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"Bundesliga-Vereine 2.0": Expansion Richtung Asien

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Bundesliga-Vereine 2.0  

Die Kurve spricht: Expansion Richtung Asien

25.01.2008, 14:13 Uhr | Jörg Hausmann, t-online.de

Oliver Kahn (Foto: imago)Oliver Kahn (Foto: imago) Wenn Käpt'n Kahn in Shanghai anlegt, um den Eifer seiner asiatischen Fußballschüler anzustacheln, flippen sie aus, die Chinesen. Dann missioniert der scheidende Keeper des FC Bayern vor allem in eigener Sache. Nicht zuletzt aber auch bereitet der frühere Nationaltorwart im fernen Riesenreich dank seiner ungeheueren Popularität den Boden für den gesamten deutschen Fußball auf dem expansionsträchtigsten Fleckchen Erde. "Asien ist ein riesiger Markt und für den einzelnen Verein nur ganz schwer erschließbar", weiß Tobias Kollmann. Der junge Professor der Universität Duisburg-Essen sah in seiner Untersuchung "Bundesliga-Vereine 2.0" mit Hilfe der Fußballfans in die Glaskugel: "Alle Bundesligavereine haben die Studie Mitte Dezember zugestellt bekommen." Die unabdingbare Kooperation auf internationalem Parkett ist nur einer der zehn Schlüsse, die Kollmann aus der Auswertung des eingegangenen Datenmaterials zog.

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Eine "normale Sicht" auf die Zukunft der Bundesliga

Prof. Dr. Tobias Kollmann in der Wolfsburger VW-Arena (Foto: privat)Prof. Dr. Tobias Kollmann in der Wolfsburger VW-Arena (Foto: privat) Der 37-Jährige ließ den Fan sprechen: "In den Medien melden sich in der Regel ja nur die Experten zu Wort", begründete Kollmann sein Vorhaben, an die Anhängerschaft heranzutreten. "Wir waren daran interessiert, wie der normale Fan die Zukunft der Bundesliga-Vereine sieht." Immerhin hätten die Bundesliga-Vereine ohne den normalen Fan keine Zukunft, wenngleich heutzutage nicht mehr dessen Eintrittsgeld als messbarer Budget-Beitrag im Vordergrund steht, sondern sein finanzielles Engagement auf dem Gebiet des Merchandising.

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Mitspielen

Zeitgemäße Angebote wie Kollmanns "Baby", die Virtual Kicker League, bedienen nicht nur das Mitspiel-Gen des online-geübten Fans, sondern stellen ihm - gleich, ob treuer Stadiengänger oder nicht - eine Plattform zur Verfügung. "Sie ist ein hervorragender Zugang zur Basis, über alle Vereine hinweg", beschrieb Kollmann diese Einrichtung im Gespräch mit T-Online. 90.000 Mitglieder seinen bereits angemeldet.

Profis nach Leistung bezahlen

Diese Basis - mit Thesen Kollmanns zum Bundesligabetrieb ausgestattet - stellte beispielsweise fest, die Spieler sollten doch stärker nach Leistung bezahlt werden. Satte 50 Prozent der 110 sich zu diesem Sachverhalt Äußernden sprachen sich dafür aus. Für Kollmann das vielleicht verblüffendste Resultat seiner Erhebung: "Es handelt sich um eine Ziel- und Leistungsvereinbarung, die der Fan aus seinem eigenen Arbeitsleben kennt." Das klare Zeichen: "Was das fixe Gehalt angeht, sollen die Bezüge nicht in den Himmel wachsen", wenngleich der Fan keinem Spieler dessen "vieles Geld" missgönne. "Es ist nicht das Thema, die Gehälter zu reduzieren. Viele Tore bedeuten viel Geld. Wenn sie die entsprechende Leistung bringen", fasste Kollmann zusammen, "sollen sie schon viel verdienen."

Investoren nicht per se "Schreckgespenster"

Aufkommen müssen für diese Entlohnung potente Großsponsoren, gerne auch "global player". Die Fans verurteilen nach Kollmanns Ergebnissen den externen Finanzinvestoren nicht per se. Er muss nur unter Kontrolle zu halten sein, also nicht gleich sämtliche Vereinsstrukturen auflösen. "Sie sind kein Schreckgespenst. Ein klarer Fingerzeig." Denn: "Am Ende des Tages wollen alle Fans einem erfolgreichen Verein zujubeln." Und was bereitet dem sportlichen Erfolg den Boden? Die entsprechende Kapitalausstattung. Das bemerkten 43,9 Prozent der Abstimmenden, oder 82 von 187 Personen. Nur 45 davon erachteten die Kapitalausstattung als weitgehend unbedeutend für den sportlichen Erfolg.

Kooperation auf internationaler Ebene

Titelsammler wie der FC Bayern München oder Manchester United beweisen in der Realität das Gegenteil. Die beiden Widersacher im vielleicht dramatischsten und tragischsten Champions-League-Endspiel aller Zeiten - anno 1999 -, gelten als internationale Schwergewichte mit ebensolcher sportlicher wie wirtschaftlicher Anziehungskraft. Wobei ManU den deutschen Rekordmeister beispielsweise in puncto Vermarktung und des dementsprechenden Umsatzes noch deutlich in den Schatten stellt - auch in Fernost. "In Struktur und Historie zueinander passende Vereine" sieht Kollmann als prädestiniert, in der Erschließung neuer Märkte zu kooperieren. Um sich dabei nicht über die klassische sportliche Konkurrenzsituation ins Gehege zu kommen, sei eine "klare Unterscheidung zwischen Sport und Wirtschaft" angezeigt. "Gerade wirtschaftlich bestehen viele Möglichkeiten zur Kooperation", unterstreicht Kollmann.

Klare Aufteilung der Arbeitsbereiche in der Vereinsspitze

Vorbereitet wird sie in den Führungsriegen der Vereine. Dort herrscht Reformbedarf, vor allem angesichts der zu beobachtenden Ansammlung von Sportdirektoren in der Bundesliga, die eine glorreiche Vergangenheit als Spieler mitbringen, aber leidliche bis nicht vorhandene Kenntnisse in Wirtschaftsfragen. Sie sollten sich nach Ansicht der Fans auf den sportlichen Sektor konzentrieren, nah an Trainer und Mannschaft arbeiten. Den klassischen, beide Seiten der Medaille abdeckenden Manager-Allrounder sehen in diesem Fall nur noch 34 von 121 Befragten als Zukunftsmodell.

Kahn kommt an

Oliver Kahn (li.) mit begeisterten chinesischen Jungfußballern (Foto: dpa)Oliver Kahn (li.) mit begeisterten chinesischen Jungfußballern (Foto: dpa) Zukunft wird - wirtschaftlich wie sportlich - seit geraumer Zeit gerne synonym verwendet mit: Asien. "Der deutsche Fußball hat dort einen hervorragenden Ruf." Stark ursächlich fußt dies auf der Endspielteilnahme der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2002, die in Japan und Südkorea über die Bühne ging. 2008 erlebt der Kontinent nach Tokio 1964, Sapporo 1972 und Seoul 1988 seine vierten Olympischen Spiele. Gastgeberstadt ist Peking. Ob auch in der chinesischen Metropole bald eine Fußballschule Oliver Kahns eröffnet werden wird? In Shanghai machte der 38-Jährige Titan einen offensichtlich vielversprechenden Anfang. Wahrscheinlich schon wegen seines Namens. Der lässt sich für Asiaten so herrlich problemlos aussprechen...

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