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Fußball - Wettskandal: Urteil im Fall Robert Hoyzer erst im März

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Fussball  

Urteil im Fall Hoyzer erst im März

09.01.2008, 15:44 Uhr | dpa

Robert Hoyzer (Foto: dpa)Robert Hoyzer (Foto: dpa) Im Schadenersatz-Prozess gegen Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer hat das Landgericht Berlin noch kein Urteil gefällt. Der Deutsche Fußball Bund (DFB) hat den 28-Jährigen in dem Verfahren auf eine Zahlung von 1,8 Millionen Euro verklagt. Das Gericht deutete an, dass es zur Rechtsposition des DFB tendiere. Es gab aber beiden Seiten erst einmal Zeit, einen Vergleich zu finden. Sollte dieses nicht geschehen, kündigte die 2. Zivilkammer als Termin für einen möglichen Urteilsspruch den 12. März an. Hoyzer war am ersten Verhandlungstag nicht dabei. Er musste nicht persönlich zur Verhandlung erscheinen.

Chronologie Der Skandal um Schiedsrichter Hoyzer
Vor dem Prozess Hoyzer

Tendenz in Richtung DFB

Nach Meinung des Gerichts sind die finanziellen Ansprüche des Verbandes an Hoyzer in Bezug auf erhaltene Bestechungsgelder (62.000 Euro ohne das Spiel Duisburg gegen Greuther Fürth), Schiedsrichter-Vergütungen und Verfahrenskosten aus der DFB-Gerichtsbarkeit durch die Spielmanipulationen des ehemaligen Referees begründet. Hauptstreitpunkt ist aber das manipulierte DFB-Pokalspiel Paderborn gegen HSV (4:2). Hier tendiert die Kammer zur Sicht des Klägers, hat sich aber laut Aussage des Vorsitzenden Richters Michael Hirschfeld noch keine abschließende Meinung gebildet.

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Ante Sapina räumt groß ab

Der mit dem HSV geschlossene Vergleich macht mit 1,5 Millionen Euro den Hauptanteil der Klageforderung des DFB aus. Aus dem von Hoyzer gesteuerten Ausgang des Pokalspiels hatte der Drahtzieher des Manipulations-Skandals, Ante Sapina, mehr als 700.000 Euro Gewinn beim staatlichen Anbieter Oddset gezogen. "Die Frage ist, durfte der DFB zu diesem Zeitpunkt (Februar 2005) diesen Vergleich schließen", sagte Richter Hirschfeld. Er deutete aber folgende Tendenz an: "Wir neigen ganz vorsichtig dazu, dass man dem Beklagten auch diesen Vergleich als Schaden anrechnen muss."

Zufriedenheit beim DFB

"Die Verhandlung ist sehr zufriedenstellend für den DFB verlaufen. Das Gericht hat klar gemacht, dass der DFB als Geschädigter die Pflicht hatte, Schadenersatz geltend zu machen", erklärte Rainer Koch, Vizepräsident für Recht beim Fußball-Verband. Allerdings erscheinen dem Gericht die Kosten für den außerordentlichen Bundestag des DFB zur Aufarbeitung des größten Wett- und Manipulationsskandals im deutschen Fußball nach derzeitigem Stand "nicht erstattbar", da auch genaue Aufschlüsselungen fehlen.

DFB Versöhnliche Töne gegenüber Hoyzer

Hermes sieht "keinen materiellen Schaden" beim HSV

Hoyzers Anwalt Thomas Hermes untermauerte für seinen derzeit in der Strafanstalt Berlin-Hakenfelde einsitzenden Mandanten Hoyzer, den Standpunkt, dass er aus dem Pokalspiel des Hamburger SV zivilrechtlich keine Ansprüche des DFB sieht: "Nur mit dem Ausscheiden ist dem HSV kein materieller Schaden entstanden." Richter Hirschfeld, selbst in der Volleyball-Bundesliga als Referee aktiv, verwies darauf, "dass es in der bisherigen Rechtsprechung keinen Fall gab, der dies zum Gegenstand gehabt hat".

Gang in weitere Instanzen angekündigt

Beide Parteien baten um genügend Zeit, um auf die Ergebnisse der Verhandlung zu reagieren und möglicherweise noch einen Vergleich zu schließen. Es sei nicht das Ziel, "Herrn Hoyzer um jeden Preis wirtschaftlich in den totalen Ruin zu treiben", unterstrich Koch. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass Hoyzer später aus einer möglichen Vermarktung seiner Manipulationen keinen Gewinn erziele, nannte Koch einen entscheidenden Punkt. Schon DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte als wesentlichen Grund für die Klage angeben, "dass Herr Hoyzer nach seiner Entlassung aus der Geschichte Geld machen könnte." Hermes, der einen Antrag auf Klage-Abweisung einreichte, kündigte für den Fall eines scheiternden Vergleichs und eines Urteils pro DFB bereits den Gang in weitere Instanzen an.

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