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DFB und DFL: Bundeskartellamt bringt Verbände in Bedrängnis

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Streit mit dem Kartellamt  

Auch die Frauen-WM ist in Gefahr

07.04.2008, 14:32 Uhr | sid, dpa

Der Streit mit dem Kartellamt wirbelt den Fußballbetrieb durcheinander (Foto: imago)Der Streit mit dem Kartellamt wirbelt den Fußballbetrieb durcheinander (Foto: imago) Das vom Bundeskartellamt angestrengte Verfahren wegen des Verdachts auf wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei der Sponsorensuche könnte für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) gravierende Folgen haben. Wie der "kicker" berichtet, drohen den Funktionären von DFB und DFL hohe Geldbußen. Zudem sei auch eine Absage der Frauen-WM 2011 in Deutschland möglich. "Wir müssen uns zumindest ein Worst-Case-Szenario einstellen", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger dem "Hamburger Abendblatt" und fügte hinzu: "Das Bußgeldverfahren macht mich nicht nervös".

Streit mit dem Kartellamt DFB wehrt sich
Deutsche Fußball-Liga TV-Vertrag ans Kartellamt

DFB-Spitze muss sich Fragen stellen

DFB-Sprecher Harald Stenger erklärte, dass im "kicker"-Bericht, Fragen aufgeworfen seien, "denen sich die DFB-Spitze in den vergangenen Tagen auch stellen musste und die uns weiter bewegen". Zugleich bestätigte er, dass weiterhin das vom Bundeskartellamt eingeleitete Ordnungswidrigkeits-Verfahren wegen des Verdachts auf wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei der Sponsorensuche gegen den DFB anhängig sei. "Aus unserer Sicht können dabei im ungünstigsten Fall persönliche Geldbußen gegen handelnde Personen des DFB verhängt werden", erklärte Stenger.

Absprachen werden unterbunden

So kann das Kartellamt Sanktionen bei Verstößen gegen die "Informationssperre", die laut Informationen des "kicker" und der "Bild"-Zeitung nach der Hausdurchsuchung in der DFB-Zentrale am 26. Februar ausgesprochen wurde, verhängen. Danach dürfen DFB- und DFL-Verantwortliche miteinander nicht über Sponsoren sprechen. Bei Zuwiderhandlung müssen DFB-Chef Theo Zwanziger oder Liga-Präsident Reinhard Rauball mit Geldbußen rechnen. Für den DFB würden diese auf Grundlage des Jahresumsatzes von 80 Millionen Euro bis zu 8 Millionen Euro betragen. Die DFL sähe sich bei einem Umsatz von 1,75 Milliarden Euro einer Forderung von 175 Millionen Euro ausgesetzt.

Niersbach: "Lieber diese Woche als nächste Woche"

"Das ist eine Belastung für die DFB-Führung und für das Management", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach. Er betonte: "Die Vorwürfe sind absurd. Das ist doch jahrelang nicht als Geheimaktion gelaufen." Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Sporthilfe hätten eine gemeinsame Vermarktung. Er hoffe nun, dass das Kartellamt für eine schnelle Klärung sorgt: "Lieber diese Woche als nächste Woche."

Pokalfinale und Testspiele gesichert

Entwarnung hatten die Wettbewerbshüter nur in Bezug auf die drohende Absage des DFB-Pokalfinals am 19. April sowie der Länderspiele am 27. Mai in Kaiserslautern gegen Weißrussland und am 31. Mai in Gelsenkirchen gegen Serbien gegeben. In einem Brief hatte das Kartellamt mitgeteilt, dass es keine "kartellrechtliche Bedenken" habe. "Alles Weitere ist vorerst unklar", so Stenger. Er bestätigte aber, dass es intensive Gespräche zwischen DFB-Anwälten und dem Kartellamt gab. "Es besteht Hoffnung, dass mehr Verständnis als bisher zu unserer Sichtweise sportspezifischer Fragen besteht", sagte Stenger.

Schäuble stärkt DFB und DFL den Rücken

Unterstützung bekommen die Fußballverbände in der Auseinandersetzung mit dem Kartellamt durch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. "Ich muss ehrenamtlichen Organisationen, um ehrenamtliches Engagement zu fördern, einen größeren Freiraum zur Selbstregulierung ermöglichen", sagte der CDU-Politiker in einem Interview, das der DFB auf seiner Internetseite veröffentlichte. "Deswegen habe ich auch viel Verständnis, dass DFB und DFL bestreiten, ihre Absprachen, die ja auch den Amateurbetrieb betreffen und schützen, seien ein Kartell-Tatbestand." Nun müsste man Wege finden, um zu vernünftigen Gesprächen zu kommen. "Im Übrigen bin ich ohnehin der Überzeugung, unsere Gesellschaft und freiheitliche Ordnung bleiben stabiler, wenn nicht alles über den gleichen Leisten geschlagen wird", sagte Schäuble.

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