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Marseillaise im Wembley: Fußball-Welt soll französisch sprechen

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Marseillaise in London  

"Wembley öffnet seine Arme für ein Land in Trauer"

17.11.2015, 14:47 Uhr | dpa

Marseillaise im Wembley: Fußball-Welt soll französisch sprechen. Antoine Griezmann  (Quelle: imago/VI Images)

Antoine Griezmann (Quelle: VI Images/imago)

Es wird ein Symbol für die Verbundenheit mit Frankreich: Aus 90.000 Kehlen soll vor dem Spiel der "Équipe Tricolore" gegen England (Dienstag, um 21 Uhr) die berühmte Marseillaise erklingen.

Ob englische Fans oder neutrale Zuschauer, ob französische Spieler oder die Mannschaft aus dem Mutterland. Im berühmten Wembleystadion soll die Fußball-Welt vier Tage nach den schrecklichen Attentaten von Paris und Saint-Denis französisch sprechen. Auch beim Testspiel zwischen der DFB-Elf und den Niederlanden wird debattiert, den Text der Marseillaise einblenden und singen zu lassen.

"Wembley öffnet seine Arme für ein Land in Trauer", titelte die "Times". Dass das Match nach dem Schock von Paris überhaupt stattfindet, bezeichnet Innenministerin Theresa May als Zeichen, dass "die Terroristen nicht gewinnen werden".

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"Historischer Moment voller Emotionen"

"Das Spiel wird eine ernsthafte Angelegenheit, aber eine, die zeigt, dass die Fußball-Welt vereint ist gegen solche Grausamkeiten", sagte Englands Coach Roy Hodgson. Der Text der französischen Nationalhymne soll auf den Leinwänden im Stadion für alle zum Mitsingen eingeblendet werden. "Das wird ein historischer Moment voller Emotionen", schrieb die französische Sportzeitung "L'Équipe".

Wie der britische "Telegraph" berichtet, planen die Spieler der englischen Mannschaft zudem eine gemeinsame Aktion für ihre Kollegen aus Frankreich. Nicht wenige aus dem Team des Gastgebers der EM im kommenden Jahr verdienen auf der Insel in der Premier League ihr Geld.

Reaktionen aus der französischen Mannschaft auf die Entscheidung, die Partie wie geplant auszutragen, gibt es nicht. Seit dem 2:0-Sieg gegen Deutschland, der angesichts von mindestens 129 Toten und über 350 Verletzten keinerlei Bedeutung mehr hat, äußerte sich keiner der Akteure öffentlich. "Ich verstehe die Emotionen der Spieler", sagte Frankreichs Verbandschef Noel Le Graet der "L'Équipe". Die Idee sei aber von allen akzeptiert worden. 

Selbst die Betroffenen sind dabei

Was auch dadurch belegt scheint, dass selbst die persönlich betroffenen Lassana Diarra und Antoine Griezmann zum selben 23-köpfigen Kader gehören, der die Reise nach London antrat, der auch schon gegen Weltmeister Deutschland von Trainer Deschamps nominiert worden war.

Diarra betrauert den Tod einer Cousine bei den Anschlägen, Griezmanns Schwester entkam aus der Konzerthalle Bataclan.

Fans sollen früher anreisen

Le Graet meinte, dass die Spieler Wettkämpfer seien, sobald sie auf dem Spielfeld sind. Ob das in diesem Falle so einfach ist, darf bezweifelt werden. Unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen wird das letzte Länderspiel der Franzosen und Engländer in diesem Jahr stattfinden. Die Fans sind bereits angehalten, früher als sonst zu kommen, weil die Kontrollen mehr Zeit in Anspruch nehmen könnten.

Zu was die Spieler dann fähig sind, wird sich zeigen. Die Tage vor der Partie hatten mit Vorbereitung geschweige denn Einstimmung auf einen weiteren Klassiker im europäischen Fußball nichts zu tun. Das Stade de France verließ die Mannschaft geschockt gegen drei Uhr am Samstagmorgen. Alle öffentlichen Termine desselben Tages wurden abgesagt.

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