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Schlaudraff lässt Hannover von Gruppenphase träumen

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Starke Hannoveraner bezwingen den FC Sevilla

22.08.2011, 09:27 Uhr | dpa, dpa

Schlaudraff lässt Hannover von Gruppenphase träumen. Jan Schlaudraff war der Mann des Tages bei Hannover. (Foto: dapd)

Jan Schlaudraff war der Mann des Tages bei Hannover. (Foto: dapd) (Quelle: dapd)

Famose Fußball-Fiesta für Hannover 96: Der überragende Jan Schlaudraff hat dem Bundesligisten gegen den FC Sevilla ein beeindruckendes Comeback auf der europäischen Bühne beschert. Durch den Doppelpack des Ex-Nationalspielers (6./45. Minute) zum überzeugenden 2:1-Sieg gegen den spanischen Spitzenklub haben die Niedersachsen 19 Jahre nach dem bislang letzten Europapokalspiel alle Chancen auf das Erreichen der Gruppenphase in der Europa League. "Wir müssen jetzt noch einmal 90 Minuten Gas geben, dann ist alles möglich", sagte Doppel-Torschütze Schlaudraff.

Einzig der unnötige Gegentreffer durch Sevillas Altstar Frederic Kanouté (37.) trübte die prächtige Stimmung an einem ansonsten fast perfekten Europapokalabend. "Das ist ärgerlich, aber wir haben gesehen, dass wir auf Augenhöhe sind, wir haben verdient 2:1 gewonnen", bilanzierte 96-Trainer Mirko Slomka.

Schlaudraff: "Haben verdient gewonnen"

Mit einem fantastischen Außenrist-Treffer in der Anfangsphase und einer Direktabnahme nach feinem Zusammenspiel mit Manuel Schmiedebach kurz vor der Pause sorgte Schlaudraff vor 43.500 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Arena für Feierstimmung.

"Dass es heute so gut geklappt hat, ist natürlich sehr erfreulich. Die Vorfreude war riesig, wir wollten Sevilla Paroli bieten und haben verdient gewonnen", sagte Schlaudraff. Während dem letztjährigen Champions-League-Halbfinalisten FC Schalke 04 nach der peinlichen 0:2-Pleite bei HJK Helsinki das Aus im europäischen Vereinsfußball droht, kann Hannover nach der starken Schlaudraff-Show optimistisch zum Rückspiel nach Spanien in einer Woche fahren.

Hannover erwischt einen Traumstart

Beflügelt von der prächtigen Atmosphäre im Stadion starteten die Niedersachsen voller Engagement und Leidenschaft in die Partie. Nach 19-jähriger Abstinenz von Europas Fußballgeschehen agierte 96 ohne Respekt vor dem zweimaligen UEFA-Cup-Gewinner. Die Fans wurden nach dem langen Warten auf dieses Top-Ereignis mit feiner Fußballkost verwöhnt. "Das ist insgesamt ein sehr sehr gutes Spiel", analysierte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke zur Pause im ZDF zufrieden.

Nachdem Sevilla-Schlussmann Andres Palop nach vier Minuten noch vor Schlaudraff retten konnte, war er 120 Sekunden später machtlos gegen den Kunstschuss des Hannover-Stürmers. Von Mohammed Abdellaoue schön in Szene gesetzt, schob Schlaudraff den Ball mit dem Außenrist an Palop vorbei ins kurze Eck. "Den muss man erst mal so eiskalt reinschieben", meinte Schmadtke zur frühen 1:0-Führung.

Kanouté bestraft Cherundolos Fehler

Zehn Minuten vor der Pause hätte Vorlagengeber Abdellaoue selbst vollenden können, doch Palop rettete mit einem starken Reflex (34.). Weil auch die Gäste aus Spanien gefällig kombinierten und offensiv zu Werke gingen, entwickelte sich eine höchst unterhaltsame erste Halbzeit. Zunächst wurde Hannover, das 1992 im Europapokal der Pokalsieger in der ersten Runde gegen Werder Bremen rausflog, eiskalt erwischt. Nach einem Fehlpass von Kapitän Steven Cherundolo, der wieder in die Startelf zurückgekehrt war, spielten die Spanier die Hintermannschaft Hannovers aus und Kanouté schob den Ball am chancenlosen Ron-Robert Zieler vorbei ins Netz.

Nur kurz war der Bundesliga-Vierte der Vorsaison geschockt vom 1:1. Eine tolle Kombination über Schlaudraff, Manuel Schmiedebach und wieder Schlaudraff schloss der Mann mit der Rückennummer 13 zu seinem zweiten nicht weniger sehenswerten Treffer ab.

Stehende Ovationen für Schlaudraff

Vor den Augen von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und DFL-Chef Christian Seifert verlor das Duell auch nach dem Wechsel nichts von seiner Intensität. Hannover war das Selbstbewusstsein nach dem starken Saisonstart, Gegner Sevilla die Motivation in der ersten Pflichtpartie der neuen Spielzeit anzumerken. Der ehemalige HSV-Profi Piotr Trochowski versuchte es immer wieder mit Schüssen aus der Distanz, agierte aber insgesamt zu verhalten. Bei Schlaudraffs Auswechslung nach 75 Minuten erhoben sich die Zuschauer von ihren Sitzen - mit Glück und Engagement verteidigte 96 den Sieg.

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