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Fast "Männerverein": Vom Frauenfußball ohne Trainerinnen

29.08.2014, 12:29 Uhr | dpa

Fast "Männerverein": Vom Frauenfußball ohne Trainerinnen. Inka Grings ist die einzige Trainerin in der Bundesliga.

Inka Grings ist die einzige Trainerin in der Bundesliga. Foto: Roland Weihrauch. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Zwölf Clubs, aber nur eine Cheftrainerin an der Seitenlinie: Wenn am Wochenende die Frauenfußball-Bundesliga in die Saison startet, ist die Männerdominanz im Trainergeschäft ungebrochen.

Immerhin ist mit der ehemaligen Nationalspielerin Inka Grings, die seit dem 11. Juni beim MSV Duisburg die Verantwortung trägt, wieder eine Übungsleiterin vertreten. Im vergangenen Jahr war Tanja Schulte beim BV Cloppenburg der einzige weibliche Chefcoach, doch die Niedersachsen stiegen ab. "Dass es so wenige Trainerinnen gibt und das ein allgemeines Problem ist, ist nicht schönzureden", sagt Grings vor ihrer ersten Saison als Trainerin.

"Nichtsdestotrotz haben wir keine Sorgen, dass wieder Trainerinnen zurück in die Frauen-Bundesliga kehren werden", heißt es vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). Man solle nicht nur auf die Bundesliga schauen, sondern auch ins Ausland. Frankfurts Erfolgstrainerin Monika Staab etwa coacht das Frauenteam von Katar, Martina Voss-Tecklenburg, die den FCR Duisburg trainierte, ist Frauen-Nationaltrainerin der Schweiz. In der Liga folgten ihnen: Männer.

Durch die erhöhte Aufmerksamkeit für die Liga und die Verpflichtung der Vereine, ihre Trainer fest anzustellen, seien die Frauenligen "auch für hoch qualifizierte männliche Trainer attraktiver geworden", teilt der DFB mit. "Mittlerweile ist die Mischung zwischen älteren, erfahrenen Trainern und jungen, dynamischen Trainern sehr gut." Junge, dynamische Trainerinnen werden so aber nicht gefördert.

"Ich glaube schon, dass man viele ehemalige Spielerinnen fände, die daran Spaß hätten, in der Bundesliga zu trainieren", sagt Inka Grings. Man brauche mehr Ansporn für Frauen - "sowohl finanziellen als auch den mit Perspektiven". Das Geld spielt die größte Rolle, glaubt DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg: "Ein Verein muss sich eine Trainerin auch leisten können. Das ist ein Full-Time-Job", sagte sie. Und im Männerbereich steckt mehr Geld, als im Frauenfußball. Wenn sich ein Mann für eine Trainerlaufbahn bis zur A-Lizenz entscheide, habe er außerdem ein ganzes Berufsfeld vor sich, mit drei Profiligen, Verbänden, Nachwuchs. "Das hat eine Frau nicht. Sie kann eigentlich nur im Frauenbereich arbeiten."

Beim DFB arbeiten neun hauptamtliche Fußball-Lehrerinnen. Innerhalb der 21 Landesverbände sind 14 Trainerinnen fest angestellt und 16 Trainer. Der DFB arbeitet daran, dass junge Spielerinnen schon früh darauf angesprochen werden, eine Trainer-Lizenz zu erwerben. Nach Verbandsangaben wurden schon 25 Fußball-Lehrerinnen ausgebildet, 75 Trainerinnen haben die A-Lizenz erworben, 120 die B-Lizenz.

Sabine Loderer war die einzige Frau im Fußball-Lehrer-Lehrgang dieses Jahres und zweitbeste Absolventin. Die ehemalige Bayernspielerin arbeitet aber nicht bei einem Club, sondern beim Bayerischen Fußball-Verband. In den Ausbilderberuf sei sie "reingerutscht", sagt sie. "Die Verbände legen Wert darauf, dass jede U-Mannschaft der Mädchen von einer Frau geführt wird. Und die Vereine sind halt selbst dafür zuständig", sagt Loderer. "Das ist für mich schon ein bisschen fraglich, wieso die Liga ein beinahe reiner Männertrainerverein ist."

Die Trainerrolle werde sich aber verändern, das glauben Loderer und Grings. "Ich bin davon überzeugt, dass noch Generationen kommen werden, in denen man mehr Trainerinnen hat als Trainer", sagt Grings. "Aber das braucht sicher noch eine gewisse Entwicklungszeit." Loderer denkt an Frauen in Führungsrollen in einem Nachwuchs-Leistungszentrum im Seniorenbereich. "Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass in der Männer-Bundesliga jemals eine Frau Cheftrainerin sein wird."

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