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Lewandowski und Deutschland sind bei EM 2016 heute "keine Freunde"

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EM 2016 heute  

Robert Lewandowski und DFB-Elf bei EM "keine Freunde"

16.06.2016, 08:39 Uhr | dpa

Lewandowski und Deutschland sind bei EM 2016 heute "keine Freunde". Robert Lewandowski und die DFB-Spieler kennen sich "sehr gut".

Robert Lewandowski und die DFB-Spieler kennen sich "sehr gut". Foto: Sebastien Nogier. (Quelle: dpa)

Paris (dpa) - Voller Ungeduld fiebert Robert Lewandowski dem intimen EM-Rendezvous mit dem Weltmeister aus Deutschland entgegen. Geheimnisse zwischen dem Kapitän der Polen und der Mannschaft um seine Bayern-Kumpels Manuel Neuer, Jérôme Boateng oder Thomas Müller gibt es schon lange keine mehr.

"Die kennen mich auch sehr gut, wir kennen uns sehr gut. Deutschland hat auf jeder Position super Spieler mit großer Qualität. Egal wer spielt, auf jeder Position ist bestimmt ein super Spieler mit super Technik", sagte der Torschützenkönig des FC Bayern München vor dem mit Hochspannung erwarteten Gruppengipfel am Donnerstag (21.00 Uhr) im Stade de France. "Wir werden morgen keine Freunde sein, sondern Gegner", stellte Łukasz Piszczek von Borussia Dortmund klar.

Im malerischen La Baule an der Atlantikküste kann Lewandowski während der Tour de France beim Golf abschalten. Nach ihrem ersten EM-Sieg ist eine Riesenlast von den mit hohen Erwartungen in die Endrunde gestarteten Polen abgefallen. Lewandowski & Co. wollen unbedingt das Kunststück aus dem Oktober 2014 wiederholen, als der übermächtig scheinende deutsche Nachbar erstmals bezwungen wurde.

"Wir wissen, wie stark Deutschland in diesem Moment ist", betonte der 27 Jahre alte Ausnahmestürmer vor dem EM-Risikospiel. "Alles kann in diesem Turnier passieren. Wir müssen wirklich ruhig bleiben. Selbstbewusstsein wäre auch sehr wichtig für uns, dass wir in diesem Spiel ohne Angst, ohne Stress spielen können. Wenn wir eine Chance bekommen, können wir etwas schaffen."

Vor allem der Erfolg 2014 soll Kraft geben. "Es war ein historischer Sieg gegen Deutschland, er war sehr wichtig für das Teambuilding. Es war ein wichtiger Schritt in unserer Entwicklung", erzählte Nawalka und fügte schmunzelnd an: "Es war ein sehr wichtiger Sieg, aber wir hatten ihn eingeplant." Er soll nochmals gelingen. Zugleich warnte Nawalka: "Wir spielen gegen eine der besten Mannschaften der Welt." An der Taktik tüftele er noch. "Wir arbeiten noch daran. Wir schauen noch nach einigen Lösungen in der Defensive und im Spielaufbau."

Torwart Wojciech Szczęsny schafft es nicht zum Deutschland-Spiel. "Für Szczęsny gibt es diesmal keine Chance zu spielen", sagte Nawalka. Wie lange der Torwart wegen einer Oberschenkelverletzung ausfällt, sei noch nicht klar. "Wir hoffen auf ihn für das Spiel gegen die Ukraine." Der erste Ersatz für den 26-Jährigen dürfte Łukasz Fabiański von Swansea City sein, der auch die letzten sechs Qualifikationsspiele bestritten hatte.

Vor allem auf vier Spieler mit langer Deutschland-Erfahrung wird Nationalcoach Adam Nawalka setzen. Neben Lewandowski noch Sturmpartner Arkadiusz Milik (früher Bayer Leverkusen und FC Augsburg) sowie Piszczek (Borussia Dortmund) und Jakub Błaszczykowski, der nach seiner Ausleihe von der Borussia an den AC Florenz aber auch in der Toskana nicht regelmäßig spielte.

Gegen Nordirland waren Piszczek und Błaszczykowski Aktivposten. "Wenn Polen in die K.o.-Runde kommt, ist viel möglich", sagte Piszczek dem TV-Sender Polsat. "Wir haben dann die Hoffnung, dass wir noch mehr erreichen können." Es sei aber wichtig, "sehr ruhig" zu bleiben. Verbandsboss Zbigniew Boniek sieht das genauso. "Wir wollen keine großen Töne spucken, sondern nur an das nächste Spiel denken", sagte der frühere Nationalspieler.

Vor allem Bayern-Star Lewandowski wird sich besonders in der Pflicht sehen. "Die polnischen Spieler müssen sich zeigen, sie wollen sich zeigen. Es geht um's Prestige, vor allem für Lewandowski. Er war zweimal Bundesligatorschützenkönig, hat für Dortmund gestürmt, spielt jetzt für Bayern München, er will sich präsentieren", erklärte der frühere polnische Nationalspieler Tomasz Hajto im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Er will auch seinem Land etwas beweisen. Für die Psyche von Robert ist das ein sehr wichtiges Spiel. Und für Polen ist es eine Probe, wie weit die Mannschaft wirklich ist." Das Rendezvous mit dem Weltmeister wird es zeigen.

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