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Frauen-EM 2013: DFB-Team schlüpft in die Außenseiterrolle

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DFB-Team will nichts von der Favoritenrolle wissen

24.07.2013, 09:13 Uhr | dpa

Frauen-EM 2013: DFB-Team schlüpft in die Außenseiterrolle. Celia Okoyino da Mbabi (Quelle: dpa)

Der Einsatz von Celia Okoyino da Mbabi ist nicht nicht sicher. (Quelle: dpa)

Heute Abend trifft die DFB-Elf bei der Frauen-EM im Halbfinale auf Gastgeber Schweden (ab 20.15 Uhr im t-online.de Live-Ticker). Und trotz spürbarer Anspannung genießen die Titelverteidigerinnen ihre Außenseiterrolle sichtlich. "Dass Schweden Favorit ist, liegt doch auf der Hand. Sie spielen zu Hause, haben die ganzen Fans hinter sich", sagte Bundestrainerin Silvia Neid. "Sie haben ein Team mit großer Erfahrung und vielen Weltklassespielerinnen. Wir sind hier ja hier quasi mit einer U 23."

Das verbale Understatement soll mit dem Anpfiff in geballte Energie umschlagen. "Es wird sicherlich heiß hergehen", sagte Simone Laudehr. Und Neid ließ ebenfalls eine Kampfansage folgen: "Letztlich ist es doch total egal, wer Favorit war und wer nicht. Es geht darum, das Spiel zu gewinnen und ins Finale zu kommen."

Spielerinnen fiebern dem Highlight entgegen

Dass die skandinavischen Fans das Team von Pia Sundhage im mit 16.400 Zuschauern ausverkauften Stadion Gamla Ullevi nach vorne peitschen werden, soll den Europameister anspornen, nicht lähmen. "Die Stimmung wird grandios sein. Das ganze Stadion ist gegen uns und wir können befreit aufspielen", sagte Lena Goeßling. Anja Mittag, die seit zwei Jahren für den FC Malmö spielt, hätte Schweden zwar lieber erst im Finale gehabt, sieht es aber genauso. "Die Schweden sind sehr freundliche Menschen. Sie werden uns sicher nicht ausbuhen, aber total hinter ihrer Mannschaft stehen. Was Schöneres, als gegen sie zu spielen, gibt es doch gar nicht."

In den vergangenen Jahren konnte die DFB-Elf die Schwedinnen in entscheidenden Partien immer bezwungen: Zum Beispiel im WM-Finale 2003 in den USA, als Nia Künzer das Golden Goal zum 2:1 gelang. Oder zwei Jahre zuvor in Ulm im Endspiel der Heim-EM, wo sich Claudia Müller nach ihrem 1:0-Siegtreffer (ebenfalls ein Golden Goal) jubelnd das Trikot vom Leib riss und ihr Sport-BH weltweite Bekanntheit erlangte. Auch im EM-Halbfinale 1997 (1:0) und im Finale 1995 (3:2) triumphierte die DFB-Auswahl. Das war seinerzeit der Anfang der Serie von fünf deutschen EM-Titeln nacheinander.

Schwedens Top-Duo in den Griff bekommen

Die Vorzeichen sind diesmal ein wenig anders. Vor allem die Offensive muss in den Griff bekommen werden. "Sie haben hier schon 13 Tore gemacht, weil sie in Lotta Schelin und Kosovare Asslani über zwei tolle Stürmerinnen verfügen. Da müssen wir kompakt stehen und gut gegen den Ball arbeiten", sagte Neid. Was die Favoritenrolle und die hohe Erwartungshaltung bei einem großen Turnier für ein Team bedeuten kann, hat die DFB-Elf vor zwei Jahren bei der WM in Deutschland mit dem Viertelfinal-Aus gegen Japan selbst schmerzlich erfahren müssen. Zurecht stellte nicht nur Annike Krahn fest: "Wir haben gegen Schweden definitiv nichts zu verlieren. Der Druck liegt bei ihnen."

Ob Deutschlands Top-Torjägerin Celia Okoyino da Mbabi mit dabei ist, ist noch unsicher. Ihr Einsatz nach der beim 1:0 gegen Italien erlittenen Oberschenkelzerrung könnte ein zu hohes Risiko bedeuten. Statt am Dienstag zu trainieren, wurde Okoyino da Mbabi im Hotel intensiv physiotherapeutisch behandelt. Bei der Abschlusseinheit in Halbfinalstadion am Abend konnte sie dann zumindest wie geplant einige leichte Steigerungsläufe machen. Ob sie spielt oder womöglich durch Mittag in der Spitze er ersetzt wird, ändert nicht an Neids positiver Einschätzung: "Unsere Mannschaft hat hier schon Großartiges geleistet. Jetzt freuen wir uns auf Schweden und schauen, was herauskommt."
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