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Fußball - FC Bayern München: Die verzweifelte Suche nach der Krise

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Gruppe F - FC Bayern München  

Die verzweifelte Suche nach der Krise

30.11.2007, 09:28 Uhr | t-online.de

Ein Kommentar von Jörg Hausmann

Bayerns Mark van Bommel (Foto: imago)Bayerns Mark van Bommel (Foto: imago) Auf der Suche nach Ursache und Wirkung verliert sich der Betrachter längst ergebnislos: Trägt der FC Bayern München die Schuld am permanenten Krisengerede, oder stricken sich doch die Journalisten die Welt nur so, wie sie ihnen gefällt? "Wollen Sie jetzt von mir hören, dass wir in einer tiefen Krise stecken?", entfuhr es Mark van Bommel nach dem mageren 1:1 beim mittelmäßigen portugiesischen Erstligisten SC Braga. Der Fragensteller des ZDF wollte so Ähnliches tatsächlich hören. Dieses erneute Unentschieden - wie schon gegen Bolton - sei nicht nur zu wenig für das vorzeitige Weiterkommen im UEFA Cup und die Ansprüche des teuer zusammengekauften Rekordmeisters. Vor allem sollte es beweisen, dass es doch eine Krise gibt in München - weil nicht jedes Spiel gewonnen wird. Aber wer ging denn im Sommer davon aus, jedes Spiel zu gewinnen: die Münchner oder die Journalisten?

Zum Nachlesen Das Spiel des FC Bayern im Live-Ticker
Zum Durchklicken Die schönsten Bilder aus Braga

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Seit über 40 Jahren (fast immer) in der Spitze

Favorit auf den Meistertitel zu sein - mindestens auf den Meistertitel - ist für den Primus von der Isar wahrhaft nichts Neues. Seit ihrem ersten Auftauchen in der Bundesliga anno 1965 haben sich die Roten als konkurrenzfähig erwiesen und schon zwei Jahre darauf den ersten Europapokal in die Vitrinen gestellt. Das ist genau 40 Jahre her, und der FC Bayern von heute mit dem damals nicht ansatzweise mehr zu vergleichen. Doch jede Erfolgsstory hat irgendwo ihren Anfang.

Erfolg langweilt irgendwann

Um sie weiterzuschreiben, geriet der Griff ins Portemonnaie - für eine personelle Blutauffrischung - nie so tief wie im vergangenen Sommer. Diese Geister rief der Verein selbst, ganz bewusst. Damit müssen alle Angestellten in der bayerischen Landeshauptstadt leben und umgehen. Der ohnehin stets vorhandene Erfolgsdruck stieg ins Unermessliche. Eine dieser Tage spürbarer denn je gegebene Tatsache. In ihr wurzelt auch der sich drehende Wind seitens der Journalisten: Es langweilt sie längst, dass Ottmar Hitzfelds erwartete Anlaufschwierigkeiten mit dem Luxuskader ausblieben und es in den ersten Monaten der Saison praktisch nur Superlative über den vermeintlich unantastbaren Titelanwärter zu berichten gab. Insofern wird nunmehr jede Begegnung, die die Münchner nicht mit Glanz und Gloria und einer Demütigung des Gegenüber bewältigen, genutzt, um nach der Krise zu schreien. Nicht anders nach dem 1:1 in Braga.

Klose kontert den Reporter ab

Verständlich das Unverständnis im Gesicht eines van Bommels oder des Torschützen Miroslav Klose. Von dem in München exzellent seinen Job als Torjäger verrichtenden Ex-Bremer wollte der ZDF-Fieldreporter wissen, wie er denn mit der Situation umginge, dass die Entscheidung über das Überstehen der Gruppenphase des UEFA Cups nunmehr auf das letzte Heimspiel gegen Aris Saloniki verschoben sei. Das werde gewonnen, entgegnete Klose gekonnt - und entschwand. Angst vor Saloniki - bei allem Respekt vor den Griechen und generell jedem Gegner - wollte sich der Nationalstürmer nun wirklich nicht einreden lassen.

Es gibt auch noch anderswo guten Fußball

Derweil erinnerte wiederum van Bommel in den Katakomben daran, dass es auch für einen derart bestückten FC Bayern nicht einfach sei, in Braga zu gewinnen. Nur, weil von den Portugiesen auch der Großteil der Medienvertreter zuvor noch nie etwas gehört hatte, sind sie nicht automatisch zum Kanonenfutter zu erklären. Denn auch außerhalb Münchens wird mitunter guter Fußball gespielt - oder zumindest konkurrenzfähiger.

Strafversetzt in den UEFA Cup?

Das haben auch die Bayern erkannt, deren Teilnahme am so genannten "Cup der Verlierer" Torwarttrainer Sepp Maier am 4. Oktober gegenüber T-Online so einschätzte: "Es ist alleine schon eine Strafe, dass der FC Bayern da mitspielen muss." Vor allen Dingen aber handelt es sich um einen althergebrachten Wettbewerb, gegen dessen Gewinn sich die Bayern vor elf Jahren nicht gewehrt haben. Niemand spielt im Europapokal mit, um auszuscheiden.

Den Hunger nicht verlieren

Latente Arroganz war, ist und bleibt der größte Gegner der Bayern. Seine Spieler - in den vergangenen Wochen offenbar leicht eingeseift vom allseitigen Dauerlob - bemerkte Ottmar Hitzfeld, müssten wieder die zeitweise eingesparten 10 bis 20 Prozent Einsatz draufpacken: "Wenn der Hunger fehlt, wird man kein Meister." Es scheint fast, als sei es nur zur Beruhigung der permanent auf eine Krise spekulierenden Journalisten nötig, wieder ein paar Kohlen nachzuschieben, um sich von der doch nicht so chancenlosen Konkurrenz aus Bremen und Hamburg abzusetzen. Doch dann heißt es schnell wieder, die Bundesliga sei gähnend langweilig, und genau dieses Szenario hatten die Journalisten ja prophezeit. Da ihnen aber die Bayern bisher nur den Gefallen einer Niederlage taten (1:3 bei Meister Stuttgart), muss jedes Unentschieden zur gefühlten Niederlage mit zugehöriger Krise ausgebaut werden. Das aber bekam der Interviewer des ZDF von van Bommel nicht zu hören.

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