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EM 2016 im Schatten der Randale: Hooligans stören Fußball-Fest

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EM 2016  

EM im Würgegriff der Gewalt: Hooligans stören Fußball-Fest

16.06.2016, 12:46 Uhr | dpa

EM 2016 im Schatten der Randale: Hooligans stören Fußball-Fest. Am Mittwochabend kam es zu Ausschreitungen in Lille.

Am Mittwochabend kam es zu Ausschreitungen in Lille. Foto: Marius Becker. (Quelle: dpa)

Lille (dpa) - Die Nacht blieb ruhig in Lille. Nach den Ausschreitungen am Mittwochabend kommt die Stadt für einige Stunden zum Durchatmen.

Die EM-Karawane ist weitergezogen nach Lens, wo am Donnerstag das britische Insel-Duell zwischen England und Wales für höchste Alarmbereitschaft bei den Sicherheitsbehörden sorgt. "Die Devise lautet, das Terrain zu besetzen. Wir werden alles tun, damit es ein Fest bleibt", verspricht Präfektin Fabienne Buccio am Vormittag.

Was bleibt, sind die Bilder von Reizgasschwaden, prügelnden Polizisten und blutenden Fans in der Innenstadt von Lille. Sie belegen die Null-Toleranz-Strategie der französischen Beamten, die mit harter Hand gegen Ruhestörer vorgehen.

Als nach Ende des Spiels Russland gegen Slowakei zahlreiche Fans beider Teams in die Altstadt strömen, kommt es plötzlich zu Jagdszenen. Hunderte Briten stürmen durch die Straßen - offenbar, um sich mit verfeindeten Anhängern aus Russland zu schlagen. Nach den Vorkommnissen in Marseille, wo russische Anhänger im Stade Velodrome nach dem Abpfiff den englischen Fanblock stürmten, ist noch eine Rechnung offen. "Fuck off Russia" skandieren die Engländer.

Die Szenen wiederholen sich bis Mitternacht mehrfach. Immer wieder versucht die Polizei die Fans auseinander zu treiben. Meist mit Gewalt. Durchsagen über Lautsprecher gibt es keine. Offenkundig findet keine Kommunikation zwischen den Lagern statt.

Zwischen den Fronten versucht zwischenzeitlich ein Dutzend unbewaffneter Polizisten aus England und Wales die Fans in Schach zu halten. Das gelingt teilweise. Doch auch sie können nicht verhindern, dass Engländer auf Straßenschilder klettern und weiter Ärger machen.

Es sind jedoch nicht nur stark alkoholisierte Engländer, die für Krawalle sorgen. Auch einige Anhänger der Equipe tricolore benehmen sich am späten Mittwochabend daneben, werfen Steine und Flaschen auf die Polizisten. Die sind in der Wahl der Mittel nicht zimperlich: Tränengas, Schlagstöcke und Hunde kommen zum Einsatz.

Die Bilanz des sechsten EM-Tages: Insgesamt 36 Fans werden festgenommen, darunter auch sechs Russen, die schon an den Krawallen am vergangenen Samstag in Marseille beteiligt waren. Es gibt 50 Verletzte, 16 Personen müssen in Krankenhäusern stationär behandelt werden.

In Lens sollen 1400 Polizisten beim "Battle of Britain" für Ruhe sorgen. Für die Nacht vor dem Spiel zieht die Präfektin eine positive Bilanz: "Alles ist gut verlaufen." Acht Franzosen und ein Brite seien festgenommen worden, in erster Linie wegen Trunkenheit. Etwa 20 britische Beamte unterstützten die Franzosen am Donnerstag vor Ort.

Nach den Ausschreitungen englischer Fans in Lille wird es keine Bestrafung durch die Europäische Fußball-Union UEFA geben. Es sei kein Treffen des Exekutivkomitees geplant, erklärte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die UEFA bedauere die Auseinandersetzungen, die Polizei habe die Ordnung aber schnell wieder hergestellt und die Situation unter Kontrolle gehabt.

Die UEFA musste entscheiden, ob die Vorkommnisse am Mittwochabend als so gravierend eingestuft werden, dass das Exekutivkomitee oder das Dringlichkeitskomitee zusammenkommt und über Maßnahmen entscheidet. Dies war am Sonntag nach den Krawallen in Marseille mit russischen und englischen Fans geschehen.

Die Disziplinarkommission der UEFA ist für die Ereignisse in Lille nicht zuständig, da sie sich nicht im EM-Stadion, sondern in der Stadt abspielten. Das Gremium hatte Russland wegen der Fangewalt im Stade Vélodrome von Marseille nur auf Bewährung im Turnier belassen und bei weiteren Krawallen in einer Arena den EM-Rauswurf angedroht.

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