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EM 2016: Joachim Löw lüftet Geheimnisse um Nationalmannschaft

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EM 2016  

Löw lüftet weitere EM-Geheimnisse

03.06.2016, 16:39 Uhr | dpa

EM 2016: Joachim Löw lüftet Geheimnisse um Nationalmannschaft. Joachim Löw hat die Testphase beendet, jetzt sind die Stammkräfte gefordert.

Joachim Löw hat die Testphase beendet, jetzt sind die Stammkräfte gefordert. Foto: Christian Charisius. (Quelle: dpa)

Ascona (dpa) - Joachim Löw probt den Ernstfall. Acht Tage vor dem Kampf um die ersten EM-Punkte legt der Chef der deutschen EM-Mission den Großteil seiner Personalgeheimnisse offen.

"Die Testphase ist für uns vorbei. Wir wollen zeigen, dass wir bereit sind", verkündete Löws Assistent Thomas Schneider zum Abschluss des Trainingslagers der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Ascona. "Die Mannschaft hat sehr fokussiert gearbeitet", sagte Löw in der ARD vor seinem fünften Turnier als Chefcoach. "Umso näher es zum Turnier geht, umso mehr steigt die Spannung."

In der Arena auf Schalke wird Löw weitgehend jene Startelf aufbieten, die er auch in sein fünftes Turnier schicken will. Alle Karten aufdecken wird der Bundestrainer am Samstag (18.00 Uhr) gegen Sparringspartner Ungarn traditionell aber noch nicht. Auch bei den Generalproben vor seinen bisherigen vier Turnieren als DFB-Chefcoach hatte Löw stets noch ein, zwei Startelf-Positionen offen gelassen.

Dieses Mal sind noch drei der elf Plätze für das erste EM-Spiel am 12. Juni in Lille gegen die eisenharten Ukrainer umkämpft. Wer besetzt die Position des einstigen Kapitäns Philipp Lahm auf der rechten Abwehrseite? Wer ist der zweite Innenverteidiger neben Jérôme Boateng? Und wer darf auf der linken offensiven Außenbahn starten?

Gegen die Ungarn, die mit ihrem Stil den EM-Vorrundengegnern Ukraine, Polen und Nordirland ähneln, könnten der Schalker Benedikt Höwedes, Shkodran Mustafi vom FC Valencia und überraschend Turnier-Oldie Lukas Podolski diese Positionen besetzen. "Er hat Spaß und ist mit großem Selbstvertrauen zu uns gekommen. Er wirkt sehr austrainiert, ist spritzig", beschrieb Co-Trainer Schneider die "sehr gute Verfassung" des 127-maligen Nationalspielers Podolski. Am Spieltag feiert der erfolgreichste Torschütze im EM-Kader (48 Tore) 31. Geburtstag.

Die Fitness wird beim Turnier vom 10. Juni bis 10. Juli in Frankreich wie schon bei der WM vor zwei Jahren in Brasilien eine herausragende Rolle spielen. "Es ist wichtig für uns, dass fitte Spieler auf dem Platz stehen, die zu hundert Prozent leistungsfähig sind", erklärte Thomas Müller. Der Torjäger des FC Bayern wird ebenso wie sein Clubkollege Manuel Neuer, Champions-League-Sieger Toni Kroos und Mesut Özil wieder seine Stammposition in Löws Elf besetzen. "Ich bin gespannt, was wir abliefern werden", sagte Co-Trainer Schneider.

Die sportliche Leitung sieht den dreimaligen Europameister schon gut vorbereitet nach dem zehntägigen Trainingscamp am Lago Maggiore. "Grundsätzlich sind wir auf einem guten Weg", sagte der Bundestrainer. "Wir haben eine gute Mischung in der Mannschaft. Es ist schön anzusehen, wie die Führungsspieler Verantwortung übernehmen und die jungen Spieler einbinden", berichtete Teammanager Oliver Bierhoff. "Das macht mir Hoffnung, dass wir es im Griff haben, wenn es ernst wird und die schwierigen Phasen kommen."

Auch die Mischung zwischen Konzentration und Spaß passte. Vor ihrem Abflug in die Heimat stimmten sich die 22 gesunden Spieler im Stadio Comunale von Ascona mit einem kurzen Handballspiel, bei dem nur Kopfballtore erlaubt waren, auf die Generalprobe ein. Allein Innenverteidiger Mats Hummels absolviert nach seinem Muskelfaserriss in der Wade noch abseits der Kollegen ein Aufbauprogramm.

In der kommenden Woche soll der Neu-Münchner "langsam mit dem Ball beginnen", kündigte Löw an. Hummels wird zwar das erste Turnierspiel verpassen. Aber generelle Zweifel hat der 56-Jährige nicht, dass der Innenverteidiger im Turnierverlauf eingreifen könne: "Das Turnier ist lang, hat viele kräftezehrende Spiele. Auf jeden Fall ist klar, dass Mats zurückkommt und dann zur Verfügung steht."

Auch die zweite Trainingsverspätung von Turnierneuling Antonio Rüdiger zum Abschluss der elf Übungstage in der Schweiz trübte die positive Stimmung nicht. Löw hatte die Einheit schon angepfiffen, musste dann aber auf den Profi vom AS Rom warten. Die Teamkollegen hatten Spaß. Löw ermahnte den 23 Jahre jungen Rüdiger, der ein heißer Anwärter auf die Rolle von Hummels in der ersten Turnierphase ist.

"Es ist ein gutes Gefühl da, wenn man merkt, wie die Mannschaft jetzt zusammenwächst, wie eine gute und sehr entschlossene Atmosphäre herrscht", sagte Bierhoff. Dies soll mit dem 250. Heimsieg in der Geschichte der Nationalmannschaft auf die Fans übertragen werden. "Ein positives Ergebnis würde uns natürlich Selbstbewusstsein geben", sagte Weltmeister Özil. Löw will auch taktisch Fortschritte zum jüngsten 1:3 im missglückten Test vor einer Woche gegen die Slowakei sehen: "Die wichtigsten Themen sind: Wie können wir gegen vorrangig defensiv stehende Gegner agieren und Konter vermeiden?"

Gegen die Ungarn soll auch der lange verletzte Kapitän Bastian Schweinsteiger erstmals wieder - wie selbst gewünscht - zum Einsatz kommen. "Basti stahlt die pure Spielfreude aus. Man merkt ihm einfach an, dass er wieder Spaß hat. Er ist bereit für 20 Minuten", berichtete Schneider. Der 31 Jahre alte Schweinsteiger steht nach zwei Knieverletzungen seit Wochenbeginn wieder im Teamtraining.

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