05.12.2012, 18:18 Uhr | dpa
Auf Ballhöhe: Der VfB Stuttgart setzt gegen Molde auf Treffer von Vedad Ibisevic. (Quelle: imago/Pressefoto Baumann)
Der VfB Stuttgart bekommt den Gruppenzwang zu spüren. Bereits sechs Bundesligisten haben das Überwintern im internationalen Geschäft sicher - die Schwaben wollen nun den historischen Erfolg perfekt machen. Mit einem Sieg im letzten Spiel der Gruppe E gegen Molde FK (Donnerstag ab 18.45 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) kann die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League schaffen.
"Für die Bundesliga ist das ein gutes Zeugnis. Wir wollen gerne weiter mit dabei sein", sagte Labbadia zur Chance, dass sieben deutsche Teams weiterkommen können. Für den Coach steht fest: "Wir wollen den Sack gerne zumachen. Die Vorfreude auf das Spiel ist groß." Gegen Molde rechnet er mit einem Geduldsspiel: "Sie spielen sehr unaufgeregt, weil ein Rädchen ins andere greift."
Labbadia muss gegen die bereits ausgeschiedenen Norweger personell weiter improvisieren. Da der etatmäßige Sechser William Kvist wegen einer Mittelfußverletzung für den Rest des Jahres ausfällt, könnte der Trainer auf Christian Gentner und Zdravko Kuzmanovic als doppelte Absicherung vor der Viererkette setzen. Ein kleines Fragezeichen steht hinter Serdar Tasci: Der VfB-Kapitän hat Rippenprobleme.
Auch Umstellungen in der Offensive sind für das Millionenspiel gegen Molde denkbar. So könnte Martin Harnik wieder in die Startelf rutschen - auch wenn der sonst unverzichtbare Österreicher zuletzt weit unter Niveau spielte.
Der VfB hat an Molde jedenfalls keine guten Erinnerungen. Am 4. Oktober kassierten die Schwaben mit einem 0:2 ihre einzige Niederlage in dieser Europa-League-Saison. Seit diesem zweiten Spieltag rappelten sich Vedad Ibisevic und Teamkameraden jedoch auf und holten aus den folgenden drei Partien sieben Zähler. Sogar der Gruppensieg ist noch drin. Dafür muss der VfB (acht Punkte) gegen Molde (3) gewinnen, und Steaua Bukarest (10) gegen den FC Kopenhagen (7) höchstens Unentschieden spielen.
Der Respekt vor dem Klub aus dem 26 000 Einwohner Städtchen an der Westküste Norwegens ist nicht nur wegen des Hinspiels groß. Unter Trainer Ole Gunnar Solskjær, dem früheren Torjäger von Manchester United, holte Molde zweimal in Serie die Meisterschaft. Das ist vor allem das Verdienst des 39-Jährigen, der dem Verein am Moldefjord mehr Professionalität und Selbstvertrauen verpasste.
Auch Labbadia hat beim VfB Spuren hinterlassen. Dass der gebürtige Darmstädter nun fast zwei Jahre im Amt ist, steht für Kontinuität. Und da wäre das Überwintern auf internationalem Parkett ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung von Trainer, Mannschaft und Verein.
Schließlich kann dann der VfB auf seinem Konsolidierungskurs bestenfalls auf weitere Millionen Euro hoffen. "Das Weiterkommen würde uns unheimlich weiterbringen", sagte Labbadia.
VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Boka - Gentner, Kuzmanovic - Harnik, Traoré - Hajnal - Ibisevic.
Molde FK: Pettersen - Linnes, Vatshaug, Forren, Rindar¢y - Gatt, Eikrem, Hestad, Moström - Berget, Chima.
Schiedsrichter: Blom (Niederlande).
Quelle: dpa
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