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Deutschland - Frankreich: Psychospielchen vorm EM-Halbfinale 2016

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Psychospielchen vor dem Halbfinale  

Aufgeheizt ins Rendezvous mit der Geschichte

07.07.2016, 19:24 Uhr | t-online.de

Deutschland - Frankreich: Psychospielchen vorm EM-Halbfinale 2016. Locker und entspannt: Joachim Löw (li.) scherzt mit Torwarttrainer Andreas Köpke. (Quelle: dpa)

Locker und entspannt: Joachim Löw (li.) scherzt mit Torwarttrainer Andreas Köpke. (Quelle: dpa)

Aus Marseille berichtet Thomas Tamberg

Auf der Dachterrasse des Cercle des Nageurs setzt Klaus Fischer gerade zum Fallrückzieher an und Michel Platini rauft sich die Haare. So wie hier im bekannten Marseiller Schwimmclub direkt an der Mittelmeerküste sind überall in der südfranzösischen Hafenstadt Großbildschirme aufgestellt. Seit feststeht, dass Frankreich und Deutschland im Halbfinale der EM 2016 die Klingen kreuzen (ab 20.45 Uhr im Live-Ticker von t-online.de), laufen dort Bilder längst vergangener Duelle hoch und runter.

Ob das für die Gastgeber die richtige mentale Vorbereitung ist? Immerhin ist das Deutschland-Trauma der französischen Nationalelf ähnlich ausgeprägt wie es das deutsche Italien-Trauma war, bis man vor wenigen Tagen in der historischen Nacht von Bordeaux das längste Elfmeterschießen der EM-Geschichte zu seinen Gunsten entscheiden konnte. 

Bilanz spricht für DFB-Team

Viermal traf man bei großen Turnieren bisher aufeinander. Dreimal hatte Deutschland das bessere Ende für sich. Lediglich beim unbedeutenden Spiel um Platz drei bei der WM 1958 konnte Frankreich gewinnen. In den beiden WM-Halbfinals 1982 und 1986 setzte sich die DFB-Elf gegen die favorisierten Franzosen um Superstar Platini ebenso durch wie zuletzt bei der WM 2014 im Viertelfinale von Rio de Janeiro

Das alles schwingt natürlich mit, wenn Frankreich im Stade Vélodrome vor 67.000 fanatischen Zuschauern versuchen wird, endlich ein anderes Kapitel über diesen Fußball-Klassiker zu schreiben.

Löw erwartet Hexenkessel

"Ich denke, die Mannschaft wird geliebt von den Fans", sagte Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps. Joachim Löw erwartet einen "Hexenkessel" und eine Hitzeschlacht - ähnlich wie in den drei großen WM-Duellen zuvor. "Am Ende kann dann daher auch der größere Wille eine Rolle spielen." Zum Anpfiff um 21 Uhr, dürften noch locker über 27 Grad im Stadion sein.

Rechtzeitig zum Duell gegen Deutschland scheint in Frankreich der Funke zwischen Mannschaft und Fans übergesprungen zu sein. Bis zuletzt war es viele Jahre lang eher ein schwieriges Verhältnis. Nach dem Spiel gegen die Schweiz gab es sogar Pfiffe.

Bierhoff: "Frankreich leicht favorisiert"

Vor allem der 5:2-Erfolg gegen Island hat die Euphorie im Land entfacht. "Wir sind jetzt voll da", sagte Deschamps danach. "Ich weiß nicht, ob Deutschland wirklich besser ist, fühlt sich Nationalmannschaftskapitän Hugo Lloris mit dem Rückenwind der Nation gleich ein bisschen mutiger.

Oliver Bierhoff hatte diesen Stimmungswandel registriert und befeuerte ihn zusätzlich. Sollen sie sich doch sicher fühlen. "Der Heimvorteil wird den Franzosen Rückenwind verleihen. Wir dagegen haben 120 Minuten in den Knochen", sagte der Teammanager und kam angesichts der vielen Verletzten im DFB-Team zum Fazit: "Frankreich ist leicht favorisiert." Toni Kroos hat "einen gewissen Druck" bei den Gastgebern ausgemacht und hofft, "dass wir die Lage ausnutzen können."

