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Amateurfußball: Die Leiden der Schiedsrichter

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Fussball  

Die Leiden der Amateur-Schiedsrichter

30.01.2008, 14:21 Uhr | Spiegel Online, t-online.de

Szene aus dem Amateurfußball (Foto: imago)Szene aus dem Amateurfußball (Foto: imago) Im Amateurfußball haben es Schiedsrichter besonders schwer: Sie bekommen wenig Geld, dafür aber jede Menge ab. Tritte und Schläge sind in den unteren Ligen an der Tagesordnung. Mancherorts sind den Unparteiischen die Attacken gegen sie zu viel und die Lust am Pfeifen ist ihnen schon längst vergangen.

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Körperliche Attacken

Tatort Ascheplatz, ein scheinbar normales Fußballspiel. Eigentlich sieht alles nach einem alltäglichen Provinzkick im Schwarzwald aus. Kurz vor Schluss ist der Sieg für die Gäste nur noch Formsache. Doch dann wird ein Spieler gefoult und wirft seinem Gegenspieler als Revanche Sand ins Gesicht. Dafür bekommt er vom Schiedsrichter die Rote Karte. Der Sünder signalisiert per Geste Unverständnis - und streckt den Unparteiischen mit einem Kopfstoß nieder.

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Rohe Gewalt

Der Schiedsrichter geht zu Boden und bricht die Partie umgehend ab. Die Attacke auf den Referee ist kein Einzelfall. Auch in Hackenheim (Rheinland-Pfalz), Versmold (Nordrhein-Westfalen) und Bad Oldesloe (Schleswig-Holstein) werden am selben Wochenende Freizeit-Spieler zu Kopfnuss-Kickern: Mal prallt eine Stirn ansatzlos gegen den gegnerischen Schädel, mal nimmt ein Spieler fünf Meter Anlauf für den Kopfstoß, und mal kann ein junger Schiedsrichter dem nahenden Frontalangriff gerade noch ausweichen.

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Abbrüche werden zur Gewohnheit

Nach vielen Begegnungen zwischen Kreisklasse und Bezirksliga sehen Spielberichte deutscher Schiedsrichter immer öfter gleich aus: Es beginnt mit einem Fußballspiel - und endet mit Gewalt. "Spielabbrüche scheinen im Harzkreis langsam zu einer Gewohnheit zu werden", schrieb die "Magdeburger Volksstimme", nachdem zwei Spieler aneinander geraten waren und andere Fußballer sofort mitmachten. Rangeleien, Schlägereien, Spuckattacken bestimmen das Bild. Bei Fußballern im Bezirk Schwarzwald sorgen ständige Spielabbrüche für Aufregung, der vorzeitige Abpfiff auf dem Ascheplatz war bereits der sechste gewaltbedingte Abbruch in der ersten Saisonhälfte.

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Boykott-Androhung hilft nichts

Die Bezirkssportfunktionäre sind alarmiert, denn immer öfter verlieren Schiedsrichter das Interesse an ihrem Engagement. Das scheint wenig verwunderlich bei geringer Bezahlung und drohender Prügel. Bereits im vergangenen Winter hatten die Schwarzwälder Schiedsrichter deshalb angedroht, einen ganzen Spieltag zu boykottieren. Die Folgen der Schlägereien treffen den Provinzfußball hart.

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Vereine in der Pflicht

Auch die Vereine stehen unter Druck, denn die Abwanderung der Schiedsrichter kann für die Klubs teuer werden: In dieser Saison müssen einige Schwarzwälder Mannschaften Strafe zahlen, weil sie zu wenige Unparteiische stellen. Der Schiedsrichterausschuss des Südbadischen Fußballverbandes (SBFV) verlangt satte 36.075 Euro an Ausfallgebühren von 61 Fußballvereinen im Bezirk Schwarzwald für die zurückliegende Saison. Allerdings ist es auch an den Klubs, ihren Spielern Disziplin und Respekt vor dem Anderen zu vermitteln. Zumindest auf dem Fußballplatz.

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