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WM 2011: Tickets als Ladenhüter

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WM-Tickets als Ladenhüter

14.07.2011, 06:52 Uhr | t-online.de

WM 2011: Tickets als Ladenhüter. OK-Chefin Steffi Jones wirbt im Vorfeld der Frauen-WM für die Eintrittskarten. (Foto: imago)

OK-Chefin Steffi Jones wirbt im Vorfeld der Frauen-WM für die Eintrittskarten. (Foto: imago)

Von Sebastian Schlichting und Michael Glang

Die Fakten bei der Frauen-WM 2011 ließen sich vor den Halbfinals nicht wegdiskutieren: Deutschland raus, Schweden und Japan drin. Doch so mancher Zuschauer hielt sich nicht groß mit Fakten auf. Am Frankfurter Hauptbahnhof schminkten freundliche Helferinnen jedem, der es wollte, Landeswappen auf die Wange. Nicht wenige entschieden sich für Schwarz-Rot-Gold. Harmonierte ja auch am besten mit dem Deutschland-Trikot und der dazu passenden Kappe. So, als würden vielleicht doch Nadine Angerer und Co. im Halbfinale auflaufen, wenn man nur fest genug daran glaubt. Aber dann waren es wie erwartet Japan und Schweden, beziehungsweise zuvor in Mönchengladbach Frankreich und die USA.

Die Welle kommt nicht in Fahrt

Diese vier Nationen sind jetzt die Hauptfiguren in einer Aufführung, der die eigentlichen Hauptdarstellerinnen abhanden gekommen sind. Sie sollen dafür sorgen, dass die WM schwungvoll zu Ende geht. Doch das können sie gar nicht leisten, da sich viele Zuschauer bereits unwiederbringlich abgewandt haben.

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Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass die WM rund um die deutsche Mannschaft in Sachen öffentlichen Interesses Welten über dem Rest lag, wurde dieser nun live erbracht. In Mönchengladbach, wo vor gut einer Woche vor ausverkauftem Haus Deutschland und Frankreich für eines der spektakulärsten Spiele des Turniers gesorgt hatten, blieben beim ersten Halbfinale 20.000 der insgesamt 46.000 Plätze frei. Selbst eine der Lieblingsbeschäftigungen der Zuschauer, die Welle schon früh und immer wieder durchs Rund zu schicken, fiel im halbleeren Stadion schwer.

Wohnzimmer statt Stadion

In Frankfurt profitierten die Organisatoren noch einmal vom deutschen Team. Das stand aber nicht auf dem Rasen, sondern war nur in Person von Bundestrainerin Silvia Neid auf der Tribüne anwesend. In der Erwartung der Fans war Deutschland für diese Partie gebucht. Schon im Vorverkauf war sie nahezu ausverkauft. Doch dann kam der Tränen-Abend von Wolfsburg, verbunden mit dem schockartig frühen Urlaubsbeginn für die deutschen Frauen. Mit der Folge, dass einige Kartenbesitzer einen Abend im heimischen Wohnzimmer dem regnerisch-kalten Live-Erlebnis vorzogen. Rund 3000 Plätze waren nicht besetzt. Die, die gekommen waren, verfolgten das Geschehen mit höflicher Zurückhaltung.

Bei großen Turnieren stoßen die geforderten Summen auf dem Schwarzmarkt in Richtung eines soliden Gebrauchtwagens vor, je weiter die Veranstaltung dem Höhepunkt zustrebt. Das war bei dieser WM ohnehin unrealistisch, doch die nun aufgerufenen Preise dürften selbst abgebrühte Schnäppchenjäger in höchste Verzückung versetzt haben. Direkt nach dem Ausscheiden der deutschen Frauen war die Zahl der Karten-Angebote für das Spiel in Frankfurt beim Aktionshaus ebay drastisch in die Höhe geschnellt und der Preis ebenso rapide verfallen.

Tickets zum Schnäppchenpreis

Karten, die zum Originalpreis verkauft werden sollten, wurden trotz des fast schon flehentlichen Zusatzes "Keine Abzocke" zum Ladenhüter. Wer die Hälfte des Ausgabepreises bekam, musste schon zufrieden sein. Manche Tickets im Wert von 75 Euro schafften es nur mühsam an die 20 Euro ran. Die Weltmeisterschaft ist in ihrer entscheidenden Phase – und die Tickets werden verramscht.

An den Containern, an denen am Stadion in Frankfurt noch Karten erhältlich waren, ging es sehr übersichtlich zu. Drumherum versuchten viele, bei Nieselregen und 15 Grad, für einen wenigstens halbwegs vernünftigen Preis überzählige Tickets loszuwerden. Die Aktion war ähnlich vielversprechend wie ein Versuch, bei diesem Wetter Sonnencreme unters Volk zu bringen.

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