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EM 2016: Offensive der Nationalmannschaft reicht nicht aus

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DFB-Team zu berechenbar  

Abteilung Attacke völlig aus dem Tritt

17.06.2016, 16:35 Uhr | t-online.de

EM 2016: Offensive der Nationalmannschaft reicht nicht aus. Schwerer Stand: Für die deutsche Offensive um Thomas Müller (rechts) gab es gegen die polnnische Defensive (links Lukasz Piszczek) kein Durchkommen. (Quelle: imago/MIS)

Schwerer Stand: Für die deutsche Offensive um Thomas Müller (rechts) gab es gegen die polnnische Defensive (links Lukasz Piszczek) kein Durchkommen. (Quelle: imago/MIS)

Aus Paris berichtet Thomas Tamberg

Das Unterhaltsamste beim zweiten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2016 gegen Polen war die Halbzeitpause. Die Stadionkamera suchte auf der Tribüne des Stade de France nach Pärchen, die sich - vom Stadionsprecher aufgefordert - küssen sollten. Das zu beobachten machte allen in der Arena mächtig Spaß.

Paris, die Stadt der Liebe. Es könnte so schön sein, wären da nicht 90 Minuten Fußball, in denen der Weltmeister durch ein uninspiriertes Ballgeschiebe zumindest aus deutscher Perspektive für jede Menge Frust gesorgt hatte. Allzu deutlich wurde den Fans beim 0:0 vor Augen geführt, dass im Offensivspiel der DFB-Elf mächtig der Schuh drückt.

"Das muss sich verbessern"

"Wir haben kaum Chancen herausgespielt und wenig Lösungen gehabt", gab Bundestrainer Joachim Löw unumwunden zu. Toni Kroos sah es ähnlich. "Es hat einfach ein bisschen was gefehlt, die Bälle waren zu einfach weg", sagte der Mittelfeldspieler. Aus lauter Not versuchte es der Star von Real Madrid daher immer mal wieder mit Weitschüssen. Das letzte Mittel.

Und der mehr als deutliche Satz von Jerome Boateng lässt vermuten, dass auch die Protagonisten selbst spüren: Hier stimmt etwas Grundlegendes nicht. "Das muss sich verbessern, sonst kommen wir nicht weit", äußerte der Innenverteidiger unverhohlen Kritik an der Offensive.

Müllers Erklärung

Doch das ist leicht gesagt. Das Spiel des Weltmeisters ist berechenbar geworden. Wenn dann noch der unbedingte Siegeswille fehlt, sieht es schnell ziemlich schlecht aus. "Es fehlt der letzte Pass, der letzte Schritt, die letzte Abstimmung", analysierte Thomas Müller.

Der 26-Jährige, der wie zuvor gegen die Ukraine blass blieb, erklärte das Dilemma. "Wir haben in Deutschland nicht den Eins-gegen-Eins-Spieler, um Bollwerke zu knacken, wie wir es beim FC Bayern haben. Deswegen müssen wir es mit Kombinationsspiel versuchen", so der Münchner.

Das allerdings wollte nicht funktionieren. Wenn neben ihm auch Mario Götze und Mesut Özil nicht ins Rollen kommen, ist schnell Schluss mit der Herrlichkeit im deutschen Offensivspiel.

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Den Beweis noch schuldig

Özil wurde zwar vor der EM vom Bundestrainer eine "hervorragende Form" attestiert, doch den Beweis ist der Spieler von Arsenal London bei diesem Turnier bisher schuldig geblieben.

Löw bleibt zumindest äußerlich gelassen. "Özils und Müllers Form machen mir keine Sorgen. Beide haben überragende Qualitäten. Heute waren sie ein bisschen glücklos, aber das wird sich ändern", sagte der Bundestrainer.

Auch die Einwechslung von Mario Gomez brachte keine Änderung. Der Angreifer ist zwar in Topform zur Nationalmannschaft gekommen, konnte aber gegen Polen seine Stärken gar nicht zur Geltung bringen. TV-Experte Oliver Kahn brachte es im ZDF auf den Punkt. "Es kamen weder Flanken von rechts noch von links. Wenn man ihn bringt, müssen die Spieler auch den Plan B umsetzen. Wenn ich Gomez bringe, dann sollte ich ihm vielleicht auch ein paar Bälle auf die Birne hauen“, sagte der ehemalige Profi. 

So dürfte Gomez über die Rolle des Jokers nicht hinauskommen und nach derzeitigem Stand höchstens spielen, wenn die totale Brechstange gefragt ist.

Löw fühlt sich bestätigt

Allerdings ist Löw über die aktuelle Situation nicht sonderlich überrascht. Bereits vor der EM sprach er immer wieder davon, dass er "Abnutzungskämpfe" erwarte. Nun fühlt er sich bestätigt. Für die vermeintlich kleineren Nationen seien die Auftritte bei der EM "Spiele ihres Lebens". Daher würden sie alles reinhauen, was sie haben und das tun, was sie am besten können: Mit Mann und Maus verteidigen.

Ab den K.o-Spielen erwartet der Coach wieder offenere Partien, schließlich seien dann auch Mannschaften vertreten, die auch den Ball haben wollen. Bleibt also nur zu hoffen, dass die deutschen Offensivkräfte bis dahin ihre Form wiedergefunden haben.

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