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DFB und DFL halten Vorgehen des Bundeskartellamts für überzogen

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DFB  

DFB will Durchsuchung nicht hinnehmen

27.02.2008, 15:35 Uhr | dpa, sid

DFB-Generalsekretär Wolfgang NiersbachDFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wehrt sich gegen die Durchsuchung seiner Räume durch Beamte der Kriminalpolizei und des Bundeskartellamtes. Der Verband will laut Generalsekretär Wolfgang Niersbach "alle rechtlichen Mittel ausschöpfen und einen externen Anwalt für Kartellrecht hinzuziehen". Konkret prangert der DFB die Unverhältnismäßigkeit der Maßnahme an. Er erwägt deshalb eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die ermittelnde Behörde. "Die beschlagnahmten Unterlagen haben Null-Brisanz. Es geht eher gegen minus eins. Die hätte ich ihnen jederzeit fotokopieren können", sagte Niersbach. Auch die DFL das Vorgehen des Kartellamts für überzogen. "Die Maßnahme einer Hausdurchsuchung hat uns schon deshalb stark irritiert, weil wir dem Kartellamt in der Vergangenheit jederzeit alle Unterlagen, teilweise unaufgefordert, zur Verfügung gestellt haben", erklärte DFL-Geschäftsführer Tom Bender.

Kartellamt: "Wir sehen das sportlich"

Das Kartellamt in Bonn wies die Kritik zurück und schloss einen ähnlichen Imageschaden wie im Falle der Stiftung Warentest aus. Die Warentester hatten vor der Fußball-WM 2006 die Sicherheitsstandards einiger Stadien kritisiert und sich damit anschließend dem Verdacht populistischer Äußerungen ausgesetzt. "Anders als die Stiftung Warentest sind wir eine rechtsanwendende Behörde. Wir müssen solchen Hinweisen nachgehen", sagte Kartellamts-Sprecherin Silke Kaul. Auf mögliche juristische Folgen reagierte sie gelassen: "Wir verlieren auch mal Fälle vor Gericht. Sollten wir uns getäuscht haben, dann werden wir uns in aller Öffentlichkeit hinstellen und uns entschuldigen. Wir sehen das sportlich."

Von einem Gericht angeordnet

Auch die drohende Dienstaufsichtsbeschwerde schreckt die Behörde nicht. "Im Falle von Dienstaufsichtsbeschwerden müssen sich DFB und DFL mit dem Amtsgericht Bonn auseinandersetzen. Dort hat man entschieden, dass unsere Informationen für einen Durchsuchungsbeschluss ausreichen", sagte Kaul. Das Material sei jetzt erst einmal in Bonn und werde nun ausgewertet.

Wie viel Konkurrenz kann und muss sein?

Auslöser der Aktion war offensichtlich ein Bericht der "Sport-Bild" vom 4. April 2007 über einen Konflikt zwischen dem Bundesligaklub Bayer 04 Leverkusen und dem DFB um Leverkusens Sponsor RWE. Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, vom 15. März bis 7. August Interims-Präsident des Ligaverbandes, war so zitiert worden: "Es kann nicht sein, dass DFB und Ligaverband oder auch seine Vereine sich gegenseitig Konkurrenz bei Sponsoren-Verhandlungen machen."

Grundlagenvertrag inzwischen abgeschlossen

Im selben Beitrag hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe verkündet, "die verhindern soll, dass sich DFB und Liga auf dem Sponsorenmarkt ins Gehege kommen". Dazu sagte Holzhäuser nun: "Dass die Bildung einer Arbeitsgruppe per se eine Ordnungswidrigkeit darstellen soll, kann ich mir nicht vorstellen. Den Vorgang an sich kann ich nicht bewerten, weil ich keine Einzelheiten kenne." Die damalige Forderung der Liga habe sich auf die Frage bezogen, ob und inwieweit der DFB von seinen Sponsoring-Einnahmen den Vereinen etwas abgeben solle. "Das ist zwischenzeitlich im Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL zumindest ansatzweise geregelt", meinte Holzhäuser.

Millionenstrafe droht

Diese Abstimmung hält Niersbach für legitim: "Es wurde missachtet, dass wir in Partnerschaft mit dem Ligaverband leben. Der Ligaverband ist Teil des DFB. Dass dabei auch Rechte übertragen werden, ist normal und gehört zu unseren Geschäftsvorgängen." Diesen Einwand wies die Bundesbehörde jedoch zurück. "Das sind juristisch gesehen verschiedene Unternehmen. Und die Unternehmen müssen auf dem Markt für Sponsoren miteinander konkurrieren. Darüber wachen wir", betonte Kaul, deren Behörde nun feststellen will, wofür genau die DFB/DFL-Arbeitsgruppe gegründet wurde. Wenn Mechanismen ausfindig gemacht werden, die gegen das Kartellrecht verstoßen, droht den Beteiligten ein Bußgeld in Millionenhöhe.

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