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FC Bayern München: Halbfinal-Aus im UEFA Cup womöglich manipuliert

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UEFA Cup  

Behörden ermitteln wegen Bayerns Halbfinal-Aus

01.10.2008, 17:24 Uhr | dpa

St. Petersburg führte die Bayern beim 4:0 vor (Foto: imago)St. Petersburg führte die Bayern beim 4:0 vor (Foto: imago) Die spanische Justiz ermittelt wegen des Verdachts, dass beim Halbfinal-Aus des FC Bayern München im UEFA-Pokal gegen den späteren Champion Zenit St. Petersburg (1:1/0:4) im Mai Bestechung im Spiel gewesen sein könnte. Eine Sprecherin des Nationalen Gerichtshofs bestätigte in Madrid, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Das Gericht dürfe aber zu laufenden Ermittlungen keine Einzelheiten bekanntgeben.

Der deutsche Fußball-Meister reagierte in einer schriftlichen Stellungnahme abwartend. "Dem FC Bayern München ist dieser Verdacht ebenso wenig bekannt wie der Münchner Staatsanwaltschaft. Wir werden versuchen, jegliche etwaige Information zu diesem Vorgang zu erhalten", teilte der Klub mit. Das 0:4 am 12. Mai bei Zenit St. Petersburg war die höchste Münchner Niederlage im Europapokal seit 31 Jahren. Das Hinspiel in München endete 1:1.

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Zenit prüft rechtliche Schritte

Die St. Petersburger bezeichneten den Bestechungsverdacht als Beleidigung und prüfen rechtliche Schritte. "Wer die Spiele sah, weiß, dass es eine ehrliche und kompromisslose Auseinandersetzung war", sagte ein Vereinssprecher nach Medienangaben in Moskau. Der Vorwurf sei respektlos gegenüber beiden Klubs. "Zur Zeit prüfen Juristen die Artikel der spanischen Presse. Danach werden wir über eine Klage zum Schutz unseres guten Rufes entscheiden."

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Russische Mafia-Bosse abgehört

Die Madrider Zeitungen "El País" und "ABC" berichteten in ihren Mittwoch-Ausgaben, der Verdacht der spanischen Justiz stütze sich auf abgehörte Telefongespräche von russischen Mafia-Bossen in Spanien. Der in Spanien festgenommene Gennadi Petrow, der als der Chef einer der einflussreichsten Mafia-Clans in Russland gilt, soll nach Madrider Presseberichten in einem abgehörten Telefongespräch damit geprahlt haben, für das Weiterkommen der Zenit-Fußballer gesorgt zu haben.

Angeblich Rückspielergebnis im Voraus gekannt

Er habe für den Erfolg des Außenseiters Zenit "50 Millionen" ausgegeben, sagte er nach Angaben der Zeitungen. Die Währung habe er nicht genannt. Die spanische Justiz nahm diese Äußerungen ernst genug, um ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Der im Frühjahr auf Mallorca festgenommene Petrow steht im Verdacht, der Chef des mächtigen russischen Mafia-Clans Tambowskaja in St. Petersburg zu sein. Nach den Zeitungsberichten sollen Petrow und seine Gehilfen in drei abgehörten Telefonaten davon gesprochen haben, das Halbfinale manipuliert zu haben. Der ebenfalls inhaftierte Leonid Christoforow, der als die rechte Hand Petrows gilt, soll sogar getönt haben, das Resultat des Rückspiels (4:0 für Zenit) im Voraus gekannt zu haben.

Münchner Staatsanwaltschaft weiß von nichts

Der spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzón, der die Ermittlungen gegen die russischen Mafia-Größen leitet, unterrichtete laut "El País" die deutsche Staatsanwaltschaft von seinen Untersuchungen. Bei der Münchner Staatsanwaltschaft war davon nichts bekannt.

Bayern-Spiele bislang nicht unter Manipulationsverdacht

Zenit war damals als Außenseiter in das Halbfinale gegen den hohen Favoriten FC Bayern gegangen und hatte dann im Endspiel die Glasgow Rangers 2:0 besiegt. Bisher hatte es keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass beim Erfolg der Russen gegen den deutschen Rekordmeister irgendwelche Manipulationen im Spiel gewesen sein könnten. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) betrachtet den Ausgang von rund 25 Spielen des UEFA-Pokals als verdächtig und begann eigene Ermittlungen. Das Halbfinale zwischen dem FC Bayern und Zenit gehöre laut "El País" nicht zu den überprüften Begegnungen.

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