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HSV dank Petric im Europa-League-Halbfinale

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Hamburg dank Petric im Halbfinale

08.04.2010, 17:47 Uhr | dpa, dpa

HSV dank Petric im Europa-League-Halbfinale . Der Hamburger Mladen Petric (l.) jubelt mit Joris Mathijsen. (Foto: dpa)

Der Hamburger Mladen Petric (l.) jubelt mit Joris Mathijsen. (Foto: dpa)

Dank Kunsttorschütze Mladen Petric flirtet der Hamburger SV weiter mit dem ersten Titel seit 23 Jahren. Der starke Kroate mit einem Doppelpack (20./35.) und Flaschenwerfer Paolo Guerrero (90.) schossen den deutlich verbesserten HSV beim überzeugenden 3:1 (2:1) bei Standard Lüttich ins Halbfinale der Europa League.

Jetzt trennt die Hamburger nur noch das Duell gegen Wolfsburg-Bezwinger FC Fulham vom Heimfinale am 12. Mai. Vor 29.000 Zuschauern im Maurice-Dufrasne-Stadion hatte Standards Kapitän Igor de Camargo (32.) den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Matchwinner Petric wurde in der 67. Minute von Guerrero abgelöst.

Labbadia kritisiert "extreme" Negativstimmung

"Das ist ne tolle Sache, ein ganz besonderes Gefühl", sagte HSV- Trainer Bruno Labbadia nach dem bestandenen Charaktertest, "die Mannschaft hat sehr souverän das Spiel gestaltet und auch an sich geglaubt." Für Guerrero freute er sich "ganz besonders", über die negative Stimmung der vergangenen Wochen dagegen nicht. Das sei "extrem" gewesen. "Eigentlich müsste ich sagen, ich trainiere die größte Krisenmannschaft der Bundesliga", sagte er.

Guerrero aus der Startelf verbannt

Nach tagelangen Unruhen wegen Guerreros Ausraster und der Medienschelte gegen Trainer Bruno Labbadia gingen die HSV-Profis vor Spielbeginn mit einem großen Banner "Wir für Euch - Ihr für uns" auf Schmusekurs zu ihren mitgereisten Fans, die sich versöhnlich zeigten ("gemeinsam schaffen wir die Wende"). Der reumütige Sünder Guerrero blieb zunächst draußen. Auch Piotr Trochowski musste ernüchtert auf die Bank - für ihn begann überraschend Robert Tesche.

HSV lässt Lüttich kaum Raum

Die Vereinsführung hatte eine Trotzreaktion nach den zuletzt schwachen Aufwärtsauftritten gefordert - und die Mannschaft ein klares Bekenntnis zu Labbadia angekündigt. Der Einsatz der Hanseaten stimmte, die defensive Ordnung auch. So fand der erwartete Angriffswirbel der Belgier praktisch kaum statt. Nur in der zehnten Minute kam Mehdi Carcela-Gonzalez frei zum Schuss und zwang HSV-Keeper Frank Rost zu einer Glanztat.

Tätlichkeit gegen Rost

Nach dem 2:1 im Hinspiel wollte der HSV über Ballkontrolle und Kombinationssicherheit den Gegner zu Fehlern zwingen und selbst blitzschnell zuschlagen. In der 20. Minute war's soweit: Petric köpfte Zé Robertos abgefälschte Flanke mühelos zum 1:0 ein. Statt beruhigt ihre technische und taktische Überlegenheit auszuspielen, verfielen die HSV-Asse bei Poccognolis Freistoß in kollektiven Tiefschlaf. De Camargo, von Gladbach umworben, schaffte ebenfalls per Kopf ungehindert den Ausgleich. Seine Tätlichkeit gegen Rost (45.) blieb ungeahndet.

Fallrückzieher zum Schnalzen

Sichtlich bemüht um positive Signale, hatte der angespannte Labbadia die Dienstreise nach Lüttich zu einem Festtag ausgerufen. Für Vollzeittorjäger Petric hat sich der emotionale Betriebsausflug ganz besonders gelohnt. Nach einer Traumflanke von Dennis Aogo gelang dem Kroaten mit einem Fallrückziehern Marke Tor des Monats die 2:1- Halbzeitführung. Ein Torrichter der UEFA wurde kurz davor von einem Gegenstand getroffen und musste in der Pause behandelt werden. Standard droht eine saftige Geldstrafe.

Lüttich kommt nicht mehr zurück

Auch nach dem Wechsel hatten die Norddeutschen wenig Mühe mit den überforderten Belgiern, die nicht mehr so recht ans Weiterkommen zu glauben schienen. HSV-Stürmerstar Ruud van Nistelrooy vergab in der 49. Minute noch einen Hochkaräter, ehe der Tabellenachte Belgiens durch Axel Witsel (54.) und Mbokani (60.) gleich zweimal aus aussichtsreicher Position scheiterte. Das Spiel plätscherte vor sich hin, und der HSV holte sich mit dieser reifen Leistung neues Selbstvertrauen für den Endspurt in der Liga. Bereits im Vorjahr stand der Bundesliga-Dino in der Vorschlussrunde des UEFA Cups.

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