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EM 2016: Trotz-Terror-Angst ist Turnier-Absage "keine Option"

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"Kampf aufnehmen, nicht kapitulieren"  

Trotz Terror-Angst: EM-Absage ist "keine Option"

15.11.2015, 12:18 Uhr | dpa

EM 2016: Trotz-Terror-Angst ist Turnier-Absage "keine Option". Großes Polizeiaufgebot vor dem Pariser Stade de France.  (Quelle: Reuters)

Großes Polizeiaufgebot vor dem Pariser Stade de France. (Quelle: Reuters)

Näher kam der Terrorismus dem Fußball noch nie. Die furchtbaren Anschläge direkt vor dem EM-Endspielstadion Stade de France haben dem Sport die eigene Verwundbarkeit in dramatischer Weise vor Augen geführt und große Zweifel an einem fröhlichen Sommer-Turnier in Frankreich geweckt.

Verfolgen Sie die Ereignisse in Frankreich im Live-Blog

Eine Absage der EM vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 in neun französischen Städten ist aber für die UEFA keine Option. Solidarität, Unterstützung, aber keine Kapitulation!

Terror in Paris 
Heftige Detonation war selbst im Stadion zu hören

Inzwischen ist die deutsche Nationalmannschaft wieder sicher in Frankfurt gelandet. Video

"Wenn man die EM jetzt infrage stellt, würde man sich den Regeln der Terroristen beugen", sagte Turnier-Cheforganisator Jacques Lambert französischen Medien. "Wir werden die notwendigen Entscheidungen treffen, damit die EURO 2016 mit den bestmöglichen Sicherheitsmaßnahmen stattfinden wird", so Lambert weiter.

DOSB-Chef Hörmann: keine Kapitulation

In dieser Haltung wird er auch von deutschen Spitzenfunktionären unterstützt. "Wenn man die EM jetzt absagen würde, dann käme dies einer Kapitulation vor den Verbrechern gleich. Das darf nicht passieren", sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Sicherheit bei EM 2016 wird auf höchste Stufe gehoben

Dieses Versprechen klingt angesichts der Dramatik in St. Denis mit drei Detonationen direkt hinter der Gegentribüne der riesigen Betonschüssel während des deutschen Länderspiels nach einer Beruhigungspille. Andere Möglichkeiten haben die EM-Macher derzeit auch nicht.

Klar ist: Die EM wird zu einer der größten Sicherheitsoperationen in der Sportgeschichte werden. "Europa, die Welt muss zusammenstehen und den Kampf aufnehmen, so wie es Frankreichs Staatspräsident Hollande gesagt hat", betonte Hörmann.

Anschläge auch für die UEFA ein Albtraum

Die Europäische Fußball-Union beschränkte sich zunächst auf eine knappe schriftliche Mitteilung. "Die UEFA ist tief geschockt und traurig über die tragischen Ereignisse und möchte Frankreich und denjenigen, die von diesen schrecklichen Akten betroffen sind, ihre Unterstützung und Solidarität ausdrücken", teilte der Verband mit.

Für alle anstehenden Länderspiele wurden Schweigeminuten und Trauerflor für alle Spieler angeordnet.

Erste Reaktion 
Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich tief betroffen

In ihrer Ansprache kündigt sie eine gemeinsame Antwort an: "Dieser Angriff auf die Freiheit gilt nicht nur Paris." Video

Für die UEFA ist die Anschlagsserie mit insgesamt mehr als 120 Toten ein wahr gewordener Albtraum. In nur vier Wochen sollen die sechs EM-Vorrundengruppen ausgelost werden. Die Show im Le Palais de Congrès de Paris an der Porte de Maillot im Westen der Stadt ist ein Meilenstein auf dem Weg zum größten Kontinentalturnier mit erstmals 24 Mannschaften und 51 Spielen.

Verbandsboss Le Graët: Sorgen sind größer geworden

Auch DFB-Teammanager Oliver Bierhoff soll dann vor den Augen der Fußball-Welt wieder einer der Stargäste sein und die Lose ziehen. Da eine Absage keine Alternative ist, wird das Event nun zu einer absoluten Hochsicherheitsveranstaltung mit mulmigen Gefühlen werden.

"Es wurden viele Vorsichtsmaßnahmen getroffen, aber wir müssen sehen, dass Terroristen jederzeit zuschlagen können. Wir hatten Sorge wegen der EM, jetzt ist die Sorge noch größer", sagte der Präsident des französischen Verbandes, Noël Le Graët, unmittelbar nach den Ereignissen noch in den Katakomben des Stade de France.

Risiko besteht eher außerhalb der Stadien

Bereits vor einigen Wochen hatte Lambert betont: "Von Beginn an wussten wir, dass die Sicherheitsfrage der Schlüssel für ein erfolgreiches Turnier sein wird." Angesichts der Anschläge auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" im Januar dieses Jahres hatte er angemerkt, Terrorismus sei kein theoretisches Risiko mehr, sondern ein mögliches. Das wurde nun auf fürchterliche Weise belegt.

"Die Sicherheit in den Stadien funktioniert gut", beteuert Lambert. "Das Risiko besteht mehr in den Straßen, bei spontanen Zusammenkünften."

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