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Wales - Belgien: Gareth Bale und Co. erreichen Halbfinale der EM 2016

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Belgien ist raus  

Halbfinale! Wales schafft das Wunder

02.07.2016, 08:03 Uhr | t-online.de, dpa

Wales - Belgien: Gareth Bale und Co. erreichen Halbfinale der EM 2016. Die Waliser stehen im EM-Halbfinale und können ihr Glück nicht fassen. (Quelle: dpa)

Die Waliser stehen im EM-Halbfinale und können ihr Glück nicht fassen. (Quelle: dpa)

Die Sensation ist perfekt: Neuling Wales steht im Halbfinale der EM. Der krasse Außenseiter setzte sich in einer höchst unterhaltsamen Partie mit 3:1 (1:1) gegen Belgien durch und trifft nun am Mittwoch in Lyon auf Portugal (tags zuvor 6:4 nach Elfmeterschießen gegen Polen).

Dabei hatte es für Belgien beim "Heimspiel" in Lille, nur wenige Kilometer von der belgischen Grenze entfernt, perfekt angefangen: Radja Nainggolan erzielte in der 13. Minute ein Traumtor. Doch danach ließ sich der Favorit das Spiel aus der Hand nehmen.

Ashley Williams glich nach einer halben Stunde aus, Hal Robson-Kanu legte nach (55.). Für die Entscheidung sorgte der kurz zuvor eingewechselte Sam Vokes (85.).

Belgien lässt Dreifach-Chance liegen

Unterstützt von den vielen belgischen Fans schaltete das Team von Trainer Marc Wilmots ohne großes Abtasten gleich auf Offensive. Und hatte schon in der siebten Minute die große Chance zur Führung, als Yannick Ferreira-Carrasco, Thomas Meunier und Hazard hintereinander drei gefährliche Schüsse auf das Tor der Waliser abfeuerten.

Bei der anschließenden Ecke verpasste Romelu Lukaku nur um Zentimeter den Ball.

Nainggolan schussgewaltig

Die Waliser waren in der Anfangsphase völlig überfordert. So fiel fast schon folgerichtig das Führungstor des Weltranglistenzweiten. Und es war wie schon beim 1:0 gegen Schweden in der Gruppenphase der Mittelfeldspieler Nainggolan, der mit einem fulminanten 25-Meter-Schuss aus der Distanz traf.

Bei den Walisern hatte sich die Schussgewalt des Mannes mit dem Irokesen-Haarschnitt offenbar noch nicht herumgesprochen, sonst hätten sie ihn kaum so ungehindert schießen lassen.

Das Gegentor war aber offensichtlich der Weckruf für die Mannschaft von Trainer Chris Coleman. Plötzlich waren es die Waliser, die das Spiel an sich rissen und von Minute zu Minute sicherer wurden. Es entwickelte sich eine hochklassige Partie mit viel Tempo und zahlreichen Torraumszenen.

Viel los im belgischen Strafraum

Nach dem Geschmack des belgischen Torhüters Thibault Courtois sicher einige zu viel in seinem Strafraum. Nur einer Glanztat des Keepers vom FC Chelsea war es zu verdanken, dass Wales durch Neil Taylor nach Flanke von Aaron Ramsey nicht zum Ausgleich kam (26.).

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Vier Minute später war es aber doch passiert. Eine ungewöhnliche Variante beim Eckball brachte den Erfolg. Vier Waliser Spieler versammelten sich zu einem Pulk, ehe sie blitzschnell ausschwärmten. Die Belgier waren derart verwirrt, dass sie Williams nicht im Blick hatten, so dass der Kapitän nur noch einköpfen brauchte. Ein Trick, der kurz vor der Pause fast erneut zum Erfolg geführt hätte (43.).

In dieser Phase wurden die großen Personalprobleme der Belgier in der Defensive offensichtlich. War das Wilmots-Team bereits ohne die Leistungsträger Vincent Kompany und Nicolas Lombaerts nach Frankreich gereist, fielen für das Viertelfinale auch noch der gelbgesperrte Thomas Vermaelen und Jan Vertonghen aus. So mussten die beiden unerfahrenen 21-Jährigen Jordan Lukaku, der Bruder des Stürmers Romelu, und Jason Denayer als Verteidiger Nummer fünf und sechs auflaufen.

Trainer Wilmots verärgert

Sichtlich verärgert fuchtelte Wilmots ob der vielen Probleme mit den Armen an der Seitenlinie. Die Belgier hatten Glück, dass sie mit dem Unentschieden in die Kabine gingen. Denn Bale aus halbrechter Position (34.), Ramsey mit einem abgefälschten Schuss (42.) und Robson-Kanu per Kopfball (45.) sorgten für ein deutliches Chancenplus.

Die Pause kam dem Favoriten gelegen, denn nach dem Seitenwechsel kam er mit neuem Schwung zurück. Mit einem Kopfball von Lukaku (47.) und einem Schuss von Hazard (50.) waren die Belgier der Führung wieder näher, doch es folgte nur fünf Minuten später der Schock. Nach Vorlage von Ramsey ließ Robson-Kanu mit einem feinen Trick gleich zwei Belgier aussteigen und anschließend auch Courtois keine Chance.

Die Belgier antworteten in der Schlussphase mit wütenden Angriffen und Dauerdruck. Doch Vokes machte schließlich den K.o. perfekt.

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