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DFB-Team: Planung für EM 2016 im Schatten des Terrors von Paris

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Mulmige Rückkehr nach Paris  

EM-Planung des DFB im Schatten des Terrors

17.11.2015, 12:19 Uhr | sid

DFB-Team: Planung für EM 2016 im Schatten des Terrors von Paris. Unter Bewachung: Die deutsche Nationalmannschaft genoss beim Training in Barsinghausen Polizeischutz. (Quelle: dpa)

Unter Bewachung: Die deutsche Nationalmannschaft genoss beim Training in Barsinghausen Polizeischutz. (Quelle: dpa)

Es wird eine beklemmende Rückkehr an den Ort des Schreckens. In nicht einmal einem Monat müssen Joachim Löw und Oliver Bierhoff zurück nach Paris. Dorthin, wo sie am vergangenen Freitag mit der deutschen Nationalmannschaft eine "entsetzliche und für uns alle schockierende Nacht" erlebten, wie Bundestrainer Löw sagte. Am 12. Dezember steht in Paris die Auslosung der EM-Gruppen an.

Teammanager Bierhoff wurde mulmig bei dieser Vorstellung. "Natürlich macht man sich darüber Gedanken", sagte er zur anstehenden Rückkehr in die französische Hauptstadt. Und er fügte an: "Wir werden alle in unseren Alltag zurückfinden müssen."

Freude - das Gegenteil ist der Fall

Der Termin steht seit Monaten im Kalender der Verantwortlichen des DFB. Seit die Weltmeister am 11. Oktober mit dem mühsamen 2:1 im letzten Qualifikationsspiel in Leipzig gegen Georgien das Ticket für die Endrunde lösten, ist er dick unterstrichen. Doch nach dem Terror von Paris blicken Löw und Bierhoff mit anderen Augen auf die Auslosung im Palais des Congrès.

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Eigentlich hätte die Veranstaltung die Vorfreude auf die EM 2016 (10. Juni bis 10. Juli) steigern sollen. Nun ist das Gegenteil der Fall. Der Kongresssaal liegt nur fünf Kilometer entfernt vom Hotel Molitor am anderen Ende des Stadtwalds Bois de Boulogne, wo dieser schwarze Freitag mit einer Bombendrohung gegen das deutsche Team-Hotel begonnen hatte.

"Maßnahmen bringen Veränderungen mit sich"

Für Löw und Bierhoff kommt dem Thema Sicherheit in den EM-Planungen plötzlich eine ungeahnte Bedeutung zu. Es werde "Maßnahmen geben, die Veränderungen mit sich bringen für Fans, für Journalisten und für uns", sagte Bierhoff. Löw meinte wiederum: "Ich bin mir sicher, dass die französische Regierung alles tun wird, um die Spiele und das Turnier sicher zu machen."

Das Turnier als solches wollen sie nicht infrage stellen. "Es macht wenig Sinn, jetzt über ein anderes Land zu diskutieren. So etwas könnte in einem anderen Land auch passieren", sagte Löw. Doch der Bundestrainer dürfte froh sein, dass er mit seinen Weltmeistern während der Endrunde abgeschieden in Évian-Les-Bains wohnen wird - und nicht im Großraum Paris, wie zwischendurch erwogen.

Geist von Campo Bahia wiederbeleben

Spätestens fünf Tage vor dem ersten Gruppenspiel geht es von Ascona im Tessin, wo Ende Mai die EM-Vorbereitung beginnen soll, an den 250 Kilometer westlich gelegenen Genfer See. Dort hat Bierhoff das Hotel Ermitage in der Hoffnung gebucht, in diesem exquisiten Quartier den legendären Geist vom Campo Bahia 2014 wiederbeleben zu können - er hatte 2014 zum WM-Titel geführt.

Bierhoff glaubt in dem Kurort im Département Hochsavoyen, weltbekannt für sein Mineralwasser, Heilbäder und gutes Klima, ideale Bedingungen vorzufinden. Das Hotel und den Trainingsplatz im Stade Camille Fournier trennen nur 1000 Meter. Der Genfer Flughafen ist 45 Kilometer entfernt und in einer Autostunde erreichbar.

"Für das Quartier sind uns Kompaktheit und kurze Wege wichtig", sagte Bierhoff. Die 1909 erbaute und 2010 renovierte Unterkunft in einem 27 Fußballfelder großen Park biete "exzellente Voraussetzungen, um in Ruhe arbeiten, trainieren und regenerieren zu können".

Vierter Test im neuen Jahr

Bis zum Einzug stehen Löw nach den von den Pariser Anschlägen überschatteten und deshalb sportlich wertlosen Länderspielen in Frankreich und gegen die Niederlande noch vier weitere Tests zur Verfügung. Am 26. März empfängt Deutschland zunächst England in Berlin. Drei Tage später geht es in München gegen Italien.

In der unmittelbaren Vorbereitung soll in der Schweiz oder Österreich sowie die Generalprobe vor eigenem Publikum gespielt werden. Die Gegner werden erst nach der Gruppenauslosung festgelegt. Nach dieser baldigen Rückkehr nach Paris also, die sich Löw und Bierhoff sicherlich anders vorgestellt haben.

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