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Fußball: Verletzte bei Randale in Marseille - keine UEFA-Sanktionen

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EM 2016  

Verletzte bei Randale in Marseille - keine UEFA-Sanktionen

11.06.2016, 20:53 Uhr | dpa

Fußball: Verletzte bei Randale in Marseille - keine UEFA-Sanktionen. Die Polizei will bei weiteren Ausschreitungen in Marseille gewappnet sein.

Die Polizei will bei weiteren Ausschreitungen in Marseille gewappnet sein. Foto: Guillaume Horcajuelo. (Quelle: dpa)

Marseille (dpa) - Bilder der Gewalt zum EM-Auftakt in der südfranzösischen Hafenmetropole Marseille: Bei teils brutalen Zusammenstößen zwischen Fangruppen vor dem Europameisterschaftsspiel England gegen Russland sind am Samstag mindestens fünf Menschen verletzt worden.

Ein britischer Fußball-Fan schwebt nach Angaben von Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve in Lebensgefahr.

An den gewalttätigen Auseinandersetzungen waren nach übereinstimmenden Berichten französischer Medien neben englischen und russischen auch französische Randalierer beteiligt. Sechs Krawallmacher wurden festgenommen.

Auf Fernsehbildern und Internetvideos war zu sehen, wie verschiedene Gruppen an unterschiedlichen Stellen um den alten Hafen der Mittelmeerstadt mit Stühlen oder Eisenstangen aufeinander losgingen. Zudem wurde mit Flaschen oder anderen Gegenständen geworfen. Sicherheitskräfte gingen gegen die Randalierer vor und setzen dabei auch immer wieder Tränengas ein.

Die Europäische Fußball-Union sieht derzeit keine Sanktionsmöglichkeiten gegen die EM-Teams aus England und Russland. "Die UEFA kann nur disziplinarisch aktiv werden, wenn die Vorfälle im Stadionbereich passieren", sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.

Zuvor hatte der Verband mit einem kurzen Statement reagiert. "Die UEFA verurteilt entschieden die Vorfälle in Marseille. Menschen, die sich an solchen Gewaltakten beteiligen, haben keinen Platz im Fußball", hieß es am Samstagabend von den EM-Organisatoren. Auch Innenminister Cazeneuve verurteilte die Ausschreitungen scharf.

Nach ersten Zusammenstößen in den vergangenen Tagen hatte die Polizei angekündigt, weiter hart bei Ausschreitungen durchzugreifen. Vor dem Spiel der Engländer gegen Russland seien 1200 Polizisten in der Stadt mobilisiert, sagte der Polizeipräfekt von Marseille, Laurent Nuñez, am Samstag.

Auch auf der Fanmeile der französischen Hafenstadt sollen die Anhänger beider Mannschaften getrennt werden. "Die Russen kommen in einen Bereich und die Engländer in einen anderen", kündigte Nuñez im Sender BFMTV an. Dort sowie am Stadion war die Stimmung bis kurz vor Spielbeginn (21.00 Uhr) entspannt.

Nach dem Spiel ist die Polizei laut Nuñez ebenfalls auf Zusammenstöße am alten Hafen vorbereitet. Es gebe dabei sicher die üblichen Provokationen zwischen den einzelnen Gruppen. "Wir werden sehr konsequent vorgehen", kündigte der Polizeipräfekt an.

Bereits am Donnerstag und Freitag war es mehrfach zu Zusammenstößen mit englischen Fans in Marseille gekommen. Die Polizei setzte dabei am alten Hafen jeweils Tränengas ein. Die Behörden schätzen die Auseinandersetzungen dabei noch als kleinere Zwischenfälle ein.

Kevin Miles, Chef der englischen Fanvereinigung, sagte am Samstag dem englischen Sender Sky Sport News: "Es waren einige bedauerliche Szenen, das kann man nicht leugnen." Doch sei dies eine Minderheit der Fans. "Die große Mehrheit hat eine großartige Zeit, sie sind laut, haben eine Party und genießen das tolle Wetter."

Miles sieht englische Fans auch als Opfer von Attacken. "Es waren Gruppen von Einheimischen und Gruppen von Russen, die hierherkommen und die Gewalt gestartet haben", sagte Miles. Einige Engländer hätten sich verteidigt. Auch Alkohol spiele dabei eine Rolle. "Es gibt englische Fans, die deutlich zu viel getrunken haben und nicht wissen, wie sie sich in solchen Situationen verhalten sollen."

Randale englischer Fans hatte es ebenfalls in Marseille während der Weltmeisterschaft 1998 gegeben. Damals hatten sich zumeist betrunkene Anhänger der Three Lions über zwei Tage heftige Auseinandersetzungen mit einheimischen Jugendlichen und tunesischen Fans geliefert. Dutzende Menschen wurden verletzt.

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