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Randale bei EM 2016: Hooligans liefern sich Jagdszenen in Marseille

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Jagdszenen in Marseille  

Russische Hooligans stürmen englischen Block

12.06.2016, 18:58 Uhr | dpa, rtr

Der Fußball geriet beim 1:1 (0:0) zwischen England und Russland zur Nebensache. Nur wenige Augenblicke nach dem Schlusspfiff bei der EM-Partie in Marseille griff eine größere Gruppe russischer Hooligans englische Fans im Nachbarblock an. Rund um das Stade Velodrome in Marseille kam es zu Jagdszenen.

Die gewalttätigen Stadionbesucher warfen Gegenstände und konnten auch von Sicherheitskräften nicht gestoppt werden. Mehrere Männer prügelten auf einen Fan im England-Trikot ein, andere Anhänger der Three Lions wurden getreten. Die Engländer flüchteten in Panik von den Stadionrängen. Die Ausschreitungen in Marseille setzten sich bis tief in die Nacht fort.

Zweifel am Sicherheitskonzept

Die Vorfälle lassen Zweifel am Sicherheitskonzept der Polizei aufkommen. Als die Randale ausbrach, schauten Ordner zunächst tatenlos zu, bevor sie eingriffen, um die gegnerischen Fans voneinander zu trennen. Bilder zeigten unter anderem einen Vater, der versuchte, seinen Sohn zu schützen, während um ihn herum russische maskierte Fans auf Zuschauer einprügelten und eintraten.

Foto-Serie mit 4 Bildern

Polizei setzt Tränengas ein

Bereits an den beiden Vorabenden war es im Alten Hafen von Marseille und kurz vor Anpfiff auch direkt vor dem Stadion zu Schlägereien gekommen. Einige Hooligans liefen oberkörperfrei und mit blutenden Kopfverletzungen durch die Stadt. Um die Lager zu trennen, setzte die Polizei immer wieder Tränengas und Wasserwerfer ein.

Eine britischer Fußballfan sei ernsthaft verletzt worden, erklärte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve. "Wie in den vergangenen 30 Jahren ist ein internationales Fußballturnier wieder einmal Schauplatz von Zusammenstößen zwischen gewalttätigen Leuten gewesen, die behaupten, Fans ihrer Nationalmannschaft zu sein", teilte er mit.

Fernsehbilder hatten vor dem Spiel gezeigt, wie Beteiligte Stühle von Restaurantterrassen warfen und sich auf einer Treppe prügelten. Ein Mann wurde die Treppen hinuntergetreten. Kurz vor dem Anpfiff rannte eine russische Gruppe auf England-Anhänger los und machte Jagd auf Fans des Gegners. Die Polizei schaffte es, die Auseinandersetzung mit Hilfe eines Wasserwerfers zu beenden.

UEFA kündigt Verfahren an

Die UEFA verurteilte die Krawalle. "Leute, die sich an solch gewalttätigen Taten beteiligen, haben keinen Platz im Fußball", erklärte der Verband und eröffnete ein Disziplinarverfahren gegen den russischen Fußballverband. Auch dem englischen drohen Strafmaßnahmen.

Wer hat angefangen?

Beide Seiten warfen der jeweils anderen vor, die Gewalt während des Tages provoziert zu haben. Alexander Schprigin, der Leiter der russischen Fanvereinigung, sagte der Nachrichtenagentur AP per Telefon: "Der Grund (für die Kämpfe) war, dass die Engländer eine Menge trinken und sich schlecht benehmen." England-Fans beschwerten sich, dass die französische Polizei nicht ausreichend gegen die Kämpfe vorgegangen sei.

Der englische Fußballverband FA forderte die Fans seines Landes auf, sich anständig in Frankreich zu verhalten. Sie sollten "in einer respektvollen Weise handeln" und ihre Nationalmannschaft so unterstützen, wie es richtige Fußballfans täten. Der Verband sei sehr enttäuscht, sagte FA-Sprecher Mark Whittle.

Auch die deutsche Gruppe ist betroffen

Auch die EM-Gruppe von Deutschland ist von gewalttätigen Vorfällen betroffen: In Nizza, wo Polen und Nordirland aufeinandertreffen, kam es ebenfalls zu Kämpfen. Im Internet veröffentlichte Aufnahmen zeigten Personen in dunkelgrünen Nordirland-Trikots, die sich in Nizzas Altstadt mit anderen Fußballfans prügelten. Die Polizei schritt schnell ein, um die Schlägereien zu stoppen.

Im Vorfeld des deutschen Auftaktspiels gegen die Ukraine ist es am Sonntag ebenfalls zu Ausschreitungen im Stadtzentrum von Lille gekommen. Mehr als 50 deutsche Hooligans griffen dabei gegen 17.30 Uhr in der Nähe des Bahnhofs ukrainische Fans an. Es flogen vor Straßencafés Flaschen, Stühle und Rauchbomben.

Auch rechtsradikale Parolen sollen skandiert worden sein, zudem wurde eine Reichskriegsflagge gezeigt. Es sollen sich rund 150 polizeibekannte Gewalttäter aus Deutschland in Lille aufhalten. 

"Im Zeichen der Angst"

Die französischen Medien haben schockiert auf die Fan-Gewalt reagiert. "Die Schande", titelte die Sportzeitung "L'Équipe". Sie sprach von "Guerillaszenen" in der Mittelmeerstadt. "Am zweiten Tag des Wettbewerbs steht die EM schon im Zeichen der Angst", so das Blatt.

"Le Parisien" sprach von "Szenen unerhörter Gewalt". "Ihre Ultragewalt ist nicht nur eine Beleidigung für die Intelligenz", hieß es. Sie sei ein Affront für das Image Frankreichs.

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