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Fußball - Wettskandal: Zwanziger schlägt im Fall Hoyzer versöhnliche Töne an

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Fall Hoyzer: Zwanziger schlägt versöhnliche Töne an

07.01.2008, 19:56 Uhr | sid

Dr. Theo Zwanziger (Foto: imago) Dr. Theo Zwanziger (Foto: imago) Wenn am Mittwoch um 12.00 Uhr im Saal 100 des Berliner Landgerichts der Zivilprozess gegen Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer beginnt, wird der ehemalige Pfeifenmann aus Berlin wohl nicht dabei sein. "Herr Hoyzer hat keine persönliche Ladung erhalten. Er muss nicht anwesend sein und kann sich von seinen Anwälten vertreten lassen", erklärte eine Gerichtssprecherin. Kläger in dem Zivilprozess ist der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der von seinem Ex-Schiedsrichter Schadenersatz in Höhe von 1, 8 Millionen Euro fordert. Im Strafverfahren war Hoyzer am 17. November 2005 zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt worden, die er zurzeit im offenen Vollzug verbüßt.

Zwanziger: Hoyzer hat eine Chance verdient wieder Fuß zu fassen

DFB-Präsident Theo Zwanziger schlug derweil versöhnliche Töne an. Dass Hoyzer strafrechtlich bereits verurteilt worden ist, bezeichnet Zwanziger als "richtiges Signal für unsere Gesellschaft". Mit der Zivilklage des DFB will er kein Exempel statuieren. "Es ist überhaupt nicht unsere Absicht, Herrn Hoyzer jetzt Zeit seines Lebens zu verfolgen", sagte Zwanziger der Tageszeitung "Die Welt". "Er ist ein junger Mann, der fehlgeleitet wurde und sich hat fehlleiten lassen. Aber er hat auch eine Chance verdient, um in dieser Gesellschaft wieder vernünftig Fuß zu fassen. Ich habe keinen Verfolgungswahn gegenüber Herrn Hoyzer. Ich hoffe, dass er erkennt, was schief gelaufen ist, und daraus für sein Leben die Lehren zieht."

Präventive Maßnahme

Laut Zwanziger sei die Klage seine Verpflichtung als Verbandsvorsitzender: "Was wir hier tun, ist unsere Verpflichtung als gemeinnütziger Verband. Wir haben uns zu der Klage entschlossen, weil wir nicht ausschließen können, dass Herr Hoyzer nach seiner Entlassung aus der Geschichte Geld machen könnte. Diese Klage ist deshalb eine präventive Maßnahme, um uns für den Fall der Fälle unsere Ansprüche zu sichern."

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Zwanziger wird nicht im Gericht sein

Wie viele Prozesstage das Zivilverfahren umfassen wird, ist im Gegensatz zu einem Strafverfahren schwer zu prognostizieren. "Es kann sein, dass am Mittwoch weitere Termine festgelegt werden. Es kann aber auch sein, dass eine Entscheidung oder ein Verkündungstermin ausgesprochen wird", ließ das Gericht verlauten. Zwanziger wird nicht vor Ort sein. Der Verband wird vertreten durch seinen Vize-Präsidenten Recht, Rainer Koch, durch Anwalt Christoph Schickhardt und Haus-Justiziar Jörg Englisch.

Der Fall Hoyzer DFB fordert Schadensersatz

Hoyzer soll kein Geld mit dem Skandal verdienen

Zwanziger hatte bereits kurz nach Bekanntwerden des Manipulations-Skandals im Januar 2005 mit Hinweis auf die "aus der Gemeinnützigkeit des DFB resultierenden Pflichten" zivilrechtliche Schritte angekündigt. Am 19. April 2007 wurde Klage beim Landgericht Berlin eingereicht. Dem DFB ist klar, dass Hoyzer die Summe wohl nicht zahlen kann. Sollte der zurzeit inhaftierte Ex-Referee allerdings nach seiner Haft Gelder für TV- oder Buchrechte kassieren, solle er diese, so will es der DFB, an den Verband entrichten. Der Löwenanteil der DFB-Forderungen von 1,5 Millionen Euro ergibt sich aus dem mit dem Hamburger SV geschlossenen Vergleich als Folge des von Hoyzer manipulierten DFB-Pokal-Spiels beim SC Paderborn.

Skandalspiel in Paderborn

Der HSV hatte am 21. August 2004 die Begegnung in Paderborn mit 2:4 verloren und war damit aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Nach Bekanntwerden des Manipulationsverdachts Ende Januar 2005 hatte der HSV zunächst Protest gegen die Spielwertung eingelegt und eine Wiedereingliederung in den DFB-Vereinspokal beantragt. Da zu diesem Zeitpunkt bereits zwei weitere Pokalrunden gespielt waren und der Pokalwettbewerb zum Abschluss gebracht werden musste, wäre ein zu erwartendes Urteil zugunsten des Hamburger SV für den DFB nicht umsetzbar gewesen. Der DFB einigte sich mit dem HSV auf eine Ausgleichszahlung von zwei Millionen Euro unter Anrechnung der dem Klub zufließenden Einnahmen aus dem Länderspiel gegen China am 12. Oktober 2005. Die Hamburger zogen daraufhin am 11. Februar 2005 ihren Einspruch zurück.

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