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HSV steht vor Scherbenhaufen der Saison

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Hamburger SV  

Der Fisch, der Kopf und das Stinken

30.04.2010, 07:52 Uhr | t-online.de, t-online.de

HSV steht vor Scherbenhaufen der Saison. HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann geht die Arbeit bei seinem Verein nicht aus. (Foto: imago)

HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann geht die Arbeit bei seinem Verein nicht aus. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Im April vor dem Scherbenhaufen einer Saison voller berechtigter Hoffnungen zu stehen, kennen sie beim Hamburger SV. Wie im Vorjahr wird das Bundesliga-Gründungsmitglied ohne Titel bleiben. Das steht seit dem ebenso überflüssigen wie ernüchternden 1:2 beim FC Fulham fest. Auch der kurzfristige Trainerwechsel von Bruno Labbadia zu dessen vorherigem Mitstreiter Ricardo Moniz reihte sich ob des Ausscheidens im Halbfinale der Europa League ein in die Pannenserie der letzten Wochen. Zu verantworten hat das Personalkarussell der vergangenen Tage und Jahre Vorstandsboss Bernd Hoffmann. Die Fans der Hanseaten machten ihrer Enttäuschung in London mit "Hoffmann raus!"-Rufen Luft.

Beiersdorfer war plötzlich zu mächtig

Der Mann, der alljährlich von einer glänzenden Zukunft des HSV spricht und davon, an ihr zu basteln, legte mit dem Rauswurf des von praktisch allen Seiten angefeindeten Labbadia einen erneuten Offenbarungseid ab. Das Modell Hoffmanns, nach dem Weggang des beliebten und erfolgreichen Martin Jol und der Freisetzung des Hoffmann plötzlich zu mächtigen Sportdirektors Dietmar Beiersdorfer gemeinsam mit Labbadia zu neuen Ufern aufzubrechen, liegt in Trümmern. Der HSV ist in der kommenden Saison international nur Zuschauer. "Ein Traum, den wir zwei Jahre gehabt haben, ist zerplatzt. Die ganze organische Entwicklung, immer ein Stück besser zu werden, da fehlt der letzte Schritt, der letzte Punch", bilanzierte Hoffmann nach den 94 Minuten von Fulham.

Potente Abgänge sind zu verkraften

Wenn es nach der WM daran geht, den HSV neu aufzustellen, so werden einige fehlen, die noch kürzlich als unverzichtbar galten: Mit Jerome Boateng wechselt nach dem Belgier Vincent Kompany und dem Niederländer Nigel de Jong schon der dritte Hamburger binnen zwei Jahren zu Manchester City. Offen ist, was aus Zé Roberto, Piotr Trochowski und auch Paolo Guerrero wird. Die beiden ersten konnten irgendwann gar nicht mehr mit Labbadia. Und Guerrero erwies sich selbst nach gerade überstandenem Kreuzbandriss mit dem viel diskutierten Flaschenwurf gegen einen aufgebrachten Fan einen Bärendienst. Der Peruaner aber bliebe gerne Hamburger.

Von wegen "organische Entwicklung"

Guerrero ginge dann in seine fünfte Saison an der Elbe und wäre Teil einer "organischen Entwicklung", die Hoffmann an anderer Stelle einmal mehr abgewürgt und ausgebremst hat. Mit einer Trainer-Entlassung 180 Bundesligaminuten vor dem Saisonschluss. Vor der "organischen Entwicklung" steht der Wille des hauptsächlich Verantwortlichen, sie durchzuziehen. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat eine gute Leistung gebracht, bis zur 70. Minute." Insofern trifft Hoffmanns Analyse wieder den Punkt. Die Mannschaft rehabilitierte sich - zumindest zu drei Vierteln der wichtigsten Begegnung der Spielzeit - für die Arbeitsverweigerung beim 1:5 in Hoffenheim.

Labbadia ist weg - und die Riesenchance auch

Diese Mannschaft war anschließend "so enttäuscht", wie es Hamburgs Torschütze zum 1:0, Mladen Petric, zusammenfasste: "Es war eine Riesenchance, das Finale im eigenen Stadion zu spielen." Die Spieler lecken ihre Wunden, nachdem sie erfolgreich dafür gesorgt hatten, dass das "Geschwür" Labbadia aus dem kränkelnden HSV-Körper in einem ambulanten Eingriff entfernt wurde. "Chirurg" Hoffmann aber, so sehen es die mit dem untrügerischen Gespür für Schwingungen und Stimmungen ausgestatteten Fans, solle das Skalpell jetzt endlich aus der Hand legen.

Emotionen von den Rängen

Ihre lautstarke Forderung in diese Richtung wollte Hoffmann "nicht überbewerten. Das ist nicht schön, das sind Emotionen, die raus müssen. Alle, die mit dem HSV gezittert haben, verspüren den gleichen Frust." Und er schob gleich ein Argument nach, das allerdings der subjektiven Überprüfung jedes einzelnen Fans unterworfen bleibt: "Der Verein hat eine exzellente Entwicklung genommen, es ist nicht mehr der Verein von vor sieben Jahren."

Hoffmann: "Spaß an der Arbeit"

Und da sich Hoffmann diese "exzellente Entwicklung" trotz aller Trainer-Rotation auch zu einem gehörigen Teil selbst zuschreibt, stehen Konsequenzen seine eigene Person betreffend, nicht zur Diskussion. Dass der nach Salzburg verjagte Sportdirektor Beiersdorfer auch an sechs der letzten sieben Jahren aktiv beteiligt war zum Wohle des HSV, muss sich der Interviewer in Hoffmanns Analyse dazudenken. Mit Urs Siegenthaler gesteht Hoffmann nach der WM zumindest einem neuen Sportdirektor zu, unter ihm zu arbeiten. Der Chef aber heißt weiter Hoffmann: "Die Frage stellt sich nicht, die Arbeit macht mir Spaß." Ob es auch so wäre, säße Hoffmann mal auf der anderen Seites seines Schreibtisches?

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