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Deutschland - Slowakei heute: Taktik der DFB-Elf fürs Achtelfinale

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Taktik-Analyse  

So kann die DFB-Elf die Slowakei knacken

26.06.2016, 16:42 Uhr | t-online.de

Deutschland - Slowakei heute: Taktik der DFB-Elf fürs Achtelfinale. Für Taktik-Experte Christian Titz ist Mario Götze ein wichtiger Spieler für das Achtelfinale gegen die Slowakei. (Quelle: imago/Matthias Koch)

Für Taktik-Experte Christian Titz ist Mario Götze ein wichtiger Spieler für das Achtelfinale gegen die Slowakei. (Quelle: Matthias Koch/imago)

Von Mark Weidenfeller

Drei Spiele, sieben Punkte, 3:0 Tore, Gruppensieger. Die DFB-Elf hat sich bei der EM in Frankreich souverän – aber letztlich glanzlos – für die K.o.-Runde qualifiziert und trifft am Sonntag auf einen alten Bekannten: die Slowakei.

Gegen das Team um Superstar Marek Hamsik hatte die deutsche Nationalmannschaft im vorletzten Test vor der Europameisterschaft mit 1:3 verloren und dabei einige Schwächen offenbart. Eine Wiederholung der Ereignisse bei der Wasserschlacht von Augsburg soll im EM-Achtelfinale nun tunlichst vermieden werden.

Ob der Durst der Fans nach einem Offensiv-Feuerwerk, endlich etwas mehr Spektakel und einem klaren Sieg gestillt werden kann, muss jedoch bezweifelt werden. "Ich erwarte ein ähnliches Spiel wie gegen Nordirland", sagt Taktik-Experte Christian Titz. "Die Slowaken haben bewiesen, dass sie gut verteidigen können."

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Taktik-Experte Christian Titz analysiert den Achtelfinalgegner der DFB-Auswahl. Video

Formation und Taktik der Slowakei

Wie genau das Bollwerk aussehen wird, auf das die Spieler von Joachim Löw treffen werden, ist dabei allerdings nicht ganz einfach vorauszusehen. "Die Grundformation entspricht am ehesten einem 1-4-1-4-1", so Titz. "Gegen England hat sich das aber auch situationsbedingt in ein sehr defensives 1-6-3-1 oder 1-5-4-1 verschoben."

Die Slowaken setzen – wie viele andere Mannschaften bei diesem Turnier auch – auf eine kompakte Abwehr, verdichten das Zentrum, lenken die Gegner auf die Außenbahnen und schalten nach Ballgewinn dann sehr schnell um. "Bei Kontern muss die DFB-Elf immer hellwach sein, einer der Achter muss sich zur Absicherung fallen lassen", warnt Titz.

Was muss die DFB-Elf tun?

Die Spielweise der Slowakei eröffnet tatsächlich aber auch Möglichkeiten für die deutsche Elf. Sobald das Team von Coach Jan Kozak in Ballbesitz ist, ziehen nämlich die beiden äußeren Mittelfeldspieler in die Halbspur und öffnen Räume für die dann hochstehenden Außenverteidiger. Diese sollen das Offensivspiel ankurbeln und beleben – hinterlassen mit ihren Vorstößen aber auch Lücken im eigenen Defensiv-Verbund.

"Diese Räume kann das DFB-Team nutzen", so Titz. "Nach Balleroberungen ergeben sich für Spieler wie Mesut Özil oder Thomas Müller Möglichkeiten in diese freien Räume zu starten und dann bedient zu werden. So können schnell eine Überzahl im Angriffsdrittel und Chancen entstehen."

Kimmich oder Höwedes?

Seine Chance genutzt hat Youngster Joshua Kimmich, der gegen Nordirland als rechter Außenverteidiger überzeugte und im Anschluss sogar schon mit dem jungen Philipp Lahm verglichen wurde. Der 21-jährige Bayern-Profi sorgte vor allem in der Offensive für deutlich mehr Schwung als Benedikt Höwedes und ist deshalb wohl auch im Achtelfinale erste Wahl.

"Ich glaube, dass Kimmich spielen wird, da er deutlich offensivstärker ist als Höwedes", bestätigt Titz, der sich im Verlauf des Turniers jedoch auch wieder einen Einsatz des Schalke-Kapitäns vorstellen kann. "Ein hochstehender Außenverteidiger ist auch immer ein Risiko. Gegen spiel- oder konterstarke Mannschaften ist auch Höwedes wieder eine Option."

Was tun mit Götze?

Bliebe die ewig offene Frage dieses Turniers: Was tun mit Mario Götze? Kein anderer Akteur des deutschen Teams steht bei den Anhängern dermaßen in der Kritik, während er gleichzeitig das volle Vertrauen von Bundestrainer Löw genießt. Darf er gegen die Slowakei noch einmal versuchen, dieses Vertrauen zurückzuzahlen?

Darf er, ginge es nach Titz: "Er ist enorm ballsicher und dribbelstark. Er kann mit dem Rücken zum Gegner spielen, sich unter Druck auf engem Raum behaupten, in die Zwischenräume stoßen und in der Offensive quasi jede Position spielen. Außerdem hat er die Kreativität und Spielintelligenz, den finalen Pass zu spielen oder Spielsituationen vorauszuahnen", sagt er.

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"Das alles ist gegen tiefstehende Gegner sehr wichtig." Eine Umstellung könnte hier wohl erst im möglichen Viertelfinale gegen Spanien oder Italien erfolgen, wenn andere Qualitäten gefragt sind. Dafür muss jedoch erst einmal ein Erfolg gegen die Slowakei her.

Über Christian Titz:

Unser Taktikexperte Christian Titz ist DFB-Fußballlehrer und Autor mehrerer Fußballfachbücher. Aktuell ist er U17-Trainer beim Hamburger SV. Mehr Infos zu seinen Tätigkeiten finden Sie unter www.coaching-zone-portal.de oder in diesem Video.

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