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Bayern-Frauen wollen Cup-Favorit FFC stürzen

11.05.2012, 12:50 Uhr | dpa

Bayern-Frauen wollen Cup-Favorit FFC stürzen. Thomas Wörle hofft im Pokalfinale auf einen "historischen Tag".

Thomas Wörle hofft im Pokalfinale auf einen "historischen Tag". (Quelle: dpa)

Köln (dpa) - Nobodys gegen Rekordchampion, hungrige Talente gegen erfahrene Nationalspielerinnen, Herausforderer gegen Titelverteidiger - die Rollen im 32. DFB-Pokal-Finale der Fußballerinnen sind klar verteilt.

Der mit zahlreichen Stars gespickte 1. FFC Frankfurt geht gegen Bayern München an diesem Samstag in Köln als Favorit ins Duell um die elf Kilogramm schwere Silbertrophäe. Gleichwohl wollen die Bayern-Frauen den Grundstein für ein Novum in der deutschen Pokal-Historie legen. Gelingt ihnen der Sieg, können Lahm und Co. beim Berliner Cup-Finale gegen Borussia Dortmund vier Stunden später das erste "Club-Double" perfekt zu machen.

Für den erste Erfolg bei ihrer dritten Finalteilnahme nach 1988 und 1990 beschwören die Bayerinnen sogar das Selbstbewusstsein der Vereinskollegen, in deren Schatten sie seit Jahren um Anerkennung ringen. "Wir haben auch eine Mia-san-Mia-Mentalität", behauptet Managerin Karin Danner: "Und die wollen wir gegen Frankfurt abrufen."

Allerdings macht das den Frauen zugeteilte Jahresbudget maximal soviel aus, wie ein "schlecht bezahlter" Bayern-Profi pro Saison verdient. "Der Verein ist auch unser Sponsor. Unsere Bedürfnisse sind im Profi-Etat enthalten", gibt Danner zu. Vor diesem Hintergrund wären die 60 000 Euro, die der Cup-Sieger als DFB-Prämie einstreicht, für die Bayern-Frauenabteilung ein willkommenes Zubrot. 40 000 Euro bekommt der unterlegene Finalist.

Obwohl der Etat des Titelverteidigers aus Hessen (1,8 Millionen Euro) ungleich höher ist, traut Karl-Heinz Rummenigge seinen Fußballerinnen den Coup zu. Es sei eine "wunderbare Sache" mit Frauen und Männern im Finale zu stehen. "Darauf können wir alle in unserem Club sehr stolz sein. Es zeigt, dass beim FC Bayern auch abseits der Lizenzspielerabteilung erstklassige Arbeit geleistet wird", betont der FCB-Vorstandsvorsitzende. Zwar sind die Frankfurterinnen bei ihrer zwölften Endspielteilnahme für Rummenigge favorisiert. Aber: "Unser junges Team von Trainer Thomas Wörle wird hochmotiviert sein, den Cup erstmals nach München zu holen."

Anders als sein FFC-Kollege Sven Kahlert, der fast nur international erfahrene Akteurinnen aufbieten kann, muss Wörle auf den Erfolgshunger seiner Talente vertrauen. In Lena Lotzen (18 Jahre) und Torhüterin Kathrin Längert hat er nur zwei aktuelle deutsche Nationalspielerinnen im Team, muss zudem die routinierte Petra Wimbersky und Mittelfeldstar Julia Simic (beide Kreuzbandriss) ersetzen. "Aber wir werden jede Chance nutzen, Frankfurt das Leben schwer zu machen. Es kann ein historischer Tag werden", erklärte der Bayern-Coach.

München - das ist das Stichwort für den FFC. Fünf Tage nach dem Pokal-Finale wartet auf den Branchenriesen genau wie auf die Männer des FC Bayern mit dem Champions-League-Finale das nächste Highlight. Im Olympiastadion in der bayerischen Landeshauptstadt ist Titelverteidiger Olympique Lyon der Gegner. Frankfurts Manager Siegfried Dietrich lässt nach der verpassten Meisterschaft keinen Zweifel an den Zielen. Titel müssen her: "Wir wollen zum neunten Mal den Pokal nach Frankfurt holen und dann alles daran setzen, uns die europäische Krone aufzusetzen."

1. FFC Frankfurt: Schumann - Weber, Bartusiak, Kumagai, Lewandowski - Garefrekes, Huth, Marozsan, Behringer - Smisek, Bajramaj (Crnogorcevic)

FC Bayern München: Längert - Baunach, Wenninger, Huyleur, de Pol - Lotzen, Bürki, Cross, Feiersinger - Hagen, Bachor

Schiedsrichterin: Inka Müller-Schmäh (Potsdam)

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