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EM 2016: Mit dieser Taktik kann Deutschland Frankreich schlagen

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Taktik-Analyse zum Halbfinale  

So kann die DFB-Elf Frankreich schlagen

07.07.2016, 18:26 Uhr | t-online.de

Taktik-Analyse: Frankreich ist bei Kontern brandgefährlich

Experte Christian Titz durchleuchtet vor dem EM-Halbfinale den deutschen Gegner.

Taktik-Analyse: Frankreich ist bei Kontern brandgefährlich


Von Mark Weidenfeller

Auf Angstgegner folgt Lieblings-Disziplin: Genau wie bei den beiden letzten Titelgewinnen 1996 und 2014 trifft die DFB-Elf am Donnerstag im Halbfinale eines großen Turniers auf den Gastgeber und kann dabei wieder einmal zum Spielverderber für eine ganze Nation werden.

Gegen Frankreich muss die deutsche Mannschaft allerdings nicht nur mit der wohl sehr hitzigen Stimmung im Stadion fertig werden, sondern auch jede Menge prominente Ausfälle verkraften. "Man wird sehen müssen, wie die Mannschaft damit umgeht", sagt Taktik-Experte Christian Titz. "Diese Partie wird für alle eine große Herausforderung."

So natürlich auch für den Bundestrainer. Joachim Löw muss nach den verletzungsbedingten Absagen von Mario Gomez und Sami Khedira und der Gelbsperre gegen Mats Hummels einen Großteil der der zentralen Achse ersetzen.

Stammspieler raus, Reservisten rein – das bringt Unruhe zur Unzeit, wie auch Titz bestätigt. "Der Kader ist stark genug, um diese Lücken zu schließen", sagt er. "Leichter wird die Aufgabe dadurch aber sicher nicht."

Taktik und Formation

Denn da ist ja auch noch ein Gegner. Die Franzosen haben sich im Laufe des Turniers gesteigert und sich vor allem nach dem deutlichen 5:2-Sieg im Viertelfinale gegen Island zum Titelkandidaten gemausert. Die Defensive offenbart zwar nach wie vor Lücken, die Offensive um EM-Toptorschütze und Bayern-Schreck Antoine Griezmann, Olivier Giroud, Dimitri Payet oder Superstar Paul Pogba gehört jedoch zum Besten, was das Turnier zu bieten hat.

"Frankreich ist unheimlich gefährlich bei Standards und hohen Bällen von außen", so Titz. "Sie beherrschen das Ballbesitzspiel, setzen aber auch immer wieder auf schnelle Konter."

Die Mischung aus körperlich robusten und ballsicheren sowie extrem schnellen und wendigen Spielern macht die Equipe Tricolore nur sehr schwer ausrechenbar. Doch nicht nur das. Denn Trainer Didier Deschamps variiert auch beim System. "Im Viertelfinale hat er auf ein 1-4-2-3-1 umgestellt, vorher ließ er oft im 1-4-3-3 spielen“, so Titz. "Das ist alles sehr flexibel."

Deutschland gegen Italien 
"DFB-Elf muss Spielaufbau früh unterbinden"

Unser Taktik-Experte Christian Titz analysiert den starken Viertelfinal-Gegner. Video

Bei Ballverlust verschiebt sich das Ganze dann in ein 1-4-4-2- oder 1-4-1-4-1-System mit dem Ziel, umgehend wieder Gegenangriffe zu starten. Sobald das geschafft ist, gibt es einen langen Ball auf Giroud, der entweder auf die nachrückenden Spieler abklatschen lässt oder – bevorzugt – auf Griezmann durchsteckt. "Wenn der mit seinem Speed einmal im Rücken der Abwehr ist, ist er fast nicht mehr aufzuhalten", warnt Titz.

Was muss die DFB-Elf tun?

Besonders wichtig ist deshalb, dass das DFB-Team die Hoheit im Zentrum hat und bei eigenen Ballverlusten nicht zu offen steht. Einer der beiden Achter, die es noch zu benennen gilt, sollte sich stets etwas fallen lassen und die Innenverteidiger unterstützen. Es ist Vorsicht geboten.

"Ich kann mir deshalb vorstellen, dass Löw auf Altbewährtes zurückgreift und wieder auf Viererkette umstellt", so Titz, der nach den Ausfällen vor allem Toni Kroos in zentraler Rolle sieht. "Er muss mehr ins Spiel eingebunden werden."

Als Hummels-Ersatz steht Höwedes bereit, für das Sturmzentrum bietet sich Müller an. "Das passt bei dem Gegner sogar ganz gut, da Müller im Zentrum durchaus Stärken hätte. Die Franzosen machen vor allem das Zentrum dicht, die DFB-Elf muss auf Kombinationen setzen – und das kann Müller", sagt Titz. Auf den Außenbahnen könnten dann Julian Draxler, Mario Götze oder André Schürrle auflaufen.

Italien war das Meisterstück

Aufstellung hin, Taktik her – eins ist jedoch jetzt schon klar: Das schwierigste Spiel hat die DFB-Elf schon hinter sich. "Italien war die taktisch stärkste Mannschaft. Die aus dem Turnier zu kegeln war außergewöhnlich", so Titz. Der einzige Vorteil der Franzosen, die vor allem in der Defensive deutlich anfälliger sind, könnte der Heim-Bonus sein. "So etwas kann beflügeln und letztlich den Unterschied ausmachen.“ Genau das haben die Engländer und die Brasilianer vor ein paar Jahren allerdings auch gedacht.

 



Über Christian Titz:

Unser Taktikexperte Christian Titz ist DFB-Fußballlehrer und Autor mehrerer Fußballfachbücher. Aktuell ist er U17-Trainer beim Hamburger SV. Mehr Infos zu seinen Tätigkeiten finden Sie unter www.coaching-zone-portal.de oder in diesem Video.

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