns das Leben selbst schwer.“

Neuer verhindert Blamage

So absurd es aufgrund der Chancenverteilung vor der Pause klingt, aber ohne mehrere Klasse-Paraden von Neuer hätte Deutschland das Spiel sogar verlieren können. Denn zur Abschlussschwäche gesellte sich zeitweise auch noch eine gefährliche Unordnung in der Defensive - gegen die Nummer 110 der FIFA-Weltrangliste. "Ich bin geschafft", bekannte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach nach Abpfiff.

Das Frankreich-Ticket ist, ungeachtet aller Unzulänglichkeiten, gelöst. Nun bleiben Löw acht Monate Zeit bis zur EM. Es gibt sehr viel zu tun. Oder in den Worten des Bundestrainers: "Wir müssen an einigen Stellschrauben drehen." Damit die deutsche Mannschaft bei der EM in der Form auftritt wie es Mittelfeldspieler Toni Kroos bereits jetzt prognostizierte: "Sehr, sehr stark."

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