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Streit um Kunstrasen bei WM 2015 in Kanada: Fußballerinnen drohen FIFA

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Fußball  

Fußballerinnen-Protest gegen Kunstrasen bei WM 2015

07.08.2014, 19:38 Uhr | dpa

Streit um Kunstrasen bei WM 2015 in Kanada: Fußballerinnen drohen FIFA. Nadine Angerer organisiert den Protest gegen den Kunstrasen bei der WM mit.

Nadine Angerer organisiert den Protest gegen den Kunstrasen bei der WM mit. Foto: Carmen Jaspersen. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Zehn Monate vor der Frauenfußball-WM droht die Dauerdebatte um die Kunstrasenplätze im Gastgeberland Kanada zu eskalieren.

Angeführt von der deutschen Nationaltorhüterin Nadine Angerer und der mehrfachen Weltfußballerin Abby Wambach aus den USA wollen rund 40 Spielerinnen aus mehr als einem Dutzend Ländern rechtlich gegen die Entscheidung des Weltverbandes FIFA und des WM-Organisationskomitees vorgehen. Sollte an der WM-Austragung auf Kunstrasen festgehalten werden, wolle man juristische Schritte dagegen einleiten, heißt es in einem vierseitigen Schreiben an die FIFA und Kanadas Fußballverband (CSA).

Bundestrainerin Silvia Neid äußerte in einer ersten Reaktion Verständnis dafür, will den Europameister aber so gut wie möglich auf den ungewohnten Untergrund vorbereiten. "Die Besorgnis einiger Spielerinnen kann ich nachvollziehen, denn bisher gab es ja noch nie eine Frauen- oder Männer-WM, die auf Kunstrasen ausgetragen wurde. Am Anfang war auch ich sehr überrascht, als ich erfuhr, dass die WM nicht auf Naturrasen gespielt werden soll", sagte Neid in einer vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) übermittelten Stellungnahme. Nachdem nun aber die Entscheidung gefallen sei, "müssen wir uns damit arrangieren und werden uns so gut wie möglich auf diese Situation vorbereiten", erklärte sie.

Eine erkleckliche Anzahl von Top-Spielerinnen will sich jedoch nicht damit abfinden. Sie bezeichneten den Untergrund in den WM-Stadien in einem Schreiben der amerikanischen Anwaltskanzlei Boies, Schiller & Flexner als "diskriminierend und illegal". Ihrer Ansicht nach werde kanadisches Recht verletzt.

Eine Einigung scheint derzeit nicht in Sicht, nachdem FIFA-Boss Joseph Blatter erst vor wenigen Tagen betont hatte, dass Kunstrasen die "Zukunft des Fußballs" sei. Angerer konterte die Aussage des FIFA-Präsidenten via Facebook: "Okay Herr Blatter, aber wann genau fängt die Zukunft bei Ihnen an... 2018, 2022... oder nur bei der Frauen WM 2015?", schrieb die DFB-Torhüterin.

Auch von einer stark verbesserten Qualität des Untergrunds, wie von Blatter gepriesen, könne zumindest im Finalort Vancouver keine Rede sein. "Waren Sie schon einmal auf dem WM-Final "Beton" Platz in Vancouver/Kanada? Mit guter Qualität hat das wenig zu tun", giftete Angerer. Dort zu spielen sei "falsch und sollte nicht akzeptabel sein", heißt es dazu in dem Protestschreiben.

Auch die Bundestrainerin pocht darauf, "dass sicher gestellt wird, dass alle Kunstrasenplätze in den Stadien und den Trainingsstätten die gleiche und für unsere Spielerinnen beste Qualität haben. Denn bei einem Turnier spielt man ja in einem Dreitages-Rhythmus und dadurch ist die Belastung sehr hoch", erklärte Neid.

US-Starstürmerin Wambach hatte schon im Frühjahr 2013 gefordert, die WM-Begegnungen auf Naturrasen auszutragen. "Wir haben überall in der Welt hart dafür gearbeitet, den Frauenfußball wachsen zu lassen. Jetzt Kunstrasen zu planen, halte ich für einen Rückschritt", schrieb Wambach damals.

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