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Frauen-EM 2013: Die Zeit der Ausreden für das DFB-Team ist vorbei

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DFB-Frauen auf der Suche nach Einheit

21.07.2013, 09:49 Uhr | t-online.de, dpa

Frauen-EM 2013: Die Zeit der Ausreden für das DFB-Team ist vorbei. Für Saskia Bartusiak und die DFB-Frauen wird es ernst. (Quelle: imago/Pressefoto Baumann )

Für Saskia Bartusiak und die DFB-Frauen wird es ernst. (Quelle: Pressefoto Baumann /imago)

Keine Ausreden mehr: Die deutschen Fußball-Frauen müssen sich im Viertelfinale gegen Italien (Sonntag ab 18 Uhr im Live-Ticker) wieder als spiel- und kampfstarke Einheit präsentieren. Sonst ist der EM-Titel futsch, und die Diskussion um Bundestrainerin Silvia Neid würde Fahrt aufnehmen. Nicht zuletzt deshalb formulierte Teammanagerin Doris Fitschen eine klare Forderung an das Team, das bisher in Schweden unter den Möglichkeiten blieb: "Man kann gegen Italien ausscheiden. Das ist eine sehr schwer zu spielende Mannschaft. Aber wenn man ausscheidet, kommt es darauf an, wie man ausscheidet."

Gefordert sind vor allem die älteren und erfahrenen Spielerinnen wie Torhüterin Nadine Angerer, die Innenverteidigung mit Annike Krahn und Saskia Bartusiak sowie die Doppel-Sechs mit der nach einem Infekt wieder genesenen Lena Goeßling und Nadine Keßler. Topstürmerin Celia Okoyino da Mbabi ist nach eigenem Anspruch ebenfalls eine Führungsspielerin, doch auch die Torjägerin ließ bislang zu viele Chancen liegen. Schließlich hat die DFB-Elf nur beim 3:0 gegen Island getroffen, viel zu wenig für den hoch gehandelten Rekord-Europameister.


Defensiv gut, offensiv nicht

Neid war mit der Defensiv-Leistung ihrer Elf bisher zufrieden, mit der Torausbeute hingegen nicht: "Auffällig war in den Spielen gegen die Niederlande und Norwegen, dass wir den Ball oft ins Tor legen wollten. Man kann auch mal aus der Distanz schießen." Man müsse sich mehr Chancen erarbeiten und auch konsequent den Abschluss suchen.

Neid hat gegen Italien wieder alle Spielerinnen an Bord. Lena Goeßling hat ihre Erkältung auskuriert, Jennifer Cramer ihre Gelb-Sperre abgesessen. Dass Melanie Leupolz das Abschlusstraining im Stadion ausließ, war eine Vorsichtsmaßnahme.


"Körpersprache fehlte definitiv"

Die 28-jährige Krahn ist eine der wenigen wirklichen Kämpfertypen in der Elf. So ist es kein Wunder, dass Krahn vor allem "die Körpersprache" der Teamkolleginnen im mit 0:1 verlorenen letzten Gruppenspiel gegen Norwegen monierte. "Die Körpersprache fehlte definitiv, dass man den unbedingten Willen sieht, das Spiel noch zu drehen."

Neid ist klar, dass auch sie verstärkt in den Fokus gerät, wenn es gegen Italien schief läuft. Auch wenn der eigens anreisende DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ihr demonstrativ den Rücken stärkte. Doch es wäre es nach dem bitteren Scheitern bei der verkorksten Heim-WM vor zwei Jahren schon die zweite Viertelfinal-Niederlage bei einen großen Turnier unter Neids Führung.


100:22 Tore

Da hilft auch die glänzende Bilanz zwischen WM und EM wenig. Denn der Weltranglisten-Zweite verlor von 30 Partien seit dem 0:1 gegen Japan am 9. Juli 2011 in Wolfsburg nur zwei Mal: im Algarve-Cup-Finale 2013 0:2 gegen die USA und eben gegen Norwegen. Darüber hinaus stehen 20 Siege und acht Remis bei einem Gesamt-Torverhältnis von 100:22 zu Buche.

Keiner im DFB-Team hat Lust darauf, dass gegen Italien die dritte Pleite folgt. "Wenn wir unsere Leistung bringen, sind wir schwer zu schlagen", befand Bartusiak. Ansonsten sollten sich alle Angerers Appell zu Herzen nehmen, den die Spielführerin direkt nach der Norwegen-Pleite ans Team richtete: "Wenn wir nicht bald den Arsch hochkriegen, wird das kein gutes Turnier."

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