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EM 2016: UEFA ermittelt nach Krawallen gegen Russland

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UEFA ermittelt nach Krawallen  

Russen droht als härteste Strafe das EM-Aus

12.06.2016, 19:24 Uhr | sid, t-online.de

EM 2016: UEFA ermittelt nach Krawallen gegen Russland. Gewaltbereite Zuschauer gehen auf der Tribüne in Marseille aufeinander los. (Quelle: AP/dpa)

Gewaltbereite Zuschauer gehen auf der Tribüne in Marseille aufeinander los. (Quelle: AP/dpa)

Ein Fan in Lebensgefahr, hässliche Jagdszenen in Marseille, Übergriffe im Stadion: Hooligans haben Frankreich am ersten EM-Wochenende mit wahren Gewaltorgien in Angst und Schrecken versetzt. Nach den Krawallen bei der Partie England gegen Russland ermittelt nun die Europäische Fußball-Union (UEFA).

Die UEFA eröffnete ein Verfahren aber nur gegen den russischen Verband, nachdem russische Zuschauer auf in benachbarten Blöcken sitzende englische Fans losgestürmt waren und diese attackiert hatten.

Auch wegen angeblich rassistischen Verhaltens ("Affenlaute") und des Zündens von Feuerwerkskörpern wird ermittelt. Die Disziplinarkommission der UEFA will am Dienstag ein Urteil verkünden. Beim Strafmaß reicht Artikel 6 "Disziplinarmaßnahmen" von einer Ermahnung bis zum Ausschluss aus einem Wettbewerb.

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Russische Reaktionen irritieren

Alexander Schprigin von der Vereinigung russischer Fußballfans bestritt die Beteiligung seiner Landsleute so vehement wie ignorant: "Es gab keine Probleme." Auch Russlands Sportminister Witali Mutko gab sich direkt nach dem Auftaktspiel seiner Mannschaft gelassen. "Die WM 2018 ist ein ganz anderes Turnier", sagte er in Marseille.

Doch der kommende WM-Gastgeber ist vorbelastet. Bei der EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine hatten russische Hooligans Sicherheitskräfte im Stadion angegriffen und den dunkelhäutigen tschechischen Nationalspieler Theodor Gebre Selassie, mittlerweile in Diensten von Werder Bremen, mit rassistischen Gesängen geschmäht.

"Szenen unerhörter Gewalt"

Die beschwichtigenden Äußerungen aus Russland irritieren angesichts der Schwere der Krawalle. In Marseille kämpft ein englischer Fan noch um sein Leben. Videobilder zeigen, wie der Mann auf der Straße von Sicherheitskräften wiederbelebt werden musste. Doch der blutüberströmte Mann, nach AFP-Informationen von einer Eisenstange am Kopf getroffen, war beileibe nicht das einzige Opfer. In Marseille und später auch in Nizza wurden mehrere Dutzend Verletzte gezählt.

Frankreichs Medien waren angesichts der gewaltsamen Auseinandersetzungen in ihrem Land entsetzt. "Die Schande", titelte die Sport-Tageszeitung "L'Équipe", "Le Parisien" beschrieb die Vorfälle als "Szenen unerhörter Gewalt" und kritisierte, dass Frankreich es im Gegensatz zu den EM-Turnieren 2004 in Portugal und 2008 in Österreich und der Schweiz nicht geschafft habe, diese Auswüchse zu verhindern.

Gewalt in Marseille 
Heftige Krawalle in Marseille während EM-Spiel

Rund um die Partie England-Russland kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. Video

FIFA verurteilt "idiotische Krawallmacher"

Unschuldig waren auch die Engländer nicht. "Wir sind enttäuscht von diesen Ereignissen und bitten alle Anhänger, die nach Frankreich kommen, sich respektvoll zu benehmen", erklärte Mark Whittle vom englischen Fußballverband zu den Vorfällen. Ermittelt wird gegen England deshalb nicht, weil es kein Fehlverhalten innerhalb des Stadions gab.

Der Fußball-Weltverband FIFA verurteilte derweil die "idiotischen Krawallmacher, die nichts mit dem Fußball und wirklichen Fans zu tun haben".

Inzwischen wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, auch für das Spiel von Deutschland gegen die Ukraine in Lille (ab 20.45 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de), vor allem aber für das Hochrisikospiel gegen Polen in St. Denis (Donnerstag, ab 20.45 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de).

Kein Alkohol mehr am Stadion

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve teilte mit, er habe angeordnet, Maßnahmen zu ergreifen, um an Spieltagen, den Tagen davor und bei Öffnung von Fanmeilen in den "sensiblen Bereichen" den Kauf, den Konsum und den Transport alkoholischer Getränke zu verhindern.

Ausländische Fans, deren Verhalten die öffentliche Ordnung gefährde, könnten ausgewiesen werden, sagte Cazeneuve. Jedem einmal in Gewahrsam genommenen Fußballfan könne der Zutritt zu Stadien, Fanmeilen und bestimmten Stadtvierteln untersagt werden.

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