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EM 2016: Nicht ganz München drückt Deutschland gegen Italien die Daumen

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EM 2016  

Tifosi wollen auch in Deutschlands Italiener-Hochburg jubeln

30.06.2016, 12:51 Uhr | dpa

EM 2016: Nicht ganz München drückt Deutschland gegen Italien die Daumen. Im italienischen Restaurant "H'ugo's" ist kein Platz mehr zu haben.

Im italienischen Restaurant "H'ugo's" ist kein Platz mehr zu haben. Foto: Felix Hörhager. (Quelle: dpa)

München (dpa) - Natürlich wird am Samstag auch ganz München der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beim EM-Viertelfinal-Knaller gegen Italien die Daumen drücken. Ganz München? Nicht ganz.

In der Stadt, die sich gerne als nördlichste Stadt Italiens bezeichnet, leben nämlich mehr Italiener als in jeder anderen deutschen Stadt. Und viele der knapp 28 000 Italiener in München werden beim ewig jungen Duell Italien-Deutschland zu echten Tifosi werden.

In Osterien, Pizzerien und Eiscafés rechnen die Wirte beim brisanten Aufeinandertreffen mit deutlich mehr Gästen als bei den bisherigen Partien. Die Telefone stünden seit ein paar Tagen nicht mehr still, sagen Gastwirte - und sind darüber froh nach einer wohl auch wegen des schlechten Wetters lange eher mauen EM. Zusätzliche Flachbildschirme werden nun bereitgestellt, Stühle enger zusammen gerückt für das Public Viewing - und weitere Tische draußen vor den italienischen Lokalen Münchens aufgebaut.

"Wir sind für Samstagabend komplett ausgebucht", heißt es beim italienischen Szene-Lokal "H'ugo's", wo auch ab und an Fußball-Profis des FC Bayern ein- und ausgehen. Das Spiel werde nun auf gleich 17 Bildschirmen und fünf Leinwänden gezeigt. Danach soll die italienisch-deutsche Party mit DJ weitergehen. Bei schönem Wetter geht's auf die Terrasse, zu trinken gibt es italienischen Wein.

"Bei uns gibt es für das Spiel noch freie Plätze", sagt der Chef im Restaurant "La Vecchia Masseria", Michael Baumann, wenige Gehminuten vom Sendlinger Tor entfernt. Das EM-Spiel soll dort auf zwei großen Bildschirmen laufen, berichtete er, italienisch gegessen wird dabei wie immer.

Mit den meisten Fans rechnet die Münchner Polizei "erwartungsgemäß" an der Leopoldstraße. Gerade bei einem Gegner wie Italien sei von einem besonderem Interesse und mehreren Tausend Fans auszugehen, sagt Polizeisprecher Florian Hirschauer. Immerhin sind in München viele Italiener daheim: Ende 2105 waren es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes exakt 25 620 italienische Staatsbürger, das städtische Statistikamt zählte im Mai sogar exakt 27 768.

Und sollten diese am Samstag jubeln dürfen, ist auf der Leopoldstraße mit spontanen "Fanparties" oder auch einem Autocorso der Tifosi zu rechnen. Bereits nach dem jüngsten Sieg gegen Spanien hatten Münchens Italiener Hupkonzerte auf den Straßen angestimmt.

Koch Silvestro Furia freut sich schon. Er lebt seit 30 Jahren mit seiner Familie in der Stadt, sagt der 52-Jährige. Frau und Kinder würden das Italien-Spiel lieber daheim schauen, während er an der Leopoldstraße in der "Gelateria Gino" mit seinen italienischen Freunden Nationaltorhüter "Gigi" Buffon die Daumen drücken werde. Das allerdings werde gar nicht nötig sein, scherzt der 52-Jährige, der Thomas Müller zwar "sympathisch" findet, aber auf ein "1:3 für Italien" tippt. Denn die starke Defensive der italienischen Mannschaft sei "unschlagbar", den Deutschen helfe "höchstens beten".

Für gute Stimmung in der Schwabinger Eisdiele, wo neben Silvestro Furia mehrere Dutzend italienische Fußballfans erwartet werden, ist gesorgt. Die Mitarbeiter wollen die Gäste im blauen Trikot begrüßen, hieß es. Fähnchen in den italienischen Farben werde es zur Deko geben - und neben viel Eis wird "Aperol Spritz" serviert. Aber natürlich seien alle Gäste willkommen - nicht nur Tifosi.

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