Löw fokusiert auf eigenes Team

Löw richtete den Fokus lieber auf die eigene Mannschaft. Noch nie sah man einen so in sich ruhenden Bundesltrainer wie in diesen Tagen von Frankreich. Er freue sich wahnsinnig auf dieses Spiel, schließlich seien solche Duelle zwischen großen Teams etwas ganz Besonderes. "Wir haben Respekt vor Frankreich, aber wir wissen auch genau, was wir machen müssen." Man habe Schwächen ausgemacht, sagte der 56-Jährige. "Vielleicht können wir die Franzosen damit überraschen."

EM-Reporter vor Ort 
"Wird ein hitziges Spiel gegen Frankreich"

Bei unserem Redakteur Thomas Tamberg steigt die Vorfreude aufs Halbfinale in Marseille. Video

Die Konstellation gegen den Gastgeber spielt dem DFB-Trainer zusätzlich in die Karten. Nach dem besiegten Italien-Trauma und dem Halbfinaleinzug ist diese EM aus deutscher Sicht bereits jetzt schon ordentlich verlaufen.

Erinnerungen an Brasilien 2014

"Ich gehe nicht davon aus, dass wir 7:1 gewinnen", sagte Thomas Müller, als er nach Parallelen zum Spiel gegen Gastgeber Brasilien bei der WM 2014 gefragt wurde. Dennoch: Deutschland ging damals nicht als Favorit ins Spiel. Der Druck lastete auf Brasilien. Ähnlich ist es jetzt. Frankreich will schließlich beim Heim-Turnier unbedingt Europameister werden. Aber: "Wir werden der härteste Gegner sein, den Frankreich bei diesem Turnier bisher hatte", sagte Löw.

Während Deschamps personell aus dem Vollen schöpfen kann, plagen Löw jede Menge Probleme. Auch das dämpft die Erwartungshaltung. Neben dem gesperrten Mats Hummels, fallen definitiv die verletzten Mario Gomez und Sami Khedira aus.

Grünes Licht bei Schweinsteiger

Bastian Schweinsteiger dagegen kann spielen. "Er wird auf jeden Fall beginnen", bestätigte Löw auf der Abschlusspressekonferenz und deutete zwischen den Zeilen neues Personal an. "Ich vertraue den Spielern, die reinkommen und hoffe, dass es keinen Abbruch in unserem Spiel gegeben wird."

Selten zuvor wurde so sehr darüber gerätselt wie in diesen Tagen, für welche Aufstellung und taktische Ausrichtung sich Löw wohl entscheiden würde. Auf jeden Fall erwartet der Trainer "mehr Torchancen als im Spiel gegen Italien". Frankreich sei offensiv sehr druckvoll, lobte Löw den Gegner. "Sie haben die beste Chancenauswertung und werden mit aller Wucht nach vorne spielen." Und man selbst sei natürlich auch vom Denken her offensiv ausgerichtet.

Vergleiche zu letztem EM-Titel hinken

Viel war zuletzt von Vergleichen mit 1996 die Rede. Auch damals, beim letzten deutschen Europameistertitel gab es zum Beispiel viele verletzte Spieler, so dass man sogar eigens für die Torhüter Feldspielertrikots anfertigen ließ. Die Situation sei aber in vielerlei Hinsicht mit heute nicht vergleichbar, sagte Oliver Bierhoff.

Doch eine Parallele gibt es dann doch. 1996 hatte der DFB-Tross im abgeschiedenen Hotel Mottram Hall in Prestbury (bei Manchester) mit angeschlossenem Golfplatz sein Quartier bezogen. Ähnlich war es auch hier im sehr beschaulichen Evian am Genfer See. Damals zog man zum Halbfinale in die pulsierende Metropole nach London.

Jetzt ist es also das facettenreiche Marseille an der Côte d'Azur, das einen willkommenen neuen Reiz setzt. 1996 schlug man nach dem Umzug übrigens Gastgeber England nach dramatischem Spiel im Elfmeterschießen und zog ins Finale ein. 

 

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