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Deutschland - Ukraine: Reicht das, um Europameister 2016 zu werden?

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Fazit aus dem Ukraine-Spiel  

Reicht das, um den EM-Titel zu holen?

14.06.2016, 10:10 Uhr | t-online.de

Deutschland - Ukraine: Reicht das, um Europameister 2016 zu werden? . Toni Kroos (li.) und Jerome Boateng gehörten gegen die Ukraine mit zu den besten deutschen Nationalspielern.  (Quelle: imago/Contrast)

Toni Kroos (li.) und Jerome Boateng gehörten gegen die Ukraine mit zu den besten deutschen Nationalspielern. (Quelle: Contrast/imago)

Aus Lille berichtet Thomas Tamberg

Die Erleichterung war den deutschen Spielern anzusehen, als sie ihre Rollköfferchen in den Katakomben des Stade Pierre-Mauroy von Lille in Richtung Mannschaftsbus schoben. Mit dem 2:0 gegen die Ukraine ist der EM-Auftakt gelungen. Der erste Druck, der sich in den Wochen der Ungewissheit während der Vorbereitung aufgebaut hatte, zunächst einmal verflogen.

Welche Taktik, welches Personal, stimmt die Einstellung, wie ist jeder einzelne Spieler drauf, kann man Glücksgöttin Fortuna auf seine Seite ziehen?

Jede Menge Fragen wurden in den Tagen vor der Partie hoch und runter diskutiert. Das Spiel gegen die Ukraine lieferte erste Antworten. Manuel Neuer fasste es kurz und knapp so zusammen: "Es war kein super Spiel, aber es war in Ordnung. Wir haben die Möglichkeit, uns zu steigern."

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Neuer hält die Null

Neuer gehörte neben Jerome Boateng und Toni Kroos zu den drei besten deutschen Spielern. Mit diesem Trio verfügt Joachim Löw über eine Achse in Weltklasse-Format, der zuzutrauen ist, diese Form in allen Spielen des Turniers abzurufen. Den beiden Bayern-Spielern und dem Mittelfeldstar von Real Madrid war es vor allem zu verdanken, dass die Ukraine auf Distanz gehalten werden konnte.

Positiv ist auch die Tatsache, dass das DFB-Team zu Null spielte. Wenn es ernst wird, kann sich dieses Team also noch einmal besonders konzentrieren. Zur Erinnerung: Beim letzten Test gegen Ungarn blieb Neuers Kasten zwar auch sauber, doch davor gab es das letzte Spiel ohne Gegentor in der EM-Qualifikation beim 7:0-Sieg gegen Gibraltar am 13. Juni 2015.

Götze: "Haben zu viele Standards zugelassen"

Ebenfalls bemerkenswert ist, dass die Mannschaft sich nicht auf den Weltmeister-Lorbeeren auszuruhen scheint, sondern bereit ist, an die Grenzen zu gehen. Das ist eine Charakterfrage. "Es war viel Laufarbeit gefragt", sagte Löw. Sein Team lieferte ab. Charaktertest bestanden. Dazu scheint die Harmonie im Team dem Vernehmen nach ähnlich gut wie 2014.

Viele grundsätzliche Dinge scheinen also zu stimmen, so dass ernsthaft Ansprüche an den EM-Titel angemeldet werden können. Gleichwohl muss aber auch noch einiges besser werden, sonst wird es gegen stärkere Mannschaften nicht reichen. Insbesondere bei der kollektiven Defensivarbeit dürfte Löw in den nächsten Tagen im Training den Hebel ansetzen.

Das muss das DFB-Team noch verbessern

Unser EM-Reporter Thomas Tamberg beantwortet alle Fragen rund um den 2:0-Erfolg gegen die Ukraine. Dabei spricht er auch die Schwächen an.

Das muss das DFB-Team noch verbessern


Boateng bemängelte, dass man in der Drangphase der Ukraine in den letzten 15 Minuten vor dem Pausenpfiff das Anlaufen des Gegners plötzlich eingestellt habe. Keeper Neuer wünschte sich weniger Standardsituationen. "Wir haben ein bisschen viele davon gegen uns gehabt", sagte der Ersatzkapitän, der statt Bastian Schweinsteiger die Binde trug. "Wir haben verhältnismäßig viele Ecken zugelassen", ergänzte Mario Götze.

Höwedes, der Mann für alle Fälle

Eine Schwachstelle im deutschen Team ist sicherlich die rechte Abwehrseite. Kein Wunder. Dort zeigte im letzten Jahrzehnt Philipp Lahm in steter Regelmäßigkeit Weltklasse-Leistungen. So ein Mann ist weit und breit nicht in Sicht. Also machte der Bundestrainer aus der Not eine Tugend: Was bei der WM auf der linken Außenbahn geklappt hat, soll nun bei der EM eben rechts funktionieren. Benedikt Höwedes heißt Löws Mann für alle Fälle.

Der gelernte Innenverteidiger absolvierte in Brasilien alle Spiele als Außenverteidiger. Ähnliches soll sich in Frankreich – nur eben seitenverkehrt – wiederholen. Nach langer Verletzungspause soll sich der Schalker ins Turnier beißen. Löw wird ihm vertrauen. Dem Mentalitätsmonster Höwedes ist das durchaus zuzutrauen, ob es am Ende gegen die Topteams reicht, wird man sehen. Immerhin hat er vor zwei Jahren bereits bewiesen, dass es möglich ist. 

"Spielerisch noch Potenzial nach oben"

Ein Dani Alves werde er nicht mehr, sagte Höwedes süffisant nach dem Ungarn-Spiel. Muss er auch nicht. Dafür sind andere verantwortlich. Und hier liegt das größte Steigerungspotential im deutschen Team. Das Offensivspiel ließ viele Fragen offen. "Ich denke, dass wir spielerisch noch Potenzial nach oben haben. Wir haben noch nicht alles gezeigt", analysierte Neuer. "Wir müssen uns steigern und noch mehr zum Abschluss kommen. Der letzte Pass ist heute noch nicht so gut angekommen", pflichtete ihm Boateng bei.

Ein Pass hat aber dann doch noch seinen Adressaten gefunden. Der von Mesut Özil in der letzten Minute des Spiels auf Schweinsteiger. Der Kapitän, fast das gesamte Jahr 2016 verletzt und vier Minuten zuvor eingewechselt, setzte mit seinem Tor zum Endstand den emotionalen Schlusspunkt der Partie. Die Energie, die dieses Tor freisetzen könnte, ist in seiner ganzen Tragweite noch gar nicht wirklich abzusehen. Es könnte am Ende der Türöffner für den Titelgewinn gewesen sein.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. "Wir werden uns noch steigern müssen im Turnier und hoffentlich schon gegen Polen", sagte Neuer. Aber so ein Wettbewerb sei eben ein Marathon und kein Sprint, sagte Sami Khedira. Die ersten Kilometer jedenfalls wurden schon mal sehr vielversprechend zurückgelegt.

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