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EM-Randale: Internationale Pressestimmen zu den Krawallen in Marseille

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Fußball  

Internationale Pressestimmen zu den Krawallen bei der EM

13.06.2016, 16:48 Uhr | dpa

EM-Randale: Internationale Pressestimmen zu den Krawallen in Marseille. Der Fußball hat sein Hooligan-Problem noch lange nicht gelöst.

Der Fußball hat sein Hooligan-Problem noch lange nicht gelöst. Foto: Daniel Dal Zennaro. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Nicht die Terrorangst, sondern Hooligangewalt beunruhigt zum EM-Start. Die UEFA droht England und Russland mit dem Ausschluss. Die Reaktionen der internationalen Presse:

FRANKREICH:

"L'Est républicain" : "Die Verantwortlichen, die eine solche Welle sicher nicht gebraucht hätten, müssen dringend das Sicherheitskonzept der Europameisterschaft diesen Bedrohungen anpassen, die unterschätzt worden sind."

"Les Echos": "Die Meisterschaft muss ein "Fest" sein, sie wird es bleiben. Marseille und die Szenen der Gewalt in der Stadt verderben das nicht."

"Le Républicain lorrain": "Die mit Eisenstangen bewaffneten Banden, die in Marseille zugeschlagen haben, sind dieselben, die bei sich zu Hause wüten gegen Araber, Schwarze, Ausländer, Homosexuelle. Im Namen von Reinheit einer Rasse, Identität oder religiösen Werten, die Kriege ernähren. Und dies mit dem Segen verantwortlicher Politiker, deren Interessen sie dienen."

"La Voix du Nord": "Die Ausschreitungen am alten Hafen von Marseille sind ein Zeichen des Versagens der französischen Sicherheitskräfte, die überrannt wurden von diesen blindwütigen Horden. Aber es ist auch ein Scheitern der Herkunftsländer dieser Fans."

ÖSTERREICH:

"Der Standard" titelt "Der Feind bei meinem Fest": "Die EM-Organisatoren waren auf Terror fixiert und blendeten Hooliganismus aus."

"Kurier": "Seitenweise wurde darüber geschrieben, stundenlang darüber gesprochen. Von möglichen Anschlägen des IS während der EM-Tage in Frankreich. (...) Hingegen wurde eine menschenähnliche Spezies in den vergangenen Wochen nie zum Thema, die ihre terroristischen Qualitäten in den vergangenen Jahrzehnten eigentlich schon oft unter Beweis gestellt hat. Der Hooligan."

SCHWEIZ:

"Tagesanzeiger": "Die Gewaltexzesse der russischen Hooligans an der EM sollen von langer Hand geplant worden sein."

SPANIEN:

"El País": "Die Seuche der Fan-Ausschreitungen, die man bereits für ausgerottet hielt, bricht bei der EM neu aus. Die UEFA interveniert, um eine Welle der Gewalt zu stoppen, der die französische Polizei nicht gewachsen war."

"El Periódico": "Eine Schande für England: Die Briten erleben erneut einen Alptraum, den sie bereits für überwunden gehalten hatten. Sie machen für die Ausschreitungen aber auch die russischen Fans und die französische Polizei verantwortlich."

"Marca": "Letzte Warnung der UEFA an Russland und England: Wenn die Fans noch einmal randalieren, fliegen ihre Teams raus."

ITALIEN:

"La Stampa": "Es war ein schlimmes Erwachen für Frankreich. (...) Ein Erwachen voller Kritik für den Umgang mit einem Spiel, das bereits seit dem Tag der Auslosung als "hoch riskant" eingestuft worden war. Und dennoch hat das, was vor, während und nach der Partie Russland-England außerhalb und innerhalb des Stadions Vélodrome passiert ist, gezeigt, wie extrem brüchig das Präventionssystem von Innenminister Bernard Cazeneuve ist. Frankreich, das außerordentliche Sicherheitsmaßnahmen gegen den IS getroffen und 90 000 Mann im Einsatz hat, hat sich in der Realität als sehr verwundbar offenbart."

"La Gazzetta dello Sport": "Falscher Spielplan - es hat schon gereicht, einen Blick auf die Auslosungen zu werfen, um eine Gefahr zu erkennen, über die man überhaupt nicht lachen kann. Es existiert ein sehr konkretes Risiko, dass russische und englische Hooligans die "zweite Halbzeit" von Marseille einläuten. Wieso? Übermorgen steht Russland gehen die Slowakei in Lille im Rampenlicht (ein Duell, das für sich genommen schon kompliziert ist) und 24 Stunden später fordert England in Lens Wales heraus. Die Entfernung der beiden Städte beträgt gerade einmal rund 40 Kilometer. Daher ist der mögliche Zusammenstoß verfeindeter Anhänger eine konkrete Vorstellung."

RUSSLAND:

"Sport-Ekspress": "Wegen der Prügeleien, Feuerwerkskörper und Fahnen mit dem Keltenkreuz in der Stadt Marseille müssen sich Einzelne verantworten. Es gibt eine Strafe, vielleicht Arrest, Abschiebung und danach Probleme bei Reisen durch Europa. Doch für die gleichen Taten im Stadion muss sich der russische Fußballverband verantworten, das trifft die Mannschaft. Denkt daran: Es kann einen Punktabzug geben!

Ich glaube nicht, dass wir oder die Engländer bei der EM 2016 wirklich rausfliegen, aber die Ankündigung zwingt den Verband, am Fanverhalten zu arbeiten."

"Gaseta.ru": "Das aggressive Verhalten der eigenen Anhänger kann für die russische Fußballmannschaft in einer Katastrophe enden. Ungeachtet des heldenhaften Unentschiedens gegen England könnte es passieren, dass die Schützlinge von Leonid Sluzki wegen der Fans die EM lange vor dem Ende verlassen müssen."

GROßBRITANNIEN:

"Guardian": "Stadt, Polizei, Uefa und Stadion-Management haben kläglich versagt. Die Uefa hat angekündigt, die Gewalt innerhalb des Stadions zu untersuchen. Erster Punkt wäre: das erbärmlich nachlässige Fehlen einer Trennung zwischen den beiden Fangruppen. Die Russland-Anhänger sind nicht in den Block der englischen Fans geklettert, sie sind einfach hineingerannt. Gewalt schien unausweichlich."

"Telegraph": "Es gab so viele Probleme - warum wurde dieses Hochrisiko-Spiel in einer Stadt wie Marseille ausgetragen? Warum um 21 Uhr Ortszeit, wenn Fans einen ganzen Tag lang Zeit hatten, sich zu betrinken? Warum waren vor allem innerhalb des Stadions so wenige Polizeikräfte und Ordner im Einsatz? Warum wurden britische Expertise und Informationen nicht besser genutzt? Warum ging die Polizei mit so harten Mitteln vor?"

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